Nascar Euro – Halbzeit-Debriefing

Borja Garcia

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard – Borja Garcia

NASCAR Whelen Euro Series – Rückschau und Ausblick nach den Ovalrennen in Venray

Es ist Halbzeit in der NASCAR Euro – Serie. Drei von insgesamt sechs Veranstaltungen liegen mittlerweile hinter uns und auch wenn die letzten beiden Events des Jahres in Sachen Meisterschaft durch doppelte Punktevergabe entscheidend sein werden, zeigte sich doch in den bisherigen Rennen des Jahres ein klarer Trend – so auch auf dem Halbmeilenoval des Raceway Venray.

EuroNASCAR ELITE 1 – Borja Garcia voran

Borja Garcia war im Renntrimm der schnellste Mann in den Niederlanden und bescherte dem in der Saison 2017 neu formierten italienischen Team von Racers Motorsport den ersten Sieg – zugleich war dies auch der erste Ovalsieg des Spaniers. Da er lediglich in Brands Hatch ein paar wenige Punkte liegen ließ, ist Garcia nach Venray nun mit 26 Punkten in Front. Anthony Kumpen ist knapp vor Alon Day der erste Verfolger der Startnummer #7. Kumpen war gewohnt stark auf dem Halbmeilenoval in den Niederlanden, Day seinerseits konnte nicht ganz vorne reinfahren, war aber im Gegensatz zu den Vorjahren deutlich besser bei der Musik.

Nascar Euro Series

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Verlierer in Sachen Gesamtwertung war sicherlich Frederic Gabillon, der enorm Punkte einbüßte. Eine grandiose Leistung lieferte unterdessen der Spanier Tineo Arroyo. Im ersten Jahr nach seinem Aufstieg von der ELITE2 in die ELITE1-Meisterschaft rangiert er derzeit auf Gesamtrang 4 der Meisterschaft und führt damit die Junioren-Trophywertung an. In der will auch Stienes Longin weiter nach vorne, der Unfall nach dem Start im ersten Rennen warf den Belgier in der Gesamtwertung zurück auf Platz 8.

Für alle gilt aber, dass bald das Streichresultat zum Einsatz kommen wird. Der Hockenheimring am nächsten Wochenende bildet den Abschluss der regulären Saison, danach geht es im September in die Playoffs der EuroNASCAR. Semifinale im italienischen Franciacorta, Finale in Zolder – hier gibt es dann doppelte Punkte. Bedingt durch das Streichresultat wird sich die Spitze nach Hockenheim noch enger zusammenschieben, davon kann man ausgehen. Eine Entscheidung vor dem letzten Rennen wird kaum stattfinden. Borja Garcia, Anthony Kumpen und Alon Day haben sich aber jetzt schon als die drei herauskristallisiert, denen am ehesten der Titel zuzutrauen ist. Gabillon ist bislang zu unbeständig und immer wieder in Reibereien verstrickt, das tut dem Punktekonto nicht gut.

Tineo Arroyo

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Das Oval des Raceway Venray besuchte ein leicht dezimiertes Feld, weder der Bolide von Renauer Motorsport, noch der Mustang der Scuderia Guidici oder die beiden Chevrolet vom deutschen Mishumotors-Team waren am Start. Alle kehren aber im badischen Motodrom zurück ins Feld, so dass es hier wieder etwas voller werden wird in der Startaufstellung.

EuroNASCAR ELITE 2 – Thomas Ferrando standesgemäß vorne

In der ELITE2 bestimmt trotz eines nicht so starken Auftrittes im Oval in Venray der Franzose Thomas Ferrando das Geschehen. Er liegt vor Überraschungs-Venray-Doppelsieger Fabio Rabello. Der Brasilianer hat damit ordentlich Punkte gutgemacht, bislang sind die hinter ihm in der Gesamtwertung liegenden Ulysse Delsaux, Maciej Dreszer und Guillaume Dumarey aber stärker einzuschätzen, so dass er auf den folgenden Rundkursen den 2. Rang eher nicht behalten wird.

Thomas Ferrando

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Für Guillaume Dumarey war der Sieg in der ELITE2 in Venray zum Greifen nah, doch ein verpatzter Restart und ein Defekt an den Bremsen verhinderten das. Maciej Dreszer konnte bislang einen glanzvollen Einstand in die Euro NASCAR geben und ist aktuell zweitbester Rookie. Der Pole hat bislang an jedem Wochenende einen enormen Speed an den Tag gelegt und bei DF1 Racing für Freude gesorgt. Dreszer wird sicher nicht das letzte Mal überrascht haben.

Justin Kunz liegt derzeit auf Gesamtrang 7 – die letzten Rennen verliefen für den deutschen Youngster etwas unglücklich, der Speed ist aber da, so dass wir damit rechnen können, dass der PK-Carsport-Fahrer in den nächsten Rennen noch nach vorne marschieren wird.

Der Franzose Thomas Ferrando tritt in beiden Meisterschaften der EuroNASCAR an, alles andere als der Titelgewinn in der ELITE2 muss eine Enttäuschung sein. Doch Venray hat gezeigt, dass auch beim Knauf-Piloten nicht immer alles rund läuft. Dennoch bleibt er der klare Favorit in der Saison 2017.

Justin Kunz NASCAR

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Euro NASCAR – Trophy-Wertungen

Neben den Gesamtmeisterschaften werden auch einige Trophy-Wertungen ausgefahren.  In der Junioren-Wertung der ELITE1 teilten sich auf dem Raceway Venray Tineo Arroyo und Stienes Longin die Wertungssiege. Beide werden diese Wertung wohl unter sich ausmachen. Gianmarco Ercoli ist hier zwar ebenfalls mit an Bord, der Italiener erlebt bisher aber eine durchwachsene Saison – technische Probleme waren immer mit an Bord, daher ist der Meister der ELITE2 von 2015 etwas abgefallen.

Die Challenger-Trophy-Siege gingen in Venray an den Brasilianer Marconi Abreu und Marko Stipp im zweiten Lauf, sehr zur Freude des deutschen Teams von Racing Total. Gesamtrang 9 war zudem das beste Ergebnis eines deutschen Piloten in der Nascar Euro-Serie bis dato. In der Gesamtwertung liegt Abreu hier vorne, der sympathische Brasilianer konnte sich in diesem Jahr mit dem Oval mehr als gut anfreunden – im Sonntagsrennen der ELITE2 erzielte er zudem einen starken 2. Rang hinter Sieger Rabello.

Marconi Abreu

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

In der Rookie-Trophy der ELITE2 konnte in Venray natürlich Felipe Rabello mit seinem Doppelsieg glänzen und liegt in dieser Wertung auch vorne. Doch die Trophy wird in diesem Jahr noch hart umkämpft sein, Dumarey und Dreszer sitzen ihn im Nacken und beide haben gezeigt, dass sie über die gesamte Saison gesehen noch stärker einzuschätzen sind. Im Lady Cup siegte in Venray Arianna Casoli, insgesamt liegt in dieser Wertung aber die Spanierin Carmen Box Gil knapp vorne.

Last, aber sicherlich nicht least, konnte der Belgier Jerry de Weerdt in Venray die Legend Trophy zweimal für sich entscheiden und führt diese in der Gesamtwertung vor den Italienern Dario Caso und Simone Laureti an. Letzter hatte den Sieg in dieser Wertung im ersten Lauf im niederländischen Oval schon fast sicher, als er es etwas übertrieb und seinen Boliden in die Mauer stapfte. Alle Trophy-Wertungen bleiben aber fernab der beiden Titelkämpfe weiterhin eng umkämpft.

Jerry de Weerdt

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

An dieser Stelle kurz nochmal die Einteilungen der unterschiedlichen Wertungen abseits der reinen Titelkämpfe in der ELITE1 und ELITE2:

ELITE1 – Junior-Trophy-Fahrer unter 25 Jahren

ELITE1 – Challenger-Trophy – Nicht-Profis

ELITE2 – Rookie-Trophy – Neueinsteiger in die Serie

ELITE2 – Legend Trophy – Fahrer ab 40 Jahren

ELITE2 – LadyCup – Wertung für die schnellen Damen

In Sachen Teamwertung liegt der #37er Knauf-Bolide knapp vor der Startnummer #56 von CAAL Racing und der #24 von PK Carsport. Hier die aktuellen Meisterschaftsstände in der Übersicht vor Hockenheim:

Ausblick – NASCAR in Hockenheim

Am letzten Juli-Wochenende geht es nun zum ersten Mal in das badische Motodrom. Es ist der erste Auftritt der Serie auf dem Hockenheimring, von daher kann man hier nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen. Es werden aber sicher die üblichen Verdächtigen vorne sein, lediglich die Teams von DF1 Racing, RDV Competition und Mishumotors konnten die V8-Boliden schon einmal in Hockenheim bewegen.

NASCAR Hockenheim

©Rons Photoworkx – RDV-Bolide in Hockenheim

Einige der großen Namen haben aber in diesem Jahr schon ein Ergebnis, was sie als Streichresultat werten können – vor allem Alon Day, Frederic Gabilon und Anthony Kumpen wollen daher in Hockenheim ein gutes Ergebnis ganz vorne einfahren.

Das erste American Fan Fest wartet jetzt schon mit einem ordentlichen Programm auf, sowohl auf der Strecke, als auch abseits davon. Mit Justin Kunz, dem Team von Mishumotors und Racing Total hoffen auch die deutschen Teams und Fahrer auf ein gutes Abschneiden bei ihrem Heimrennen. Alle Infos zum Hockenheim-Event am kommenden Wochenende gibt es an dieser Stelle. In diesem Sinne, Keep Racing!