EuroNascar rund um den Globus

Nascar Europa
©racing14.de

PK Carsport – von Zolder bis Daytona

Ende Februar ist es wieder soweit, die NASCAR startet in Daytona in ihre neue Saison. NASCAR in Europa dagegen ist noch etwas im Winterschlaf, zumindest was die Rennaction angeht. Für die Piloten der EuroNascar geht es erst Anfang April in Valencia um die ersten Punkte des Jahres. Aber auch in der „Off-Season“ sind viele Piloten der NWES (Nascar Whelen Euro Series) gut beschäftigt.

Am meisten los ist derzeit bei PK Carsport. Das belgische Meisterteam war vergangene Woche zu Testfahrten auf dem heimischen Circuit Zolder unterwegs, am Steuer saß mit Guillaume Dumarey ein Lokalmatador, der 2017 an der Seite von Champion Anthony Kumpen die Startnummer #24 in der ELITE2 bewegen wird. Der 30-Jährige war letztes Jahr erfolgreich im BMW M235i Racing Cup in Belgien unterwegs und ist somit im neuen Jahr auch ein Teamkollege von Justin Kunz, der vergangene Woche seinen Vertrag für die ELITE2-Meisterschaft bei PK Carsport unterschrieb und den Wagen von Stienes Longin in der Nachwuchswertung bewegen wird.

JK Racing
2017 für PK Carsport am Start – Justin Kunz

Für Anthony Kumpen geht der Fokus jetzt aber ganz klar nach Daytona, wo er in der NASCAR Xfinity Series am kommenden Wochenende seinen zweiten Auftritt auf dem Daytona Superspeedway hinlegen wird. Vorher gibt Stienes Longin sein Debüt in einem Rennen zur ProLate Model Series auf dem New Smyrna Speedway unweit des großen Nudeltopfes in Florida.

Anthony Kumpen Daytona 2017 Xfinity
©Precision Performance Motorsports – 2017er Daytona Outfit für Anthony Kumpen

Marconi  Abreu – 2017 erneut für RDV am Start

Im europäischen Nascar-Ableger geht es international zu. Auch Fahrer aus Brasilien sind immer wieder in der Serie vertreten. Letztes Jahr gab Marconi Abreu sein Debüt, 2017 wird er nun wieder für die französische Mannschaft von RDV Competition an den Start gehen. Der Einstand mit Gesamtrang 2 in der Challenger Trophy der ELITE1-Wertung und dem gleichen Platz am Ende des Jahres in der Rookie-Wertung der ELITE2 war 2016 schon ordentlich, daher peilt der 37-Jährige Brasilianer wieder Podiumsplatzierungen an.

Marconi Abreu
©Nascar Whelen Euro Series – Marconi Abreu

„2016 hatte ich die Gelegenheit, in die NASCAR Whelen Euro Series einzusteigen und es war eine fantastische Erfahrung. Ich bin gegen viele gute europäische Piloten gefahren und habe mit RDV Competition ein großartiges Team gefunden. Franck Violas und sein Team sind extrem professionell und lieben ihre Arbeit“, so der sympathische Brasilianer. Der Einsatzwagen von Abreu wird übrigens das Meisterauto vom letzten Jahr – man hat den Kumpen-Boliden von 2016 übernommen, der seinerseits mit einem neuen Fahrzeug in die Saison startet.

Marconi Abreu NWES Nascar
©Nascar Whelen Euro Series – #47 Abreu -RDV

„Wir fahren einen ganz speziellen Boliden in diesem Jahr und wollen damit aufs Podium in der ELITE1 und ELITE2 kommen. Das wird sicher nicht einfach und uns viel Energie abverlangen. Die vielen Reisen zwischen Brasilien und Europa sind ein weiterer kritischer Punkt, daher werde ich in diesem Jahr mehr Zeit in Europa verbringen“, so Abreu. Die Saison des Brasilianers, der schon in seiner Heimat in der Stockcar-Serie unterwegs war, begann bereits im Februar mit Testfahrten in Fontenay Le Comte in Frankreich, wo er sich auf sein neues Arbeitsgerät einschießen konnte.

Marconi Abreu
©racing14.de – Abreu in Brands Hatch 2016

„Wir haben viel analysiert und einige Dinge gefunden, die wir vor Valencia noch verbessern müssen. Ich werde auf jeden Fall bereit sein, abzuliefern und bin in bester Verfassung, in und außerhalb des Autos“, gibt sich Abreu optimistisch vor dem Saisonstart. Im Teilnehmerfeld wird es anno 2017 noch enger zugehen, das kann man jetzt schon sagen.

Freddy Nordstrom – auch 2017 bei CAAL Racing

Ende Februar wird der Brite mit schwedischen Wurzeln 28 Jahre jung, kann aber schon auf 5 Jahre in der EuroNascar zurückblicken. Seit 2012 ist Nordstrom in der Serie vertreten und geht 2017 in seine 6. Saison. Viel Pech im letzten Jahr bei CAAL Racing verhinderten mehr Punkte. Vor allem auf dem Tours Speedway war Nordstrom aussichtsreich unterwegs, als eine Kollision mit Teamkollege Alon Day alle Hoffnung auf ein Ergebnis ganz vorne zunichte machte.

Freddy Nordstrom
©racing14.de

Nordstrom bleibt erstmals beim gleichen Team und ist bei CAAL Racing sicher mehr als gut aufgehoben, der Serien-Routinier sollte kommende Saison für Überraschungen gut sein. Es ist an der Zeit für eine Rückkehr aufs Podium.

Arianna Casoli – Pro Late Model Testfahrten

Und wieder zurück auf die andere Seite des Atlantiks. LadyCup-Gewinnerin Arianna Casoli aus Italien unternahm vergangene Woche ihre ersten Testfahrten in einem Late Model-Boliden. Auf dem Ovalkurs des New Smyrna Speedway unweit von Daytona war es NASCAR-Haudegen Mike Skinner, der ihr dabei half, sich mit den Gegebenheiten des Fahrzeugs und der Strecke schnell vertraut zu machen.

Arianna Casoli Pro Late Model
©Nascar Whelen Euro Series – Arianna Casoli

Casoli spulte mehr als 100 Runden ab und war beeindruckt von der Erfahrung. „Es war ein unvergessliches Erlebnis“, gab sie freudestrahlend zu Protokoll. So schnell kann es manchmal gehen, nachdem die Italienerin nach Auftritten im nationalen Seat-Cup eine Pause einlegte und Anfang 2016 erstmals in einen EuroNascar-Boliden kletterte, fand sie sich kein Jahr später im amerikanischen Oval wieder.

Ein Ziel, was viele Piloten verfolgen und was einem in dieser Form nur die Nascar Whelen Euro Series bieten kann. Auch für unseren deutschen Youngster, Justin Kunz aus dem badischen Appenweier, ein mehr als lohnenswertes Ziel. Und wer weiß, vielleicht dreht auch in naher Zukunft einmal ein junger deutscher Pilot auf einem amerikanischen Nudeltopf seine Runden. In diesem Sinne, Keep Racing!

Adria Raceway EuroNASCAR Grid 2016
©Nascar Whelen Euro Series
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