NASCAR – Kevin Harvick siegt in Kansas

Kevin Harvick
©Chris Graythen / NASCAR via Getty Images

Kevin Harvick ist der Sieger des Hollywood Casino 400 auf dem Kansas Speedway. Mr. “Where did he come from” ist eigentlich für unauffällige Rennen bekannt, um dann am Ende an der Spitze aufzutauchen. Diesmal kam er allerdings von der Pole, seine erste nach 7 Jahren! Und 138 Führungsrunden sprechen eine deutliche Sprache. Nach dem letzten Restart konnte er den Sieg ungefährdet vor Kurt Busch und Jeff Gordon nach Hause fahren.

Doch bis dahin war es ein etwas längerer Weg als sonst – sage und schreibe 15 Gelbphasen standen am Ende des Tages auf dem 1,5 Meilen Oval zu Buche. Nach dem Qualifying sanken die Temperaturen an den Folgetagen deutlich, dies blieb nicht ohne Folgen, da auch erstmals neue Reifen von Seiten Goodyears eingesetzt wurden. Eine Caution muss besonders erwähnt werden, lag die Ursache doch außerhalb der Strecke. Eine brennende Hecke vor den Zuschauerrängen sorgte für Rauchschwaden im Oval.

Man hatte einen verhaltenen Rennstart erwartet, was sich aber gleich in Kurve 1 von Runde 1 erledigte. Danica Patrick verlor ihren Wagen und zog auch David Reutimann und Cole Whitt in Mitleidenschaft. Für die Stewart-Haas Pilotin war das Rennen nach diesem Einschlag beendet. Die Busch-Brüder mussten beide aufgrund von Trainingsunfällen von hinten starten. Während Kurt Busch im Laufe des Rennens immer mehr Boden gutmachen konnte (Platz 2 nach Startplatz 41!), begann in Kurve 1 für seinen Bruder Kyle ein Rennen zum Vergessen. Beim Ausweichmanöver aufgrund des Unfalls von Patrick beschädigte er seinen Frontsplitter leicht, für das Handling und somit den weiteren Rennverlauf auf jeden Fall suboptimal. Nach ungefähr zwei Renndritteln übersah der Gibbs-Pilot den unter ihm fahrenden Juan-Pablo Montoya, ein Dreher war die Folge. Nur kurze Zeit später war dann endgültig Schluss, in Kurve 1 war nicht genügend Platz für die Nr. 18, es kam zu einer Berührung mit Carl Edwards und einem darauf folgenden Einschlag. Kyle Busch war nach dem Rennen sichtlich frustriert und auch ratlos – viel mehr als ein “Wir sind in Kansas”  war aus ihm nicht herauszubekommen. Dadurch verliert er natürlich in der Gesamtwertung massiv an Boden, er ist jetzt Meisterschafts-Fünfter und hat 35 Punkte Rückstand.

Kyle Busch Crash Kansas
©Ed Zurga / NASCAR via Getty Images

Stichwort Gesamtstand. Leader Matt Kenseth hatte während des ganzen Rennens stark mit dem Handling seines Toyota Camry zu kämpfen. Zu allem Überfluss handelte er sich auch noch eine Durchfahrtsstrafe ein, da er in der Box zu schnell war. Im hinteren Feld war es umso schwerer für ihn. Nach dem letzten Boxenstopp bekam man den Wagen wenigstens einigermaßen hin, so dass er am Ende mit Platz 11 Schadensbegrenzung betreiben konnte. Kenseth in Kansas hat also nicht wirklich gut funktioniert – sein Vorsprung auf Jimmie Johnson beträgt nur noch 3 Punkte.

Jimme Johnson sah lange Zeit wie ein sicherer Siegkandidat aus. Er konnte nach ungefähr 80 Runden die Führung von Harvick übernehmen, doch just in dem Moment, als er in die Box einbog, wurde eine Caution ausgerufen – Pech für den fünfmaligen Champion, der so einmal extra durch die Box musste. In der Folge konnte die Nr. 48 regelmäßig Boden gutmachen, der Hendrick-Chevy funktionierte besonders auf den Longruns perfekt. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis Johnson an der Spitze auftauchte. Doch die vielen Cautions machten diesen Plan zunichte. So war er kurz vor Schluss immerhin auf dem Weg zu Platz 5, als ein plötzlicher Leistungsabfall seines Wagens in der vorletzen Runde auftrat. Glück im Unglück, nur Carl Edwards ging noch an ihm vorbei und Platz 6 brachte ihn ganz nah an Matt Kenseth in der Gesamtwertung heran.

Ein Verlierer in Sachen Chase ist neben Kyle Busch sicherlich Ryan Newman, der Justin Allgaier bei einem Unfall nicht mehr ausweichen konnte und nur noch 12. im Chase ist. Gordon machte wieder Boden gut und ist jetzt Vierter. Überhaupt wirkte die Hendrick-Truppe wie auch schon in Dover stärker als die Gibbs-Toyota. Dale Earnhardt Jr. wurde 8., den gleichen Platz hält er jetzt auch im Chase. Einzig Kasey Kahne fiel mit Platz 15 etwas ab, ein ähnliches Bild wie in Dover.

Pit Stop Harvick
©Todd Warshaw / NASCAR via Getty Images

Für Stewart-Haas Racing war dies ein Rennen, was man besser schnell vergisst. Danica Patrick crasht in Runde 1, Ryan Newman verliert wertvollen Boden in der Gesamtwertung und auch für die #14 gab es kein gutes Ergebnis. Mark Martin trat kaum in Erscheinung, sein Fahrzeug wurde zusätzlich noch bei einem Unfall eines Konkurrenten mit in Leidenschaft gezogen, am Ende stand Platz 22 für ihn zu Buche.

Weiter geht es nächste Woche beim Flutlicht-Rennen in Charlotte, man darf gespannt sein, ob Kevin Harvick nun weiter aufholen kann – getreu dem Motto des Bundesstaates Kansas “Per aspera ad astra” – was so viel bedeutet wie “Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen” …

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