NASCAR – Nachlese Austin Dillon- Talladega

Austin Dillon Talladega
©John Harrelson / NASCAR via Getty Images

“Die Jungs haben mir gesagt: Komm bloß nicht ohne Lenkrad oder Trophäe zurück“, so Austin Dillon nach seinem zweiten Einsatz in der #14 von Stewart-Haas Racing im Sprint Cup dieses Jahr. Wie jeder NASCAR Fan weiß, gewinnt man in Talladega nicht, wenn man als Erster die weiße Flagge sieht. Das wusste auch Jamie McMurray. So gesehen war die Ausgangslage für Austin Dillon,  zu Beginn der letzten Runde an dritter Stelle liegend, gar nicht die schlechteste. Zumal er sich direkt hinter Superspeedway-Ass und Publikumsliebling Dale Earnhardt Jr. positioniert hatte. Dillon lenkte seinen Chevrolet SS bis zu dieser letzten Runde des 188 Runden langen Rennens mit Geduld und Gelassenheit über das 2,66-Meilen-Oval.

Junior und Dillon rasten die Gegengerade entlang und bereiteten sich gerade darauf vor, den führenden Jamie McMurray zu überholen, als der Viertplatzierte Ricky Stenhouse Jr. eine Bewegung nach unten machte. Dillon zuckte hinterher, um seine Position zu verteidigen und reihte sich sofort wieder in die Linie hinter Earnhardt ein, was Stenhouse auch instinktiv tat. Da passiert es. Die Nase von Stenhouse’s Ford hakte sich kurz unter den Stoßfänger von Dillon’s Chevrolet, der sich mitten im Pulk nach unten dreht. “Oh oh, das geht schief“, beschreibt Dillon seine Gedanken, als er die restlichen 35 Autos mit 200 Meilen auf sich zurasen sieht.

Das Drehmoment wirft ihn wieder zurück in Fahrtrichtung und einige Fahrer verfehlen ihn nur ganz knapp. Doch er trudelt direkt vor die Nase von Casey Mears’ Ford, der Dillon’s Chevy torpediert und in die Luft katapultiert. Die Position war nicht besonders komfortabel, wie Dillon beschrieb: “Ich habe die anderen Wagen unter mir durchfahren sehen. Es war wie in einer ziemlich coolen Achterbahn. Ihr kennt diese Kamera an dem Kabel auf der Zielgeraden? Genauso habe ich mich gefühlt.“ Gott sei Dank landet der Wagen relativ sanft auf den Vorderrädern, bevor er hart mit den Hinterrädern aufschlägt. Es ist ein Wunder, denn danach ist der Bolide immer noch fahrbar. Er hat alle Hände voll zu tun, sein havariertes Gefährt davon abzuhalten, in die untere Mauer einzuschlagen, währenddessen informiert er seine Crew über den Boxenfunk, dass alles in Ordnung sei und lenkt das Wrack direkt hinter der Boxengasse in die Garage.

“Die Jungs haben mir gesagt, entweder bringst du das Lenkrad zurück oder die Trophäe, Sie haben das Lenkrad bekommen, aber wir waren nah an der Trophäe“, bemerkt Dillon ziemlich gelassen und unberührt. Schlussendlich wird er mit einer Runde Rückstand als 26. gewertet.  “Der Bass Pro Shops/Mobil 1 Chevy war richtig schnell. Ich habe versucht der #88 (Earnhardt) am Ende zu helfen. Die #17 (Stenhouse)  hatte einen guten Lauf. So tauchten wir nach unten und als ich zurückkam, hat er mich berührt. Das war ein ziemlich wilder Ritt.“

Dillon Talladega-Race
©Rob Carr / NASCAR via Getty Images

“Man muss der NASCAR dafür danken, was sie in Sachen Sicherheit getan hat. Mir geht es gut und ich konnte sogar das Auto zurückbringen. Racing macht eine Menge Spaß, wenn du dich auf die Sicherheitsvorkehrungen verlassen kannst. Großen Dank auch an Bass Pro Shops, Mobil 1, Tony Stewart und jeden bei Stewart-Haas Racing, die mir diese tolle Möglichkeit gegeben haben. Das war eine tolle Sache, die weiße Flagge in Talladega zu sehen und zu wissen, dass auch der Sieg möglich ist.“

Austin Dillon’s Leistung in Talladega war ziemlich beeindruckend. Der Auftritt auf dem Superspeedway in Alabama war erst der zwölfte Sprint Cup Start für den Dreiundzwanzigjährigen. Vier makellose Boxenstopps konnte Dillon ebenfalls absolvieren, wo auch viele erfahrene Piloten Probleme mit hatten. “Mein Ziel ist es, im nächsten Jahr die gesamte Saison im NASCAR Sprint Cup zu fahren“, meint Dillon und fügt hinzu, “deshalb muss ich dieses Jahr so viel Erfahrung wie möglich im Cup sammeln, um den Schritt zu machen.“ Da kann man nur respektvoll sagen: Mission erfüllt!

 

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