NASCAR – Ein Kulturphänomen in den USA

NASCAR USA Victory Lane
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Egal ob Kampfkunst, Spiele oder Rennen – die Menschen lassen sich seit jeher von Sportevents begeistern. In den Vereinigten Staaten konnte sich eine Rennsportart in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts besonders schnell entwickeln – die NASCAR (National Association for Stock Car Auto Racing).

Die höchste NASCAR-Liga ist die Monster Energy NASCAR Cup Series. Die zweithöchste Rennserie ist die Xfinity Series und die Camping World Truck Series wird mit frisierten Pick-up-Trucks gefahren.

NASCARs Anfänge und Entwicklungen

Autorennen sind so alt wie Autos selbst. Bereits während der Prohibition (1920 bis 1933) lieferten sich Alkoholschmuggler haarsträubende Verfolgungsjagden über Schotterpisten in frisierten Autos mit der Polizei. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich immer mehr Menschen, um auf Feldern und später auf Rennstrecken und Stränden in ihren Autos gegeneinander anzutreten.

Diese Rennen wurden in Serienautos (Stock Cars) gefahren, woher auch der Name stammt. Die Autos von heute sehen den Serienmodellen von außen noch immer sehr ähnlich. In ihrem Inneren befindet sich ein Gitterrahmen. Die Autos, die zum Einsatz kommen dürfen, werden streng reglementiert.

Zum offiziell Verband wurde NASCAR dank Bill “Big Bill” France senior, der den Verein 1947 ins Leben rief. In den 70er Jahren wuchs NASCARs Popularität gewaltig. In diesem Jahrzehnt stellte auch Richard “The King” Petty, der beste NASCAR-Fahrer aller Zeiten, seinen Rekord auf. Zusammen mit Dale Earnhardt und Jimmie Johnson ist er einer von nur drei Fahrern, die die Cup-Serie sieben Mal gewinnen konnten. Seine Rekordzahl von 200 Siegen konnte bisher noch nicht geschlagen werden.

NASCAR Chicago Smoke on track
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NASCAR als Teil der Kultur

Die Amerikaner lieben NASCAR. In Las Vegas gab es sogar einmal ein NASCAR-Café im Sahara Hotel/Casino. Das Hotel wurde jedoch mittlerweile leider abgerissen. Man kann diese Experience vom NASCAR-Café nur schwer nachempfinden, weshalb es sich durchaus lohnt, die Rennbahn einmal live zu besuchen. Außerdem kann man heute ganz bequem online oder über sein Handy Wetten abschließen, wer die diesjährige Saison gewinnen wird.

In den USA bedeutet ein NASCAR-Event ausverkaufte Rennstrecken und Millionen von Zuschauern, die das Rennen gebannt vor dem Bildschirm mitverfolgen. Doch warum lieben die Amerikaner NASCAR so sehr?

Lucas Oil 225 - Truck Series Chicagoland
©racing14.de – Truck Series

Anders als bei der Formel-1 werden bei NASCAR-Rennen keine Hightech-Autos eingesetzt. Unter der Haube stecken stattdessen V8-Motoren mit 6 L Hubraum. Mit den Straßenautos kann sich das Publikum identifizieren. Bei einem Tempo von 350 km/h liefern sich die Wagen ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen auf den ovalen Rennstrecken. Man kann jede Kurve live mitverfolgen und die Stimmung kann sich richtig aufheizen. NASCAR-Rennen ähneln einer Party mit viel Show und Unterhaltung. Auch der recht verruchte Ursprung macht NASCAR-Events so beliebt. So haben NASCAR-Fahrer bis heute den Ruf, harte Kerle zu sein, wobei es mittlerweile auch zahlreiche, erfolgreiche weibliche Fahrer gibt.

Zwar sind NASCAR-Rennen vor allem in den USA beliebt, doch es gibt auch Fans in Deutschland. Bis vor einigen Jahren war dieser Rennsport ein echtes Mauerblümchen, doch 2006 änderte sich das, als europäische Rennfahrer wie Juan Pablo Montoya und Jacques Villeneuve zur NASCAR wechselten. Von der großen Popularität, die diese Rennen in den USA genießen, sind sie in Europa nach wie vor weit entfernt.

Wie sieht die Zukunft für NASCAR aus? In den Vereinigten Staaten boomt der Motorsport immer noch. In anderen Ländern hat er jedoch so seine Probleme. Es bleibt weiterhin offen, ob die rauen Rennen bald auch europäische Stadien füllen werden, ein erster Schritt ist jedoch mit dem europäischen Ableger der NASCAR-Serie, der EuroNascar, dazu schon erfolgt.

NASCAR Siege feiern...
©racing14.de – so feiert man Rennsiege
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