NASCAR Sprint Cup 2015 – It´s Kyle Busch

Kyle Busch - Homestead 2015
©Mike Ehrmann/NASCAR via Getty Images -Kyle Busch

Bei Toyota knallten nach dem diesjährigen Saisonfinale des NASCAR Sprint Cups die Korken. Mit dem Sieg beim letzten Lauf in Homestead bei Miami krönte sich Kyle Busch zum ersten Meister der obersten NASCAR-Liga, der einen Toyota Camry sein Eigen nennt.

Der Mann am Steuer der Startnummer #18 von Joe Gibbs Racing war zu Beginn des Jahres alles andere als ein Titelkandidat, nachdem er sich vor dem Sprint Cup Auftakt in Daytona beim Rennen der Xfinity Series schwer verletzte. Busch brach sich das rechte Bein und den Mittelfuß – im Zusammenhang mit den NASCAR-Playoffs, dem Chase, war der Name fortan aus den Notizbüchern verschwunden.

11 Rennen musste der 30-Jährige aus Las Vegas pausieren, bevor er wieder in das Lenkrad seines Gibbs-Toyotas greifen konnte. Die Top30 der Fahrerwertung und ein Sieg war fortan das Ziel von Busch, um am Chase teilnehmen zu dürfen. Beides schaffte er mit Bravour – nach dem ersten Saisonerfolg in Sonoma folgten sogar noch 3 weitere, die den Gibbs-Piloten in den Chase beförderten.

NASCAR Champion 2015 - Kyle Busch - #18
©Chris Graythen/NASCAR via Getty Images – Champion 2015: Kyle Busch

In Homestead lief die #18 genau zum richtigen Zeitpunkt ausgezeichnet, auch Vorjahreschampion Kevin Harvick in Diensten von Stewart-Haas Racing konnte nicht folgen und musste sich mit Rang 2 begnügen. Kyle Busch ist sicher ein verdienter Titelträger, das steht vollkommen außer Frage. Im Laufe seiner Karriere hat er überall Siege reihenweise eingefahren – Truck Series, Xfinity Series und auch im Sprint Cup, doch zum Titel hat es nie gereicht. 2015 konnte er mit seinem überragenden Comeback mehr als überzeugen – die Trophäe des Nascar Sprint Cup hat einen verdienten Abnehmer gefunden.

Ist allerdings der NASCAR Sprint Cup noch ein klassisches Championat? Das muss man verneinen – den Chase gibt es non schon seit ein paar Jahren, doch erst in den letzten zwei Jahren gilt das nun bekannte Format. Playoffs haben im Motorsport nichts zu suchen, NASCAR macht es trotzdem. Kurzfristig machen die Verantwortlichen damit alles richtig. Die Aufmerksamkeit steigt, nachdem im Vorjahr auch mal gern die Fäuste zwischen dem ein oder anderen Piloten neben der Piste flogen, ging es dieses Jahr direkt auf der Strecke härter zu. Das Duell, nein besser, die Fehde Matt Kenseth gegen Joey Logano brachte der NASCAR unterm Strich reichlich Publicity. Das Playoff-Format zehrt deutlich mehr an den Nerven der Fahrer, das ist in den letzten Jahren sichtbar.

Homestead Miami Speedway
©Jonathan Ferrey/NASCAR via Getty Images – Homestead Miami Speedway

In Homestead waren es neben Kyle Busch und Kervin Harvick noch Jeff Gordon und Martin Truex Jr., die um den Titel mitfuhren. Für Gordon wäre es in seiner Abschiedssaison natürlich ein Traum gewesen, endlich doch noch seinen 5. Titel einzufahren, doch dies blieb am Ende ebenso verwehrt wie ein Sieg von Überraschungsmann Truex Jr.

Über 30 Rennen lang geht der Kalender des NASCAR Sprint Cups. Und im jetzigen Format befinden sich im letzten Rennen der Saison noch 4 Fahrer mit der Chance auf den Cup-Gewinn. Ein Rennen entscheidet am Ende, in Homestead sollte man also als Titelanwärter immer gut zurechtkommen. Der Beste der Vier gewinnt den Pott an diesem Tag, egal wie das Jahr vorher aussah. Der Show tut das sicherlich gut, ob man den NASCAR Sprint Cup aber noch Meisterschaft nennen sollte, lasse ich einmal dahingestellt. Kurzfristig gut für die Show, langfristig aus sportlicher Sicht höchst fragwürdig. In diesem Sinne, Keep Racing!

The Final Four 2015
©Chris Trotman/NASCAR via Getty Images – #4 #18 #24 #78 – „The Finale Four“ 2015
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