N24h – Mit Lexus durch die Grüne Hölle

Lexus Deutschland Nürburgring

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24 Stunden Nürburgring – Ein Lexus-Erlebnis

Die 24 Stunden auf der Nürburgring Nordschleife sind und bleiben ein absolutes Highlight im Motorsport-Kalender. Dabei lohnt es sich gerade in den letzten Jahren, den Blick auf die Wertungsklassen fernab der GT3-Boliden an der Gesamtspitze zu werfen. Jenseits der Balance of Performance gab es auch 2017 wieder spannende Duelle in den einzelnen Klassen.

In der SP3T (1,6- bis 2,0-Liter-TurboMotoren) kämpften in diesem Jahr beispielsweise Lexus, Hyundai, Subaru und Audi um den Klassensieg bzw. darum, 24 Stunden in der Grünen Hölle zu überstehen. Die Mannschaft von Toyota Gazoo Racing war zum 11. Mal in Folge bei der Hatz zweimal rund um die Uhr vertreten – im Gepäck hatte sie wieder den Lexus RC, der im Vorjahr nach Problemen mit dem Antrieb die Zielflagge nicht sah. Das sollte in diesem Jahr anders werden.

Bevor aber die Startnummer #170 mit dem rein japanischen Quartett Takuto Iguchi, Takamitsu Matsui, Naoya Gamo und Hisashi Yabuki auf die Reise geschickt wurde, hatte ich an diesem Samstag eine ganz besondere Ehre.

Lexus Hatzenbach

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Im Lexus über die Nordschleife – 24h-Prolog

Ungewöhnlich heiße Temperaturen herrschen an diesem Samstag in der Eifel. Das ist man aus den letzten Jahren nun wirklich nicht gewohnt und das soll noch einige im Rennen vor ungewohnte Reifenprobleme stellen. Während sich nach und nach das Fahrerlager und die Tribünen rund um die Strecke füllen und das Knistern vor dem Start des Langstreckenklassikers in der Luft liegt, mache ich mich auf zum Hatzenbach.

Hier begrüßt mich eine ganze Lexus-Armada – es ist Korso-Zeit kurz vor dem 24h-Rennen. Das hat natürlich nicht nur die Toyota-Tochter vor, sondern auch noch einige andere Hersteller. Daher müssen wir noch ein wenig warten, bevor sich der Tross in Bewegung setzen darf. Unterwegs im Lexus LS reihen wir uns ein und werden erstmal bis zur Zufahrt an der Nordschleife geleitet.

Lexus LS

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Geduld brauchen wir, für dieses besondere Erlebnis bringt man aber die gerne auf. Aus der Ferne erkenne ich, dass sich gerade einige BMWs aufreihen, um das Gleiche zu tun. Danach folgt noch Hyundai, angeführt von einem WRC-Boliden. Dann setzt sich aber auch unser Lexus-Korso schließlich in Bewegung – im Rückspiegel zeigt sich, dass wir noch einige Modelle der Marke im Schlepptau haben.

Dann sind wir schließlich auf dem heiligen Asphalt der Grünen Hölle, die kurze Zeit nach uns zum Schauplatz eines der wichtigsten Rennen des Jahres werden wird. Kaum vorstellbar, wie sich hier die GT3-Schwergewichte im Zentimerabstand bei hohen Geschwindigkeiten duellieren, ganz zu schweigen von den anderen Klassen, die im Rückspiegel immer ein Auge auf die schnelleren Boliden haben müssen. Das Ganze dann auch noch bei Nacht – das scheint in diesem Moment, als wir über die schönste Rennstrecke der Welt fahren, fast unmöglich.

Lexus Nürburgring Nordschleife

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Aus der Streckenperspektive empfindet man sofort deutlich mehr Respekt für die Akteure, die sich hier – im Idealfall – 24 Stunden ein Stelldichein geben und das natürlich in einem ganz anderen Tempo. Über die Nordschleife kann man oft fahren, vor dem 24h-Rennen ist es aber rund um die Strecke bestens gefüllt. Wir winken den zahlreichen Zuschauern zu – man spürt diese außergewöhnliche Atmosphäre. Wir haben uns um kurz nach 14 Uhr auf die Strecke begeben, der Start des Rennens ist nicht mehr weit – die Vorfreude auf das Motorsportevent des Jahres in der Eifel ist greifbar.

Für uns geht diese besondere Runde viel zu schnell vorbei – für die meisten Zuschauer bleiben wir eine Randnotiz, doch über die Nordschleife bei dieser Atmosphäre zu fahren, war unbeschreiblich. Nach dem Verlassen des Rings müssen wir uns nun auch alle sputen, schließlich ist es nicht mehr lang hin bis zum Start und die Wege rund um die Nürburg können an diesem Wochenende schon mal lang werden.

Mit Lexus in der Grünen Hölle

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Die 24 Stunden für den Lexus RC

Um 15.30 Uhr ist es dann soweit, das Feld geht auf die Reise. Erstmal die GT3-Boliden, kurz danach der Lexus RC. Jetzt sind die Profis am Werk. Die ersten Rennminuten kann das japanische Quartett problemlos abspulen. Kurze Zeit später geht es für mich in die Box von Toyota Gazoo Racing, unter fachkundiger Leitung von Isolde Holderied, die unserer Truppe einen genaueren Blick auf die Mannschaft rund um die Startnummer #170 ermöglicht.

Der Einsatz bei den 24 Stunden hat für das Team eine ganz besondere Bedeutung. Am Auto kommen Mitarbeiter aus der Toyota-Zentrale zum Einsatz, die eine gewisse Zeit in Europa verbringen und in diesen Wochen ihre ganze Aufmerksamkeit auf den Auftritt in der Grünen Hölle lenken.

Isolde Holderied

©sba-fotografie.de – Teamchef und Isolde Holderied

Der Klassensieg hat nicht die oberste Priorität. Man will den Mechanikers aus Fernost das Verständnis für den Motorsport näherbringen. Zudem stand im Lastenheft, die Probleme des Vorjahres zu lösen, wo man lange kämpfte, aber aufgeben musste. Bei den VLN-Läufen zuvor hatte sich der RC aber bestens aufgestellt gezeigt und auch bei den 24 Stunden 2017 lief der Bolide ohne größere Probleme.

Als der Lexus RC zum Boxenstopp hereinkommt, geht es plötzlich ganz schnell. Die Mechaniker sind in Bewegung, jeder Handgriff sitzt, wie ein gut eingespieltes Orchester erledigt man alles Notwendige und schickt den Boliden wieder zurück auf den Ring. Die Reifen spielen in diesem Jahr nicht so eine entscheidende Rolle wie an der Spitze des Feldes, für den Lexus gibt es aber bei jedem Stopp einen frischen Satz.

Lexus RC Boxenstopp

©sba-fotografie.de – jeder Handgriff sitzt

Am Steuer der Nr. #170 sitzt in diesem Moment übrigens der offizielle Toyota-Testfahrer. Damit er überhaupt bei den 24 Stunden an den Start gehen durfte, musste er in der VLN in diesem Jahr nochmal in einem Toyota GT86 ausrücken, vorher fehlten ihm sage und schreibe 2 Runden zum Erwerb des Nordschleifen-Permits. Über manche Regelung kann man sich nur noch wundern, doch auch dieses Hindernis hat die Mannschaft überwunden.

Der Bolide lief wie ein Uhrwerk, am Ende erreichte man den zweiten Rang in der Klasse SP3T. Man wird nächstes Jahr sicher wieder dabei sein, die sympathische Truppe passt einfach zum 24h-Rennen, man merkt die Leidenschaft, die man auch braucht, um sich im Mai jedes Jahr wieder der Herausforderung 24 Stunden zu stellen. In diesem Sinne, Keep Racing!

PS: Mit dabei auf der Nordschleife war auch Nicole von Auto-Diva – ihre Erlebnisse bei dem Prolog zu den 24 Stunden 2017 findet ihr hier.

Disclosure: Ich wurde von Lexus zur Prolog-Tour eingeladen. Vielen Dank dafür, meine Meinung und Berichterstattung bleiben davon unbeeinflusst.

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Fotos  © sba-fotografie.de, racing14.de, David Lemanski via Toyota Deutschland

  • Genau so war es! Wirklich schön, dass wir uns im Rahmen des Lexus-Events als „Kollegen“ kennen lernen konnten und in der Boxengasse aus den Benzingesprächen fast nicht mehr heraus kamen.
    Danke für den Hinweis auf meinen Artikel, darüber habe ich mich sehr gefreut!
    Nicole (aka Auto-Diva)

    • racing14.de

      Das fand ich auch :)