Nürburgring Rennbericht – Samstag –

Borja Garcia - NWES - Whelen Euro Nring - ring200
©NASCAR Whelen Euro Series – Sieg für Borja Garcia

ELITE1-Rennen Whelen Euro Series – Debütsieg von Borja Garcia

Heute war es dann soweit, die ersten Rennen der NASCAR Whelen Euro Series auf dem Nürburgring im Rahmen des ADAC Truck Grand Prix standen an. Zur Mittagszeit ging es bei mehr als heißen äußeren Temperaturen auf die Kurzanbindung des Nürburgrings. Ander Vilarino konnte am Start seine Pole Position noch in die Führung umsetzen, kurz vor dem Abzweig der Kurzanbindung scherte aber dann sein Landsmann Borja Garcia aus und setzte sich mit einem gewagten Manöver an Vilarino vorbei. Hier hätte der Champion die Tür durchaus noch mehr „zu“ machen können, war aber vom Manöver sichtlich etwas überrascht. Über die Konstanz im Rennen wollte er sich seinen Landsmann wieder greifen, der aber erstmal den Abstand leicht vergrößern konnte.

NASCAR Whelen Euro - The Pack -
©NASCAR Whelen Euro Series – gut gefülltes Starterfeld

Dahinter folgten Frédéric Gabillon und Anthony Kumpen, der zu Rennbeginn an Freddy Nordström vorbeiziehen konnte. Die Freunde darüber wehrte beim Belgier nicht lange. Das Gaspedal blieb zweimal im Rennverlauf noch hängen, so konnte er die Ideallinie natürlich nicht halten und verlor den Platz wieder an Nordström, der mit Rang 4 am Ende auch die Juniorkategorie für Fahrer unter 25 Jahre für sich entscheiden konnte. Das Trio an der Front konnte sich leicht absetzen, schob sich mit zunehmender Renndauer wieder recht eng zusammen, an einen Überholversuch war aber für Vilarino nicht zu denken, der damit beschäftigt war, seinen Dauerrivalen Gabillon hinter sich zu halten.

Dominic Tiroch -Fabrizio Armetta
©Photodesign N.Loewy – Zweikmapf Tiroch/Armetta – hier war die Welt noch in Ordnung

Weiter hinten im Feld ging es derweil hart zur Sache. Bas Leinders – für RCP/Marc VDS ist der Ring ja auch irgendwie die zweite Heimat – wurde bereits in der zweiten Kurve der ersten Runde umgedreht und wurde am Ende nur als 18. gewertet. Hart gekämpft – das hat auch Dominic Tiroch vo Renauer Motorsport, der zu Beginn an den Top10 schnupperte. Lange sah er grün-lila vor sich, will heißen, die Startnummer #88 des italienischen Eurokart-Teams, am Steuer hier Simone Monforte. Letzter landete im Ziel auf Rang 11, ein toller Erfolg für die sympathische Truppe.

Das es für Tiroch nicht zu diesem Rang gekommen ist, lag am Duell mit dem Italiener Fabrizio Armetta in Diensten von CAAL Racing. Lange Zeit konnte er Armetta hinter sich halten, Ende Start-Ziel verlor Tiroch dann alllerdings bei einem Kontakt die Kontrolle über den Boliden mit der #86. Immerhin konnte er weiterfahren und das Rennen als 14. und somit Zweiter der Challenger-Trophy beenden.

Für Armetta endete der Kontakt erst mit einem leichten Schaden, worauf der Reifen hinten links in Mitleidenschaft gezogen wurde. Nach einer halben Runde sah es aber so aus, als hätte sich das Problem erledigt. Das dem wohl nicht ganz so war, zeigte sich dann kurz später. Erst „parkte“ Hugo Bec seinen Boliden in der NGK-Schikane im Kiesbett, dann gesellte sich Armetta dazu – Folge: Safety Car. Da das Rennen sich bereits in der Endphase befand, erlebten wir leider einen Zieleinlauf unter gelber Flagge. Dennoch, ein mehr als verdienter erster NASCAR Whelen-Euro Sieg für Borja Garcia.

NASCAR Whelen Euro Series - Podium Elite1
©racing14.de

„Das Rennen lief vom Start weg sehr gut. Ander unterlief ein kleiner Fehler, so daß ich auf ihn auf der Innenseite überholen konnte. Ich denke, er hat mich nicht gesehen, da wir einen leichten Kontakt hatten. Wir mussten das ganze Rennen am Limit fahren“, so Debütsiger Garcia nach dem Rennen.

Das komplette Rennergebnis des 1. Rennes der ELITE1-Meisterschaft gibt es HIER nachzulesen, in der Meisterschaft liegt weiter Vilarino vor Kumpen (-12 Punkte), neuer Dritter ist nun Garcia mit 22 Punkten Rückstand.

Was war sonst noch? Victor Guerin – auch von weit hinten gestartet – rollte das Feld schnell auf. Nach ein paar Runden tauchte der Brasilianer mit seiner Nr. #82 bereits an Position 11 auf. Leider unterlief ihm ein Schaltfehler, der ihn in einen Dreher zwang. „Mein Fehler“ zeigte der für das Team Brazil startende Pilot sich nach dem Rennen einsichtig. Für Bert Longin ging es langsamer nach vorne als gehofft. Der neue Motor hielt diesmal und aufgrund der zahlreichen Reibereien landete er noch auf dem 12. Gesamtrang. Mathias Lauda – in Tours noch Sieger im Sonntagsrennen – beendete das Rennen auf dem 8. Rang vor Anthony Gandon und DF1-Teamkollege Christophe Bouchut.

Die schnellste Runde im Rennen – wir sind es auch in diesem Jahr gewohnt – lieferte uns aber, wie gehabt, der Meister persönlich ab. Somit sicherte sich Ander Vilarino die zweite Pole Position des Wochenendes und geht erneut von Startplatz 1 dann ins Sonntagsrennen.

NWES Whelen Euro Truck GP Grid Girl
©racing14.de

ELITE2-Rennen Whelen Euro Series – weiterer Debüterfolg – Sieg für Thomas Ferrando

Auch das Rennen der ELITE2-Meisterschaft hatte es in sich kann ich nur sagen. Eins der Rennen die beweisen, dass die Whelen Euro Series einfach nur guten Motorsport bietet und das ist immer noch das wichtigste. Zurück zum Start. Unser Pole-Sitter Thomas Ferrando (Frankreich) hatte einen, sagen wir mal, etwas verhaltenen Start und fand sich bald nur noch auf Position drei hinter dem spanischen Youngster Salvador Tineo Arroyo und Philipp Lietz wieder.

Philipp Lietz ELITE2
©Photodesign N.Loewy – Klasse Start von Philipp Lietz / Renauer – blieb leider unbelohnt

Letzter konnte kurz nach dem Start sogar die Führung übernehmen, musste sich im Laufe der ersten Runden aber Tineo Arroyo und Ferrando geschlagen geben. Doch es kam für den Österreicher noch schlimmer. Denis Dupont schickte den Fahrer von Renauer Motorsport in einen Dreher. Die daraufhin verhängte Strafe brachte Lietz natürlich recht wenig,der weit zurückfiel.

Unterdessen schnappte sich Ferrando den spanischen Nachwuchspiloten, der ihm aber dicht auf den Fersen blieb. Dahinter hatte sich der Meisterschafstführende Maxime Dumarey mittlerweile auf Rang 3 vorgearbeitet. Das Trio lag schon recht eng zusammen, als Dupont nach seinem Penalty im Kies mit rauchenden RCP/Marc VDS Racing-Boliden eine Safety Car-Phase auslöste. Nach dem Restart mit verbleibenden 6 Rennminuten sahen die Zuschauer Rennaction vom Feinsten.

Ferrando ELITE2
©NASCAR Whelen Euro Series – Zieleinlauf ELITE2

Dumarey konnte sich auf Rang 2 nach vorne schieben und touchierte dann Ferrando hinten. Den fast sicheren Dreher konnte dieser aber mit einer Fahrzeugbeherrschung allererster Güte noch retten. Tineo Arroyo nutze die Gunst der Stunde und schob sich wieder auf Rang 2 nach vorne. Der Spanier wollte noch mehr, doch Ferrando bewies Nerven und gewann knapp in einem mehr als unterhaltsamen Rennen.

„Ich hatte einen schwierigen Start, da ich ein wenig Probleme mit dem Getriebe hatte, aber immerhin konnte ich die Führung nach der ersten Runde behaupten. Es ist hier sehr schwer von hinten zu starten und sich durchs Feld zu arbeiten. Das Rennen von vorne in Angriff nehmen zu können macht alles natürlich viel einfacher und unser Auto war einfach perfekt“, so Ferrando.

Für den erst 16 Jahre alten Franzose war es der erste Sieg in seiner Debütsaison. Damit liegt er in der Meisterschaft nur noch vier Punkte hinter Maxime Dumarey. Keine Frage, der Zweikampf der beiden beherrscht die ELITE2-Wertung, Ferrando hat in der Eifel gezeigt, was für ein Talent in ihm steckt. Ferrando konnte sich auch die schnellste Rennrunde sichern, so daß ihm auch die Pole Position für Lauf 2 zusteht.

Thomas Ferrando
©NASCAR Whelen Euro Series – strahlender Sieger – Thomas Ferrando

Philipp Lietz wurde nach seinem unverschuldeten Dreher noch guter Siebter, gefolgt von Francesca Linossi für DF1 Racing auf Rang 8. Ebenfalls ein starkes Rennen fuhr Stienes Longin, der die Startnr.#11 von PK Carsport auf Rang 9 ins Ziel brachte, nachdem er das Rennen von der letzten Position aufnehmen musste. Das Rennergebnis findet ihr hier.

Top3 NWES ELITE2 ring200
©racing14.de – Top3 ELITE2

Morgen geht es in der Eifel weiter in Sachen NASCAR Whelen Euro Series – das Rennen der ELITE1 startet um 10:05h, das der ELITE2 um 14:00h. Keep Racing!

Share: Beitrag teilen