Nürburgring Rennbericht – Sonntag –

Grid Girl - Gabillon
©racing14.de

ELITE1-Rennen Whelen Euro Series – Frédéric Gabillon 6. Sieger des Jahres

Frédéric Gabillon war der lachende Dritte eines spanischen Zweikampfes an der Spitze des Sonntagsrennens der ELITE1-Meisterschaft. Ander Vilarino konnte sich mit der schnellsten Rennrunde von gestern die Pole-Position sichern, gefolgt von Gabillon und Vortagessieger Garcia. Dieser machte nach dem Start direkt wieder Boden gut, ging an Gabillon vorbei und zog in Runde 2 an gleicher Stelle wie gestern an Vilarino vorbei. Hart ging es zwischen den beiden aber danach zur Sache, der amtierende Champion war nicht gewillt, diesen Sieg erneut seinem spanischen Landsmann zu überlassen. Bei diesen Zweikampf wurde es dann zu eng. Ausgangs der Mercedes-Arena kam es zum Kontakt, als Folge schlug Vilarinos Nr. #2 TFT-Chevrolet hart ein und der Champion musste einen Nuller verbuchen.

Ander Vilarino Nürburgring
©NASCAR Whelen Euro Series – Nuller für Ander Vilarino

Frédéric Gabillon konnte die Situation nutzen und die Führung übernehmen. Der Crash von Vilarino führte zwangsläufig zum Einsatz des Safety Cars. Nach der Freigabe des Rennens war gegen den Franzosen, der sein letztes Rennen Ende 2013 in LeMans gewinnen konnte, kein Kraut gewachsen. Sukzessive baute er seinen Vorsprung aus und gewann vor Borja Garcia und Anthony Kumpen, der nach zahlreichen Problemen an seinem PK Carsport-Boliden (Kupplung, Gaspedal) mit dieser Podiumsplatzierung die Führung in der Meisterschaft übernehmen konnte.

Start Elite1 Sunday
©NASCAR Whelen Euro Series – Start ELITE 1 Sonntag

Gleich in der ersten Kurve war man sich in der ELITE1 allerdings so gar nicht einig. Victor Guerin, der von Startplatz 9 aus ins Rennen ging, fand sich eingeklemmt zwischen Freddy Nordström und Mathias Lauda wieder. Letzterer zog leicht nach links, wurde dadurch von Guerin berührt und traf Nordström, der zwar weiterfahren konnte, dessen Chance auf ein gutes Resultat aber damit zunichte war. Lauda konnte weiterfahren und kam mit Rang 11 am Ende einen Platz hinter seinem DF1-Kollegen Christophe Bouchut ins Ziel. Beide waren in zahlreiche Kämpfe verwickelt, bei diesem Duo hing am Ende des Rennens mehr von der Karosserie weg als das, was noch am Boliden war.

Guerin erhielt im übrigen eine Durchfahrtsstrafe, die für den sichtlich enttäuschten Brasilianer vollkommen unverständlich war. Generell war der Youngster vom Team Brazil sehr enttäuscht : „Ein Wochenende zum Vergessen“, so sein Kommentar. Speed hat er auf jeden Fall, aber wenn man einmal kein Glück hat, kommt halt auch noch Pech dazu.

Podium ELITE1 Sunday Ring
©racing14.de – Podium Sonntag ELITE1

Ganz viel davon hatte auch die Truppe von Racing Club Partners/Marc VDS Racing. Auf den Plätzen 4 und 5 liegend mussten am Ende sowohl Bas Leinders als auch Markus Palttala mit technischen Problemen die Segel streichen. Ganz bitter, denn auch eine Podiumsplatzierung lag auf dem fürs Team heimischen Nürburgring noch im Bereich des Machbaren. Dominic Tiroch beendete das Wochenende in der ELITE1-Wertung für Renauer Motorsport auf dem 15. Rang, Bert Longin kämpfe sich ebenfalls nach zahlreichen Problemen am Wochenende noch auf den 8. Rang vor. Fabrizio Armetta gewann erneut die Challenger-Trophy, der italienische Haudegen fuhr ein bravouröses Rennen, das sogar mit Gesamtrang 4 belohnt wurde.

Gabillon derweil konnte am Ende einen Vorsprung von fast 3 Sekunden herausfahren und lief zu keiner Zeit in Gefahr, den Sieg zu verlieren. „Es war hart, da die Strecke sehr rutschig war. Es tut mir leid für Ander, ich hatte viel Pech in Tours und weiß, wie sich das anfühlt. Er hat es sicher nicht verdient, das sein Wochenende auf diese Art endet. Ich freue mich aber für mein Team, sie haben einen tollen Job gemacht. Das ist das letzte Rennen meines Crew Chief und es ist schön, ihn so zu verabschieden“, so der Franzose.

Frederic Gabillon - ELITE1
©racing14.de – Frédéric Gabillon

In der Juniorwertung setzte sich am Sonntag Nicolo Rocca durch vor Eddie Cheever, der am Wochenende zwar gut unterwegs war, für den es aber nach ganz vorne nicht gereicht hat.

Das Gesamtergebnis von Lauf 2 der ELITE1 am Ring gibt es hier. In der Meisterschaft liegt nun Kumpen mit 318 Punkten vor Vilarino (311), Garcia (310), Gabillon (308) und Mathias Lauda mit 295 Punkten. Bei der nächsten Veranstaltung auf dem italienische Kurs des Autodromo dell´Umbria in der Nähe von Magione am 20. und 21. September werden dann wie beim Finale in LeMans doppelte Punkte vergeben. In der Meisterschaft ist also noch alles weit offen.

Ferrando ELITE2 - Sunday
©NASCAR Whelen Euro Series – Doppelsieger Ferrando

ELITE2-Rennen Whelen Euro Series – zweiter Sieg in Folge für Thomas Ferrando

Thomas Ferrando heißt der Doppelsieger an diesem Rennwochenende in der Eifel. Dabei begann das zweite Rennen der ELITE2-Wertung für den Nachwuchspiloten erneut recht schleppend. Am Start wurde seine Nr. #22 erneut, trotz Pole-Position, kassiert. So musste sich der Franzose hinter dem Spanier Salvador Tineo Arroyo, Maxime Dumarey und Gianmarco Ercoli  anstellen, der die Führung übernahm.

Ferrando kämpfe sich auf die zweite Position zurück, biss sich aber die Zähne am jungen Italiener aus. Nach 8 Runden musste sich Ercoli dann aber leider aus dem Zweikampf um den Sieg verabschieden, er rollte mit technischen Problemen aus. So erbte der französische Youngster die Führung, die er bis zum Ziel nicht mehr abgab und so ein für ihn perfektes Wochenende abschließen konnte.

„Ich hatte wieder einen schwierigen Start und in den ersten Runden hatte ich mit den Bremsen sehr zu kämpfen. Heute morgen habe ich nicht daran gedacht, einen Doppelsieg einfahren zu können, dadurch konnte ich aber wertvolle Punkte in der Meisterschaft gutmachen“, so unser Eifel-Doppelsieger des Wochenendes. Das ist etwas untertrieben, nach dem Nürburgring führt der erst 16-jährige die ELITE2-Meisterschaft nun nämlich an, wenn auch nur mit 2 Punkten vor Dumarey, Lietz bleibt Dritter. Die akutellen Meisterschaftsstände gibt es HIER.

Thomas Ferrando - ELITE2
©racing14.de

Hinter ihm lieferten sich Maxime Dumarey (#24, PK Carsport) und Salvador Tineo Arroyo (#4, Ford Autolix) ein hartes Duell um den zweiten Rang. Erst in der letzten Runde konnte Tineo Platz 2 erobern und den Konter des Belgiers erfolgreich abwehren. Mit Respektabstand dahinter lief Philipp Lietz für Renauer Motorsport ein, ein mehr als versöhnliches Ergebnis eines schwierigen Wochenendes für den ehemaligen Rallye-Piloten und Neueinsteiger.

Pirri - Dupont
©racing14.de – Kollision auf dem Weg in den Grid

Gestern wurde er vom Tours-Doppelsieger Denis Dupont in aussichtsreicher Position umgedreht; dieser erlebte am Nürburgring übrigens einen Doppelnuller. Kurios: er kollidierte bei der Fahrt aus der Box in die Startaufstellung! Ausgangs der Mercedes-Arena mit Luca Pirri (#25 Caal Racing), dessen Rennen damit zu Ende war, bevor es überhaupt begonnen hatte.

Dupont konnte zwar noch starten, musste seinen Boliden im Lauf des Rennens dann aber auch mit technischen Problemen abstellen. Noch erwähnenswert ist die Aufholjagd von Stienes Longin in der Startnummer 11, am Ende konnte er noch den fünften Platz erreichen. Das Gesamtergebnis von Lauf 2 ist hier online.

Race Action ELITE2
©racing14.de – Rennaction in der ELITE2

Die NASCAR Whelen Euro Series verabschiedet sich nun mit diesem Rennen in eine längere Pause. Weiter gehts es jetzt erst im September in Italien, dort beginnen die Playoffs, d.h. doppelte Punkte für dieses Event und das Finale.

Die Serie wurde von den Besuchern des ADAC Truck Grand Prix mehr als gut angenommen. Klasse Motorsport, Tür-an-Tür Kämpfe, was will man mehr? Dazu fällt einem die noch sehr familiäre Atmosphäre der Serie gerade live vor Ort auf. In den nächsten Tagen werde ich noch einiges an Bildern und auch den ein oder anderen Bericht zum Nürburgring-Auftritt der Whelen Euro Series nachliefern (Bilder->hier klicken). Der Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt und wer nicht dabei war, dem kann ich nur raten, sich diesen Termin ganz dick im Kalender für nächstes Jahr zu vermerken. Bis bald, in der Eifel oder wo auch immer. Keep Racing!

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