Peugeot-Triumph bei der Dakar 2018 – El Matador siegreich

RallyeDakar 2018
©Peugeot Sport

Carlos Sainz mit zweiten Triumph nach 2010

Carlos Sainz hat es geschafft: Ganze acht Jahre nach seinem ersten Gesamtsieg bei der Rallye Dakar gewann er am vergangenen Sonntag in Cordoba erenut die Marathon-Rallye schlechthin.

Damit verabschiedete sich Peugeot werksseitig mit dem dritten Gesamtsieg in Folge und feierte eine mehr als gelungene Abschiedsvorstellung. Dabei war „El Matador“, mittlerweile 55 Jahre jung, selbst Peugeotintern nicht der Favorit auf den großen Triumph.

Doch die Dakar anno 2018 war einer der härtesten, die es überhaupt je gab, die ursprünglichen Auftritte in Afrika mit eingeschlossen. Mit Carlos Sainz siegte nicht unbedingt der schnellste Mann im Feld, aber der, der mit den wenigsten Problemen durch Peru, Bolivien und Argentinien kam.

Sainz und sein Beifahrer Lucas Cruz waren die beständigsten der Top-Fahrzeuge, so dass dem Duo am Ende zwei Tageserfolge reichten, um ganz oben zu stehen. Auf der längsten Etappe der Dakar übernahmen sie die Gesamtführung und gaben sie dann auch nicht mehr her.

Am Ende waren es rund 43 Minuten Vorsprung vor Nasser Al Attiyah im Toyota Hilux, auf Rang Drei lief der Südafrikaner Giniel de Villiers mit seinem deutschen Co-Piloten Dirk von Zitzewitz ein. Die Toyota-Truppe hielt die Rallye an der Spitze lange spannend und konnte immer mal wieder Nadelstiche setzen, doch am Ende kam auch der Untergrund dem Peugeot 3008 DKR-Buggy letztlich etwas mehr entgegen als dem Hilux-Allradler.

Dabei galt es bei der 40. Ausgabe des Klassikers vornehmlich auch erstmal darum, überhaupt im Ziel anzukommen. Dieses Vorhaben konnte viele schon nach den ersten Tagen abhaken. Vor allem die Truppe vom deutschen X-Raid Team traf es in den ersten Tagen sehr hart.

X-Raid und Mini – Eine Dakar voller Schwierigkeiten

Für Bryce Menzies und Pete Mortensen war die Dakar nach einem heftigen Überschlag bereits am zweiten Tag vorbei. Das gebrochene Sprunggelenk von Mortensen ist mittlerweile operiert. Einen Tag später schieden Nani Roma und Alex Haro nach einem Überschlag aus. Roma flog nach zwei Tagen in einem Krankenhaus in Lima nach Hause. Mehrere Checks in Barcelona belegten keine schweren Verletzungen.

Dank des stabilen Überrollkäfigs, für die sich X-raid beim Aufbau der Fahrzeuge entschieden hat, ist bei den Unfällen nichts Schlimmeres passiert. „Bei der Sicherheit gehen wir kein Risiko ein, auch wenn es bedeutet, dass das Fahrzeug 20 Kilo schwerer ist“, so Sven Quandt. „Man hat bei den beiden Unfällen gesehen, was die Autos aushalten. Auch der Unfall von Mikko auf der elften Etappe bei immerhin 8g hat gezeigt, wie sicher unsere MINI sind.“

Die X-raid Crews sorgten aber auch für kuriose Bilder bei dieser Dakar. So kollidierten ausgerechnet die beiden Duos Al-Rajhi / Gottschalk und Garafulic / Palmeiro auf der Spitze einer Düne. Durch den Schwung war Al-Rajhi auf der Kühlerhaube Garafulics zum Stehen gekommen. Beide verloren viel Zeit, konnten aber weiterfahren.

Mini Buggy Dakar 2018
©X-Raid

Während sie auf die Renntrucks mit Ersatzteilen warteten, halfen sie bei zwei schweren Unfällen in der Nähe. Wenige Tage später setzen Al-Rajhi und Gottschalk dem Ganzen noch einen drauf. Als sie einer Spur entlang des Pazifiks folgen, zog sie eine Welle ins Meer.

Mit dem Abschleppseil hielten sie das Fahrzeug in Strandnähe bis sie Garafulic aus der misslichen Lage befreite. Der Buggy schaffte es aus eigener Kraft ins Biwak und wurde dort vom X-raid Team wieder für Herausforderungen auf trockenem Terrain vorbereitet. Leider wurden Al-Rajhi und Gottschalk nach der neunten Etappe von den Stewards disqualifiziert, nachdem sie auf der siebten Wertungsprüfung zu viele Wegpunkte ausgelassen hatten.

Nach 14 Etappen und über 7000 Kilometern durch Südamerika waren es am Ende Jakub „Kuba“ Przygonski und Tom Colsoul, die im MINI John Cooper Works Rally mit dem fünften Rang in der Gesamtwertung die beste Platzierung für die Mannschaft einfuhren. Boris Garafulic und Filipe Palmeiro beendeten die Dakar im MINI JCW Rally auf Platz 13. Mikko Hirvonen und Andreas Schulz erreichten im Debüt-Jahr des MINI John Cooper Works Buggy den 19. Rang vor Orlando „Orly“ Terranova und Bernardo „Ronnie“ Graue im MINI JCW Rally 4×4.

Dakar 2018 Peugeot
©Peugeot Sport

Peugeot 3008 DKR – Einer kam durch

Früh hatten die Peugeot-Buggys das Kommando übernommen, doch ebenso schnell gab es auch bei den Franzosen Probleme.

Stephane Peterhansel lag lange aussichtsreich und hatte noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg, als dem Rekordsieger der Dakar ein Fehler unterlief und er einen Baum erwischte. Von daher kann er mit dem vierten Gesamtrang noch mehr als zufrieden sein.

Die Toyota Hilux verloren auch früh schon den entscheidenden Boden, gaben am Ende nochmal alles, aber er sollte nicht reichen, um das Dakar-Überauto der letzten Jahre zu schlagen.

Der Franzose Cyril Despres schmiss seine Sieghoffnungen bei einem Unfall weg und Sebastien Loebs Traum von Dakar-Erfolgt war ebenfalls zügig ausgeträumt. Loeb übersah ein Sandloch und versenkte seinen 3008 DKR-Löwen hinter einer Düne. Dabei zog sich Copilot Daniel Elena am Steißbein eine Verletzung zu und man musste aufgeben.

Carlos Sainz behielt jedoch die Nerven, nur einmal musste der noch Spanier zittern. Für eine (angebliche) Kollision mit dem Quadfahrer Kees Koolen gab es noch eine Zeitstrafe, doch Peugeot ging erfolgreich in Berufung.

Der große Vorsprung im Ziel täuscht ein wenig darüber hinweg, wie schwer diese Dakar war. El Matador jedenfalls hat auf seine alten Rallye-Tage hin alles richtig gemacht und ist ein verdienter Sieger der 40. Ausgabe. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Dakar 2018 – Top 5

  1. C. Sainz (ESP) / L. Cruz (ESP) Peugeot – 49h 16m 18s
  2. N. Al-Attiyah (QAT) / M. Baumel (FRA) Toyota – 49h 59m 58s
  3. G. de Villiers (RSA) / D. von Zitzewitz (GER) Toyota – 50h 32m 59s
  4. S. Peterhansel (FRA) / J.-P. Cottret (FRA) Peugeot – 50h 41m 47s
  5. J. Przygonski (POL) / T. Colsoul (BEL) MINI JCW Rally – 52h 01m 42s
Dakar 2018 El Matador Carlos Sainz
©Peugeot Sport
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