Playoff-Start der Euro NASCAR – Justin Kunz in Franciacorta

Justin Kunz

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

EuroNASCAR in Italien – Das Rennwochenende von Justin Kunz

Der europäische NASCAR-Ableger ist auf der italienischen Strecke von Franciacorta am vergangenen Wochenende in die Playoffs gestartet. Bei den Semi-Finals gab es erstmals in dieser Saison doppelte Punkte. Dabei machte sich auch unser deutscher Fahrer in der Serie große Hoffnungen.

Justin Kunz hatte hier Anfang September bereits mit seiner Mannschaft von PK Carsport getestet und ging daher gestärkt in das vorletzte Wochenende der Saison 2017. Das machte sich schon in den freien Trainings bemerkbar. Nach dem siebten Rang zum Auftakt schob er sich auf den dritten Platz im zweiten freien Training und war vor dem Qualifying voller Zuversicht.

Die 2,5 km lange Strecke in Franciacorta ist technisch sehr anspruchsvoll, vor allem für die Euro-NASCAR V8-Boliden. In Sachen Setup muss man hier einen Kompromiss finden, um in den engen Ecken und Schikanen des Kurses nicht zu viel Zeit zu verlieren. Doch Kunz kam ordentlich mit der Strecke und seiner Nr. #11 zurecht, so dass er eine Podiumsplatzierung ins Visier nahm.

Stienes Longin und Justin Kunz - #team11

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Zur Zeitenjagd am Samstagmorgen hatte dann aber der Himmel seine Pforten geöffnet und die Hoffnungen auf ein gutes Resultat bekamen einen ersten Dämpfer. Zuerst waren die Fahrer der ELITE1 mit den Boliden auf der Strecke. Da die Teamkollegen des jungen Deutschen lange auf der Piste blieben und erst spät an die Box zum Fahrerwechsel kamen, musste sich der jungen Deutsche am Ende des Feldes einreihen, um eine gute Zeit zu setzen.

Während die ersten Startplätze an die Fahrer gingen, die früh vorneweg fahren konnte, musste Kunz erstmal durch einiges an Verkehr kommen, bevor er kurz vor Ende überhaupt eine passable Zeit setzen konnte. Mit dieser schrammte er knapp an den Top 12 vorbei, die danach in der Superpole die besten Plätze ausfuhren. Kunz musste sich in der Startaufstellung mit Rang 13 begnügen und sein Unterfangen wurde nun natürlich immens schwer, da Überholen auf dieser engen Piste nicht gerade an der Tagesordnung ist.

Rennfrust trotz guter Leistung

Im Gerangel im Mittelfeld beim Rennstart, bei dem es im Feld reichlich unruhig zuging, fiel Kunz zurück auf den 18. Rang. Der Zug nach vorne war da schon längst abgefahren, doch Kunz gab nicht auf. Sukzessive machte er Boden gut, schnappte sich einen Kontrahenten nach dem anderen und lag im Ziel sogar unter den ersten Sechs. Das auch noch mit leicht ramponierter Front, denn als ein langsames Fahrzeug zunächst die Ideallinie freigab und dann aber die Tür wieder schloss, kam es zur Kollision.

Doch auch mit leicht verbogener Front ging der Weg für Kunz weiter nach vorne. Die Freude über die Aufholjagd nahm am späten Abend jedoch ein jähes Ende, als man ihm von Seiten der Rennleitung noch eine 30 Sekunden-Zeitstrafe für eine Berührung in der Startphase aufbrummte.

Kontakt bleibt in der EuroNASCAR nicht aus, von daher war die Entscheidung der Rennkommissare schon überraschend, auch zahlreiche andere Piloten waren betroffen. Von daher konnte Kunz bereinigt am Ende mit dem 9. Rang noch zufrieden sein.

EuroNASCAR Franciacorta

©NASCAR Whelen Euro Series/Stephane Azemard

Deutlich ruhiger ging es im Sonntagsrennen dann zu. Schnell hatten sich die ersten Zehn nach dem Start abgesetzt, während Justin Kunz noch mit den Gegnern um sich herum beschäftigt war. Doch mit zunehmender Renndauer kam er immer besser in Fahrt und ging an einigen Konkurrenten vorbei. So kam er diesmal aus dem Mittelfeld erneut auf Rang 9 ins Ziel, was die Rundenzeiten angeht lag er gegen Rennende immer in den Top 5.

Am Wochenende in Italien wäre für Justin Kunz ohne Zweifel mehr drin gewesen, dennoch macht er in der Gesamtwertung jetzt einen Sprung auf Platz 7. Im Oktober im belgischen Zolder gilt es für den Youngster beim Saisonfinale, noch ein gutes Resultat einzufahren und vielleicht unter die ersten Fünf in der Meisterschaft vorzustoßen. In diesem Sinne, Keep Racing!