Preview Rallye Dakar 2018 – Spannender Dreikampf

Vorschau auf die Rallye Dakar 2018

So langsam aber sicher nähern wir uns dem ersten Höhepunkt des noch jungen Motorsportjahres 2018. Am Sonntag startet die 40. Ausgabe der Dakar in Lima/Peru. Bei der Jubiläumsausgabe des Klassikers stehen für die über 500 Teilnehmer an zwei Wochen harte 8.793 Kilometer auf dem Programm.

Die 2018er Ausgabe verspricht dabei eine der spannendsten der letzten Jahre zu werden. Mini vs Peugeot vs Toyota heißt der Dreikampf, bei dem man nicht absehen kann, wer sich am Ende durchsetzen wird.

Peugeot hat das Erfolgsmodell 3008 ordentlich runderneuert und weiterentwickelt, beim Team von X-Raid greift man nicht nur mit dem bewährten Mini John Cooper Works Rally an, sondern bringt zusätzlich einen Buggy an den Start und der Toyota Hilux 4×4 hat ebenfalls gute Chance, die Nase vorne zu haben.

Peugeot mit Abschiedsvorstellung

Für die Franzosen wird die Dakar 2018 vorerst der letze Auftritt in Südamerika, man hat sich jetzt erstmal dazu entschlossen, nach dem Erreichen des Ziels im argentinischen Cordoba Adieu zu sagen. Gehen will man natürlich mit einem Sieg, wobei man dem Peugeot 3008 DKR nicht allein die Favoritenrolle zuschreiben kann.

Team Peugeot Total Dakar 2018

©Peugeot Sport

Vergessen ist der erste Auftritt der vergangenen vier Jahre im Dakarfeld, als es nichts zu holen gab. Dafür war man danach umso erfolgreicher und möchte sich nun gebührend verabschieden. Rund 18.000 Testkilometer spulte man mit dem neuen Buggy vor der diesjährigen Rallye Dakar ab, um den dritten Sieg in Folge zu erreichen. Der Dreifachsieg aus dem Vorjahr wird aber kaum zu wiederholen sein, denn die Minis und Toyota haben ordentlich nachgelegt.

Peugeot Dakar 2018

©Peugeot Sport – 3008 DKR

Nach fünf Jahren ist die Dakar erstmals wieder in Peru zu Gast, die dortigen Sandetappen sollten vor allem Rekordsieger Stéphane Peterhansel liegen. Der Franzose muss sich aber erstmal teamintern gegen Sébastien Loeb, Carlos Sainz und Cyril Despres behaupten.

Der Peugeot 3008 DKR anno 2018 kommt mit einem Leergewicht von 1.700 Kilo daher und ist in der Breite auf stattliche 2,40 Meter gewachsen, der Gewichtsunterschied zu den Allradlern hat sich aber in diesem Jahr etwa halbiert, es sind noch 150 kg geblieben. Die erstarkte Konkurrenz bekam man schon beim Testeinsatz bei der Rallye Marokko im letzten Oktober zu spüren. Hier siegte Toyota mit dem Hilux 4×4 und Nasser Al-Attiyah am Steuer. Volle Attacke heißt es unterdessen beim deutschen Team von X-Raid, die mit einer Mini-Phalanx den Angriff auf die Dakar-Titelverteidiger angehen.

X-Raid: Mini 4X4 und John Cooper Works Buggy

Zwischen 2012 und 2015 feierte man im Team von X-Raid vier Siege in Folge, danach geriet man aber gegen die Peugeot-Buggys ins Hintertreffen. Der Gewichtsnachteil war nicht mehr zu kompensieren, also entscheid man sich dafür, zweigleisig zu fahren.

Dakar2018 X-Raid BMW Mini John Cooper Works Buggy

©X-Raid

Letzten September gab es das Roll-Out des John Cooper Works Buggy. Mittlerweile hat man gut 6.000 Testkilometer mit dem Hecktriebler abgespult, Rennerfahrung fehlt dem Mini-Buggy dafür noch. Die wird der von einem Diesel-Reihensechszyliunder (3,0 Liter Hubraum mit rund 340 PS) angetriebene Buggy nun in Peru, Bolivien, und Argentinien sammeln.

Dakar 2018 Mini Buggy

©BMW AG – Mini Buggy

Insgesamt wird X-raid sieben Wagen einsetzen, drei Buggys werden von Mikko Hirvonen, Yazeed Al-Rajhi und Bryce Menzies gesteuert, dazu gesellen sich die bewährten Allradler. Die besten Chancen für die ausgereiften Mini 4×4 kann man Nani Roma und Orlando Terranova zurechnen, dazu darf der Wagen abspecken.

102 Kilogramm darf er in diesem Jahr leichter sein, zusätzlich wurde der Federweg um 30 Millimeter erhöht. Doch der heimliche Favorit auf den Dakar-Sieg in diesem Jahr kommt aus dem Hause Toyota.

Toyota Hilux 4X4 – Wolf im Schafspelz?

Auf den ersten Blick betrachtet kommt der Pick-Up, der von Toyota Gazoo Racing South Africa eingesetzt wird, nicht viel anders als im Vorjahr daher. Doch unter der Haube hat sich einiges getan, so dass der Hilux fast ein komplett neues Auto für die Dakar 2018 ist.

Der Allradler wurde vor allem im Bereich des V8-Motors weiterentwickelt. Das Herzstück verfügt nun über einen Trockensumpfschmierung und sitzt tiefer und weiter hinten. Dazu gesellt sich ein neues Fahrwerk mit größeren Federwegen. Der Auftritt bei der Rallye Marokko letztes Jahr ließ schon aufhorchen, den Tyoota Hilux muß man auf der Rechnung haben.

Ein Fahrzeug teilen sich wieder Nasser Al-Attiyah und sein französischer Navigator Matthieu Baumel. Den Hilux mit den Startnummer #304 teilen sich erneut der Südafrikaner Giniel de Villiers und der deutsche Co-Pilot Dirk von Zitzewitz, die bereits seit 2012 gemeinsam für die japanische Marke unterwegs sind. Das dritte Fahrzeug im Bunde ist den Toyota-Neulingen Bernhard Ten Brinke (Niederlande) und Michel Perin (Frankreich) vorbehalten.

Dakar 2018 - Toyota Hilux

©Toyota – Hilux

Die Rallye Dakar startet am 6. Januar in der peruanischen Hauptstadt Lima. Im Andenstaat müssen die Teilnehmer fünf Tage lang dann unter anderem riesige und zerklüftete Sandgebiete und -dünen bewältigen, ehe es in die bolivianischen Berge auf bis zu 3.500 Meter Höhe geht.

Die Schlusswoche führt dann durch Argentinien: Obwohl das Land seit Jahren fester Bestandteil der Rallye ist, sind Sandplateaus neu im Kalender. Der weiche Untergrund und steigende Temperaturen bilden hier eine besondere Herausforderung. Das Ziel befindet sich erstmals in Cordoba. Der Dreikampf der 2018er Ausgabe verspricht Spannung pur, man muss sich hier zu Lande nur bis zum späten Abend gedulden, um bewegte Bilder zu sehen.

Eurosport kommt wieder mit einer  täglichen Dakar-Sendung daher. Von der 1. bis zur 7. Etappe (bis zum 13.01.2018) gibt es die halbstündige Tageszusammenfassung um 23 Uhr zu sehen, die Zusammenfassungen der Etappen 8-13 (08.01-20.01.2018) werden um 23.30 Uhr ausgestrahlt, am Schlusstag gibt es die Highlights dann wieder um 23 Uhr. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Etappenplan Dakar 2018

6. Januar Lima – Pisco,
7. Januar Schleife Pisco
8. Januar Pisco – San Juan de Marcona
9. Januar Schleife San Juan de Marcona
10. Januar San Juan de Marcona – Arequipa
11. Januar Arequipa – La Paz
12. Januar Ruhetag in La Paz
13. Januar La Paz – Uyuni
14. Januar Uyuni – Tupiza
15. Januar Tupiza – Salta
16. Januar Salta – Belén
17. Januar Belén – Chilecito
18. Januar Fiambala – Chilecoto
19. Januar San Juan – Cordoba
20. Januar Schleife Cordoba

Die wichtigsten Teams in der Übersicht

#300 – Stephane Peterhansel/Jean Paul Cottret, Peugeot 3008 DKR Maxi
#301 – Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel, Toyota Gazoo Racing Hilux
#02 – Nani Roma/Alex Bravo, Team X-Raid MINI 4×4
#303 – Carlos Sainz/Lucas Cruz, Peugeot 3008 DKR Maxi
#304 – Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz, Toyota Gazoo Racing Hilux
#305 – Mikko Hirvonen/Andreas Schulz, Team X-Raid MINI Buggy,
#306 – Sebastien Loeb/Daniel Elena, Peugeot 3008 DKR Maxi
#308 – Cyril Despres/David Castera, Peugeot 3008 DKR Maxi
#310 – Bryce Menzies/Peter Mortensen, Team X-Raid MINI Buggy
#311 – Martin Prokop/Jan Tomanek, Ford F150 Evo
#314 – Yazeed Al Rahji/Timo Gottschalk, Team X-Raid MINI Buggy
#347 – Tim Coronel/Tom Coronel, Jefferies Buggy

Rallye Dakar 2018

©Peugeot Sport