Raceway Venray – die Entdeckung des Ovals

LMV8
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Venray ist anders. Nicht besser oder schlechter als andere Kurse und Rennveranstaltungen. Einfach anders. Der Raceway Venray gehört seit einiger Zeit zu den Strecken, an denen man mich immer mal wieder findet. Motorsportliche Heimat ist und bleibt für mich der Nürburgring, doch das Halb-Meilen Oval in der niederländischen Provinz Limburg unweit von Venlo gehört für mich seit meinem ersten Besuch letzten Oktober einfach mit in den Kalender.

F1Stockcar
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Das liegt daran, dass sich die Rennen auf dem Raceway grundlegend von meinem restlichen Motorsport-Kalender unterscheiden. Das Oval, nach amerikanischem Vorbild gebaut und praktisch vom Niederländer Harry Maessen aus dem Boden gestampft, beinhaltet neben der „langen Bahn“ noch einen 1/4-Meilen-Ovalkurs. Hier rücken für den Motorsportfan, der die Rundstrecke gewöhnt ist, ganz andere Boliden in den Fokus. Die bulligen Stockcars der Klassen F1 und F2 und die HotRods.

Paddock HotRods
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HotRods? Angetrieben von 2Liter 16V-Motoren hat die Klasse doch einige Fans. Der Autospeedway-Sport blickt im übrigen auch schon auf eine lange Tradition zurück, bis Mitte der 80ziger Jahre konnte man diesen auch bei uns in Deutschland noch im Ruhrgebiet erleben. Heutzutage geht das nur noch bei unseren niederländischen Nachbarn.

Und man ist erstaunt, wer eigentlich mit dem Format Autospeedway angefangen hat. Gambler Racing sagt euch was? Der grüne BMW von Frank Nöhring? Vielleicht dem ein oder anderen. Eigentlich ist Nöhring auch ein Kind des Autospeedways und dort zog es ihn vor kurzem auch wieder hin – hier gibts von Stan Libuda mal einen ausführlichen Blick auf dessen Laufbahn.

Race Action F1 Stockcar
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Die Hot Rods sind neben Venray noch im niederländischen Ter Apel und Lelystad unterwegs, Strecken die auch noch auf meiner motorsportlichen Bucket-List stehen. Doch zurück nach Venray. Das Fahrerlager ist natürlich frei zugänglich. Sowohl bei den HotRods, als auch bei den Stockcars ist hier oft die ganze Familie am Start bzw. im Gepäck. Der Nachwuchs im Stockcar-Bereich ist somit gesichert.

Wer in Deutschland Stockcar hört, denkt erstmal an „Crash-Rennen“, dem ist aber bei weitem nicht so. Anschubser und Kontakt? Ja sicherlich, doch auch diese Art Rennen muss man erst einmal erfolgreich bestreiten. Die besten und schnellsten Fahrer starten von hinten und wenn man einmal die Rennen live vor Ort erlebt hat, wird man sicherlich eine andere und sichere bessere Vorstellung vom Stockcar-Sport haben.

Start-Finish Late Model V8
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Aus Lärmschutzgründen sind die Late Models, die den LMV8 Supercup bestreiten, zwar sicher etwas ihrer theoretischen Akkustik beraubt, doch die Klasse, die auf der halben Meile regelmäßig unterwegs ist, liefert trotzdem das gewisse „Amerika-Flair“. In Zukunft könnte uns hier auch noch etwas besonderes ins Haus stehen, denn die NASCAR Whelen Euro Series könnte gut ein zweites Oval im Kalender vertragen, und wenn, warum dann nicht in Venray? Oder anders gefragt, wo sonst?

Pits LMV8
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Die Rennen in Venray sind schwer vergleichbar mit den klassischen Rundkursen. Auch für den Zuschauer ist das ein ganz anderes Erlebnis, lange Wege müssen nicht sein, maximal führt der Weg an eine andere Stelle im Oval oder mal kurz ins Fahrerlager. Das Programm besticht meist durch seine Kurzweiligkeit. Rennen oft so um die 20 Runden, so gut wie kein Leerlauf am Renntag, der meist nur so verfliegt. Es ist hier kein einzelner Fahrer, der für mich im Vordergrund steht, es ist der Rennbesuch quasi „Back to the Roots„, fernab von übertriebenem Marketinggehabe, ein wenig fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Guter Motorsport, manchmal kann es so einfach sein.

F1Stockcar Quarter-Mile
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Wer noch nicht in Venray war, der hat dieses Jahr noch an zwei Terminen die Chance dazu, und zwar am 28. September und 26. Oktober. Vielleicht sieht man sich ja vor Ort? Bei weiteren Fragen rund ums niederländische Oval einfach melden. In diesem Sinne, Keep Racing!

Venray-Infos:

Adresse fürs Navi: Peelweg 47, Ysselsteyn, Eintrittspreise bei Tagesveranstaltungen liegen bei 15 – 20 €, ein Tribünenplatz schlägt zusätzlich mit 4 € zu Buche.

offizielle Website

weitere Infos zu den HotRods

weiter Infos zu den F1-und F2-Stockcars

Leadlap –  neuer Motorsportblog von André mit Hintergrundinfos  (der mich im übrigen erst auf die Idee eines Venray-Besuches gebracht hat, ich kann nur sagen: Danke, guter Tipp!)

Bilder aus Venray von Stan Libuda

Mehr in Sachen Raceway Venray hier bei racing14 -> Klick

Paddock Stockcar
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