Rallycross-WM – Preview Loheac

LoheacRX
©FIAWorldRallycross.com

Kristoffersson vor LoheacRX-Hattrick

Die Frage nach dem Favoriten stellt sich beim achten Rallycross-WM-Lauf des Jahres wohl kaum. Wenn am kommenden Wochenende die WorldRX nach Ihrem Kanada-Ausflug wieder nach Europa zurückkehrt, ist die allererste Frage, ob die Siegesserie von Johan Kristoffersson nun doch mal reißt oder nicht.

Der Blick auf die Statistik ist dabei allerdings wenig hilfreich, denn der Schwede gewann auch in den letzten beiden Jahren den Frankreich-Auftritt in Loheac. Der Weltmeisterschaft täte sicher mal ein anderes Gesicht ganz oben gut, doch der amtierende Champion weiß, was er zu tun hat, um das zu verhindern. Und das Kristoffersson seine Form auf dem Rückweg von Kanada verloren hat, darauf kann man sicher nicht setzen. Zudem geht er mit einem Rückenwind von 55 Punkten Vorsprung in den nächsten WM-Lauf, so dass der VW Polo mit der Startnummer #1 auch in Loheac am Ende wieder ganz vorne sein könnte.

Insgesamt gehen in Loheac am Wochenende 25 Supercars an den Start. Neben den 15 permanenten Startern gesellen sich wieder einige interessante Teilnehmer dazu. Neben den Franzosen Davy Jeanny und dem nationalen Rallye-Champion Gaetan Serazin wird auch Toomas Heikkinen wieder ins Feld der WorldRX zurückkehren, am Steuer des Ford Fiesta Lion von MJP Racing. Auch Andrew Jordan wird wieder sein Glück im MJP-Fiesta versuchen, während Timo Scheider im Seat Ibiza von Münnich Motorsport ebenfalls wieder mal in der WRX vorbeischaut. Auch Tommy Rustad könnte im VW Polo in der Qualifikation durchaus für die ein oder andere Überraschung sorgen, daneben ist mit Ollie O’Donovan auch noch ein ehemaliger britischer Rallycrossmeister am Start.

Rallycross Loheac – Peugeot als erster Verfolger

Als erster Anwärter auf die Favoritenjagd ist aber sicher das Team von Peugeot zu nennen. Sébastien Loeb und Timmy Hansen waren zumindest vom Speed in letzter Zeit am ehesten an Champion Kristoffersson dran, während dessen Teamkollege, Petter Solberg, nach viel Pech hier immer wieder das Nachsehen hatte. Loeb schaffte es 2016 als Dritter auf das Podest in Loheac, letztes Jahr gab es den zweiten Rang, doch der nächste Schritt wird sicher der schwerste von allen. Timmy Hansen gewann hier übrigens 2015, beide sollten es daher in das Finale locker schaffen.

Das ist ohne Zweifel auch das Ziel von EKS Audi. “Lohéac ist im Rennkalender eines der größten Events des Jahres mit jeder Menge Rallycross-Action pur“, so Andreas Bakkerud. „Wenn so viele Fans an der Strecke sind, gibt mir das immer einen zusätzlichen Motivationsschub.“ Auch sein Teamkollege Mattias Ekström bekommt leuchtende Augen, wenn er von der populären Veranstaltung in der Bretagne spricht: „Nach Lohéac zu kommen, ist jedes Mal eine große Ehre“, sagt der Weltmeister von 2016. „Die vielen enthusiastischen Zuschauer dort geben uns Fahrern das Gefühl, Rockstars zu sein.“

Rallycross Loheac
©Petr Sulcik via Audi

Ekström gelang im vergangenen Jahr mit Platz drei sein erstes Podiumsresultat auf der rund einen Kilometer langen Strecke, die nur zu 33 Prozent aus Asphalt besteht. Am meisten Spaß macht dem Schweden Turn 5 – eine schnelle, langgezogene Rechtskurve, die parallel zur Joker-Runde verläuft. „Da driftet man im dritten oder vierten Gang und hält die Nase des Autos permanent ganz dicht an einer Mauer“, sagt der Audi-Pilot. „Sehr speziell ist auch die Joker-Runde selbst mit einem Sprung am Kurveneingang.“ Bakkerud gewann 2013 in Lohéac einen Lauf der FIA-Rallycross-Europameisterschaft. 2016 wurde er beim WM-Lauf in Frankreich Zweiter. „Ich bin auf dieser Strecke schon immer gut zurechtgekommen“, sagt der Norweger. „Nach dem Pech in Kanada möchte ich auf jeden Fall zurück aufs Podium.“

EKS Audi Sport hat übrigens Anfang März in Lohéac getestet. Es war der erste öffentliche Auftritt des für die Saison 2018 in vielen Details verbesserten Audi S1 EKS RX quattro, mit dem Bakkerud und Ekström bisher vier Podiumsresultate erzielt haben. In Lohéac setzt man in diesem Jahr zudem erstmals einen weiteren Audi S1 EKS RX quattro ein – für den Ungarn Szabó Krisztián in der FIA-Rallycross-Europameisterschaft (EuroRX).

GRX peilt Finale an – Titel Best of the Rest wieder für die Hyundai i20 Supercars?

Es wird sicher eng hinter den VW Polo, EKS Audi und den Löwen von Peugeot, doch bei GrönholmRX – kurz GRX – hofft man, zumindest einen der beiden Hyundai i20 in das Finale bringen zu können. “Ich denke, wir können in Frankreich ein gutes Resultat erreichen. Die Strecke kommt dem Hyundai i20 Supercar entgegen…”, so Niclas Grönholm, der sich das ganze Jahr schon bestens aufgelegt zeigt.

Neues gibt es unterdessen von GCK. Beim Team von GC Kompetition wird ab sofort neben Guerlain Chicherit der Brite Liam Doran in das Lenkrad des zweiten Renault Megane greifen, die Zusammenarbeit mit Jérôme Grosset-Janin hat man beendet, konkrete Gründe dazu gab es aber bisher weder vom Team noch vom Fahrer.

Neben der WorldRX gibt es in Frankreich auch wieder Rallycross-Action der EuroRX Supercars zu sehen, hier kann man sicher wieder einen Dreikampf zwischen Reinis Nitiss, Anton Marklund und Cyril Raymond erwarten. Ebenfalls mit von der Partie sind die RX2 International Series und die Euro RX Super1600.

Rallycross Loheac
©FIAWorldRallycross.com

Rallycross-News – Elektrisch erst ab 2021

Motorsportpuristen wird es sicher gefreut haben, dass die Rallycross-WM den Umstieg auf den Elektroantrieb verschoben hat. Der Wechsel auf elektrisch angetriebene Supercars soll jetzt erst 2021 erfolgen. Damit gibt man vor allem interessierten Herstellern die Möglichkeit, sich bis Ende März des kommenden Jahres für das neue Elektro-Format zu entscheiden. Anscheinend war das bisherige Interesse dann wohl doch nicht ausreichend.

Sei es drum, so werden jedenfalls die aktuellen Supercars nach dem Ende dieser Saison auch 2019 und 2020 die Rallycross-Szene beherrschen und das ist sicher keine schlechte Wahl. In diesem Sinne, Keep Rallying!

PS: Die FIA-Rallycross-Weltmeisterschaft aus Lohéac überträgt SPORT1 am Sonntag (2. September) von 14 bis 16 Uhr live, sowohl online unter sport1.de als auch im TV auf SPORT1+. Ab 23 Uhr sendet SPORT1 auf seinem Hauptkanal eine Zusammenfassung. Daneben gibt es wieder wie gewohnt den Livestream der WorldRX auf youtube.

Infos LohéacRX

  • Strecke Circuit de Lohéac, 30 km südlich von Rennes
  • Streckenlänge 1,070 km (Joker-Runde: 1,090 km)
  • Untergrund 33 Prozent Asphalt, 67 Prozent Schotter
  • Kurven 2 links, 5 rechts
  • Topspeed ca. 168 km/h
  • Schnitt ca. 107 km/h
  • Weitester Sprung ca. 22 m
  • Rennlänge 4 Runden (Qualifying), 6 Runden (Halbfinale und Finale)

Zeitplan (Ortszeit, MESZ)

Freitag, 31. August

  • 17.30 Uhr Freies Training 1

Samstag, 1. September

  • 09.00 Uhr Freies Training 2
  • 13.00 Uhr Qualifying 1 (Q1)
  • 15.30 Uhr Qualifying 2 (Q2)

Sonntag, 2. September

  • 08.00 Uhr Warm-up
  • 09.30 Uhr Qualifying 3 (Q3)
  • 10.40 Uhr Qualifying 4 (Q4)
  • 14.30 Uhr Halbfinale
  • 15.50 Uhr Finale
  • 16.15 Uhr Siegerehrung
Share: Beitrag teilen