Rallycross Loheac – Kristoffersson unschlagbar

Rallycross Loheac
©FIAWorldRallycross.com

Rallycross Loheac – Johan Kristoffersson – 4. Sieg in Folge

Kristoffersson baut WM-Führung in Frankreich aus

Johan Kristoffersson hat derzeit einfach einen Lauf in der Rallycross-Weltmeisterschaft. Mit seinem Triumph im französischen Loheac am letzten Sonntag schaffte er seinen vierten Sieg in Folge, das gab es vorher noch nie in der WorldRX.

Der Schwede erreichte nicht nur eine neue Bestmarke, sondern schrieb auch seine Erfolgsgeschichte in Sachen Podiumsplatzierungen weiter. Achtmal in Folge landete er jetzt unter den besten Drei. Dabei hatte man zu Beginn des Wochenendes bei der Konkurrenz durchaus Hoffnung geschöpft, den Siegeslauf des VW Polo-Piloten zu stoppen.

Vor allem die Mannschaft von Peugeot Hansen hegte hier große Hoffnungen und es war Sébastien Loeb, der sich unter dem Jubel der zahlreichen Zuschauer bestens aufgelegt zeigte. Doch als der Himmel seine Pforten öffnete und aus den Halbfinal- und Finalläufen regelrechte Schlammschlachten veranstaltete, war Kristoffersson wieder in einer eigenen Liga unterwegs.

Im Qualifying zeigte sich Loeb ebenbürtig und der Rallye-Rekordweltmeister ging mit der gleichen Anzahl von Punkten in den Final-Sonntag wie der WM-Führende. Doch die nassere Piste und die schlammigeren Verhältnisse kamen den Polos einfach mehr zu Gute. Im 1. Halbfinale trafen beide VWs aufeinander und es wurde eine Machtdemonstration. Kristoffersson kam eine halbe Sekunde vor Teamkollege Solberg ins Ziel, Ekström als Dritter hatte schon 3 Sekunden Rückstand.

Viel näher kam Petter Solberg seinem Teampartner allerdings nicht mehr. Im Finale unterlief ihm ein Fehler in der ersten Kurve des Kurses in Loheac, diese Stelle hatte es am Wochenende schon oft in sich und die Außenlinie war vor allem bei nassen Bedingungen keine gute Wahl. Solberg musste daher mit Rang 5 am Ende Vorlieb nehmen, der Norweger bleibt auf dem zweiten WM-Rang, hatte aber gegen seine schwedischen Kollegen auch an diesem Wochenende keine Chance.

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Fotos ©FIAWorldRallycross.com

„Das ist fantastisch, ich bin so sicher mit dem Wagen und das ist das Resultat der harten Arbeit von meinem Team“, gab ein freudestrahlender Johan Kristoffersson nach dem Finale zum Besten, sicher nicht das, was die Gegner gerne hörne. Der Schwede konnte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung mit dem Sieg auf 46 Zähler auf Petter Solberg ausbauen. Bei drei noch ausstehenden Veranstaltungen marschiert er zielstrebig auf die Weltmeisterschaft zu.

Peugeot stark beim Heimspiel

Zur Freude der rund 75.000 Zuschauer drehten die Peugeot 208 WRX ordentlich auf. Sichtbar war man näher an der VW-Übermacht dran.

Eigentlich hätte man bei Regen auf mehr Konkurrenz für die Polos gehofft, doch dieses Mal verhielt es sich genau andersherum. Dennoch konnten Sébastien Loeb mit dem zweiten Rang und Timmy Hansen mit dem Wochenende mehr als zufrieden sein. Loeb zeigte einen seiner besten Rallycross-Auftritte bisher und auch für Hansen wäre mehr als der letzte Rang im Finale drin gewesen, wäre da nicht ein streikendes Getriebe gewesen, was den Auftritt jäh stoppte.

Auch Kevin Hansen war im 2016er-Peugeot ordentlich unterwegs, als 8. ging er nach den Qualifikationsdurchgängen in das Halbfinale, hier beendete aber ein Plattfuß seine Hoffnungen auf eine Finalteilnahme.

Ekström Audi S1 EKS RX
©FIAWorldRallycross.com

Mattias Ekström – Rang 3 als Maximum

Mehr als Rang 3 war am Ende für den amtierenden Champion Mattias Ekström nicht drin. Eki war aber wieder einmal die Speerspitze der EKS-Audi S1-Phalanx. „Erst Sonne am Samstag und dann eher Schwimmen und Schlittern am Sonntag, ein abwechslungsreiches Wochenende“, bestätigte Ekström. „Mit meinem dritten Platz bin ich grundsätzlich zufrieden. Aber ich ärgere mich auch ein bisschen, weil wir von der Spitze nicht weit weg waren. Im Trockenen und im Regen hat das letzte Quäntchen gefehlt, aber auf der Performance können wir auf jeden Fall aufbauen.“

Ekströms Teamkollegen Reinis Nitišs und Toomas Heikkinen erreichten in Lohéac erneut die Halbfinal-Läufe der zwölf schnellsten Fahrer, zogen dort aber den Kürzeren. „Nach einem Kontakt mit Andreas Bakkerud haben meine Scheibenwischer nicht mehr funktioniert, ab da war es ein Blindflug“, fasste Nitiss zusammen und fügte an: „Das Ergebnis ärgert mich, weil es nicht unsere tatsächliche Leistung widerspiegelt.“ Heikkinen verpasste nach einer Kollision mit Ken Block das Finale. „Ich hatte zunächst Probleme mit der Pace, habe zumindest den Einzug ins Halbfinale geschafft, aber nach dem Ausritt ins Kiesbett war nichts mehr möglich.“

Einen beachtlichen Einstand feierte Audi-DTM-Fahrer Nico Müller. Im vierten Audi S1 EKS RX quattro fuhr der Schweizer bei seiner Rallycross-Premiere von Anfang an schnelle Rundenzeiten, verpasste nach zwei unverschuldeten Kollisionen als Gesamt-17. allerdings das Halbfinale. „Auch wenn das Ergebnis nicht das ist, was ich mir erhofft habe, hat das Wochenende eine Menge Spaß gemacht und ich würde gerne wiederkommen“, bilanzierte der Schweizer.

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Fotos ©Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH via Audi

Timo Scheider bester Privatier

Zum sechsten Mal in Folge erreichte unterdessen Timo Scheider die Halbfinal-Läufe, hier war mit Rang 4 das Ende der Fahnenstange für den Ford Fiesta von MJP Racing erreicht. Aber eine mehr als ordentliche Leistung, wenn man bedenkt, wer es überhaupt ins Finale geschafft hat. Standesgemäß beide VW Polos, der Audi S1 von Ekström, beide Peugeot 208 und schließlich noch Andreas Bakkerud im Ford Focus.

Scheiders Teamkollege Kevin Eriksson erlebte derweil ein Wochenende zum Vergessen. Nach dem ein oder anderen Abflug war als 16. schon nach der Qualifikation Schluss für den Fiesta-Piloten. Ebenfalls außerhalb der Top 12 landeten Niclas Grönholm und Timur Timerzyanov, auch Alister McRae musste früh die Segel streichen. Die Mannschaft von Hoonigan Racing rund um Ken Block zeigte sich unterdessen gut aufgelegt, für den US-Amerikaner war erst im Halbfinale Schluss, während Andres Bakkerud das Finale erreichte, mit den ersten Drei aber nicht mithalten konnte.

Für die WorldRX-Rallycross-Elite geht es jetzt auf nach Riga. In der Hauptstadt Lettlands findet am 16. und 17. September dann der zehnte von zwölf WM-Läufen statt und vielleicht kann ja hier jemand die Sieges-Serie von Johan Kristoffersson stoppen. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Johan Kristoffersson
©FIAWorldRallycross.com

FIA-Rallycross-WM 2017 – 9. Lauf, Lohéac – Resultat Finale

  • 1. Johan Kristoffersson (S) 4.08,408 Min.
  • 2. Sébastien Loeb (F) +3,581 Sek.
  • 3. Mattias Ekström (S) +4,586 Sek.
  • 4. Andreas Bakkerud (N) +7,386 Sek.
  • 5. Petter Solberg (N) +38,690 Sek.
  • 6. Timmy Hansen (S) +3 Runden

Fahrerwertung FIA-Rallycross-WM 2017 (nach 9 von 12 Läufen)

  • 1. Johan Kristoffersson (S) 241 Pkt.
  • 2. Petter Solberg (N) 195 Pkt.
  • 3. Mattias Ekström (S) 180 Pkt.
  • 4. Sébastien Loeb (F) 169 Pkt.
  • 5. Timmy Hansen (S) 155 Pkt.

Teamwertung FIA-Rallycross-WM 2017 (nach 9 von 12 Läufen)

  • 1. PSRX Volkswagen Sweden 436 Pkt.
  • 2. Team Peugeot Hansen 324 Pkt.
  • 3. EKS 266 Pkt.
  • 4. Hoonigan Racing Division 241 Pkt.
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