Rallycross – Neues aus der WRX

WRX 2018 – Noch einige Fragezeichen

Vom 14. bis zum 16. April 2018 startet die Rallycrosss-Weltmeisterschaft in die neue Saison. Doch bislang sind noch viele Fragen offen, was das Teilnehmerfeld angeht. Mit dem Aus vom Hoonigan-Racing Team und den Ford Focus von Ken Block und Andreas Bakkerud bekam die sonst aufstrebende WRX Ende des letzten Jahres doch einen deutlichen Dämpfer. Allerdings gibt es auch Positives zu vermelden.

Mattias Ekström, Red Bull Hangar-7

©Audi Communications Motorsport/Leo Neumayr

Mattias Ekström – Rallycross statt DTM

Heute gab Mattias Ekström in Österreich, genauer gesagt im Hangar-7 am Flughafen Salzburg, seinen Rückzug aus der DTM bekannt, um sich 2018 voll auf die WorldRX-Saison zu konzentrieren. Das ist zumindest für das Rallycross-Teilnehmerfeld eine mehr als gute Nachricht, denn in letzter Zeit konnte man eher vermuten, dass sich das Team EKS RX zurückziehen könnte, nachdem man die Audi S1 verkaufte. Allerdings ist man längst mit dem Aufbau der neuen Rallycross-Supercars beschäftigt.

Auf der Fahrerseite will man sich bislang nicht in die Karten schauen lassen. Doch eins ist klar – hier kommt Bewegung ins Feld. Die letztjährigen EKS-Audi-Piloten Toomas Heikkinen und Reinis Nitiss haben längst den Abschied von EKS verkündet, wo ihr Weg hingeht, ist aktuell noch nicht klar.

„Es war eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich je treffen musste“, so Ekström zum Pro für die Rallycross-Szene. „Die DTM war lange Zeit mein Leben und auch in Zukunft wird mein Herz immer für die DTM schlagen. Aber ich habe in den vergangenen Jahren auch sehr viel Zeit und Energie in mein Rallycross-Team investiert. Ohne das Doppelprogramm kann ich mich nun wieder voll auf eine Serie konzentrieren und habe wieder mehr Freiraum für meine Familie und meine Kinder. Ich starte weiter für mein eigenes Team und mache in der DTM Platz für einen vielversprechenden Youngster.“

Wer an der Seite von Ekström ins Lenkrad greifen wird, bleibt offen. Mit Andreas Bakkerud wäre aber ein idealer Kandidat frei, der Norweger könnte dem Schweden in Sachen Teamwertung sicherlich mehr als hilfreich sein. Doch aktuell müssen wir uns hier noch gedulden.

Audi wird aber die Unterstützung weiter ausbauen, so dass das Duell VW gegen Audi in der kommenden Saison wieder knappen werden könnte. Der VW Polo war in der Summe im letzten Jahr das Maß der Dinge, 2018 bekommt dieser aber Gesellschaft von einem Konkurrenten aus alten WRC-Tagen.

WRX 2018 Rallycross Hyundai i20

©Hyundai Motorsport – i20 aus dem Jahr 2016

Grönholm mit Hyundai

Schon lange kursierte das Gerücht, vor ein paar Tagen bestätigte nun Hyundai Teamchef Michele Nandan, was viele hofften. Marcus Grönholm wird mit einem eigenen Team und zwei Hyundai i20 2018 an den Start gehen.

Ein ehemaliges World Rally Car als Rallycross-Bolide? Das das gut funktioniert, hat der VW Polo längst bewiesen. Das Basisfahrzeug für den Einsatz wird ein i20 WRC aus dem Jahr 2016 sein. Letzten Dezember wurde ein Chassis mit Fahrwerk ausgeliefert, ein weiteres folgt im Februar. Für Grönholm ein enger Zeitplan und es bleibt abzuwarten, ob er es zum Saisonauftakt in Barcelona schaffen wird.

Niclas Grönholm kann man daher als gesetzt betrachten, doch wer daneben zum Einsatz kommt, ist ein weiteres Fragezeichen. Die Motoren für die Hyundais werden wohl vom französischen Spezialisten Pipo kommen.

MJP Racing mit neuem Fiesta

Das österreichische Team von Max J. Pucher konnte im letzten Jahr gegen die werksunterstützte Konkurrenz mehr als überzeugen. Damit das noch besser wird, bringt man 2018 ein neu entwickeltes Ford Fiesta Supercar an den Start.

Der „MJP-LionRX3“-getaufte Bolide basiert nun nicht mehr auf dem Fiesta R5 von den Briten von M-Sport, sondern wurde komplett selbst entwickelt. Die Fahrwerksentwicklung stand beim neuen Boliden der Österreicher im Vordergrund und die ersten Tests machen schon mehr als Lust auf den Saisonauftakt, auch wenn es in Sachen Personal hinter dem Lenkrad noch keine Bestätigung gibt.

Peugeot baut Engagement aus

Peugeot Sport sieht seine Zukunft in der Rallycross-Szene, von daher weiter man sein Engagement aus. Wie genau man allerdings aufgestellt sein wird, das bleibt abzuwarten. Man will weiter die Dienste von Peugeot-Hansen-Teamchef Kenneth Hansen nutzen, der als Sportdirektor tätig wird. Unter welcher Flagge (Peugeot-Hansen oder Peugeot Sport) man antreten wird, ist noch nicht bekannt, aber auch kaum entscheidend.

Sébastien Loeb wurde bereits als Pilot für das kommende Jahr bestätigt, man darf aber auch mit dem Verbleib von Timmy und Kevin Hansen rechnen, das schnelle Brüderpaar überzeugte im letzten Jahr auf ganzer Linie, auch wenn die 208 WRX keinen Sieg einfahren konnten.

Renault-Zuwachs – Der Mégane RX

Im letzten Jahr bereits verkündet, gibt es in dieser Saison ein weiteres neues Modell zu sehen. Der Franzose Guerlain Chicherit bringt das von Prodrive entwickelte Renault Megane Supercar an den Start, dazu will er mit einem weiteren Team zwei Renault Clio RS RX Supercars einsetzen, die der Nachwuchsförderung dienen sollen.

Chicherit wird einen Megane in seinem eigenen Team GCK fahren, die Clios werden von der neuen Mannschaft G-Fors eingesetzt. Es handelt sich um 2017er Wagen, die bei ausgewählten Läufen teilnehmen werde, man wird sie also eher in den Vorläufen und Trainings sehen.

WRX 2018 – und sonst?

Vieles gibt es auch sonst bei den Fahrerfragen nicht zu berichten. Der Brite Oliver Bennett wird bei einigen WM-Läufen einen Mini Cooper S an den Start bringen.

Der Franzose Cyril Raymond hofft nach zwei Titeln in der RX2-Kategorie auf den Aufstieg nach ganz oben, aus sportlicher Sicht hätte er es sicher verdient. Doch in Sachen Teilnehmer 2018 müssen wir uns noch ein Weilchen gedulden.

Rallycross WRX

©FIAWorldRallycross.com

Rallycross-Zukunft – Die Zeichen stehen auf E

2020 oder spätestens 2021 müssen wir uns auch auf Elektro-Rallycross einstellen. An diesem Thema kommt man als Fan beim Rallycross sicher vorbei, als Hersteller gehört das elektrische Treiben auf den Rennstrecken aber längst zum guten Ton. Das Thema E-Rallycross wird von den involvierten Herstellern immer größer geschrieben.

War zunächst die Rede davon, die Elektro-Rallycrossvariante neben den bestehenden Supercars einzusetzen, taucht nun das Gerücht auf, dass man mit den Elektro-Boliden die aktuellen Supercars ersetzten will.

Der Teamchef von MJP, Max. J. Pucher, hat dies nach einer Sitzung mit Serienpromoter IMG verlauten lassen, auch wenn es dazu (natürlich) aktuell noch keine offizielle Stellungnahme oder Bestätigung gibt.  Die Befürchtung, dass es so kommen wird, muss man aber haben. Von daher sollte man die beiden nächsten Jahre noch genießen, bevor am Ende die Rallycross-Boliden im wilden Drift um die Ecke „surren“ – darauf kann ich zumindest gut verzichten. In diesem Sinne, Keep Rallying!

-> Rallycross WM WRX Termine 2018

Rallycross Buxtehude Estering #GermanyRX

©Colin McMaster/EKS/McKlein