Rallycross-WM – Kristoffersson nicht zu stoppen

VW Polo GTI RX Solberg Kristoffersson

©PSRX Volkswagen

WorldRX Kanada-Erneuter Triumph für Johann Kristoffersson

#CanadaRX – VW Polos GTI RX Supercars dominant

Zum vierten Mal in dieser Saison und bereits zum dritten Mal hintereinander war es Johan Kristoffersson, der in der Rallycross-Weltmeisterschaft triumphierte, diesmal beim Auftritt der Supercars in Kanada. Der einzige, der ihm am Ende hätte gefährlich werden können war Teamkollege Petter Solberg, doch die Vorentscheidung fiel kurz nach dem Start ins Finale, als der Schwede sich vor dem Norweger einsortierte und sein Heil in der Flucht nach vorne suchte.

Solberg nahm zuerst die Joker-Lap, doch eine Runde später tat es ihm Kristoffersson gleich, so dass jeder Versuch des Norwegers am WM-Führenden vorbei zu gehen im Keim erstickt wurde. Solberg blieb zunächst noch am Heck des schnellen Schweden, doch am Ende musste er auch eine gute Sekunde Rückstand einstecken.

Früh war erneut klar, dass niemand mit den VW Polo GTI ernsthaft mithalten konnte. Der Kanada-Auftritt war einer der dominantesten der beiden schnellen Wolfsburger überhaupt. Schon werden Stimmen laut, dass die Marke nach dem Rallye-Rückzug hier deutlich mehr finanzielle Ressourcen zum Einsatz bringt. Schon die letzten WM-Läufe standen ganz im VW-Zeichen.

Rallycross Kanada 2017

©Colin McMaster / PSRX Volkswagen

Konnte Anfang des Jahres Mattias Ekström noch die ersten Siege einfahren, haben die Polos danach den größten Entwicklungssprung hingelegt. Laufen beide Wagen problemlos, machen sie derzeit den Sieg unter sich aus. Für den Rest wird es in diesem Jahr schwierig, hier noch entscheidenden Boden bei den verbleibenden vier WM-Läufen gut zu machen.

So liegt der Fokus derzeit auf dem Duell Kristoffersson gegen Solberg, doch der Ex-Champion zieht hier meist den Kürzeren gegen einen bärenstarken Schweden, der ganz klar Richtung WM-Titel unterwegs ist.

VW Polo Rallycross

©Colin McMaster / PSRX Volkswagen – gewonte Ansicht: Heck von Kristofferssons Polo

„Dieser Sieg ist definitiv eine Teamleistung, die Mannschaft hat es verdient nach der harten Arbeit. Wir hatten zunächst schwierige Bedingungen, als es so nass war – der Dank gebührt dem Team, die ein Auto hingestellt haben, was sehr konstant war. Offensichtlich liebe ich es, bei jedem Event in diesem Jahr auf dem Podium zu stehen, aber ich mag es nicht, Risiken einzugehen. Die größte und wichtigste Trophäe ist die am Ende des Jahres, also fokussiere ich mich darauf. Ich bin sehr glücklich 30 Zähler aus diesem Wochenende mitzunehmen und ich werde versuchen so weiterzumachen, ohne ein Risiko zu wagen“, gibt sich der WM-Führende noch zurückhaltend, anno 2017 scheint aber niemand ernsthaft in der Lage mehr zu sein, ihn von der Weltmeisterschaft abzuhalten.

Peugeot – Best of the Rest

Hinter den Polos ging es weitaus enger zu. Am Ende konnte sich Sébastien Loeb über den dritten Rang freuen, allerdings nur, weil Teamkollege Timmy Hansen im Finale mit Motorenproblemen ausrollte. Der Vorjahressieger zeigte eine starke kämpferische Leistung. Nach technischen Problemen im 2. Qualifikationsdurchgang kämpfte er sich zurück in die Top 12 und beendete sein Halbfinale auf Rang 2 – an den VW Polos war aber auch für ihn kein Vorbeikommen.

Peugeot 208 WRX

©Paulo Maria / DPPI via Peugeot Media

So übernahm am Ende Loeb den letzten Podiumsrang und schlug den Rest des Feldes, Rang 3 ist derzeit sicher der am meisten umkämpfte in der Rallycross-Weltmeisterschaft 2017. Abseits des Finales zeigte aber auch Kevin Hansen im 2016er-Peugeot 208 WRX einen Aufwärtstrend. Er erreichte erneut das Halbfinale, am Ende scheiterte er knapp am Einzug in die Final-6.

Audi EKS – Enttäuschungen in Kanada

Eigentlich hatte man starke Hoffnungen auf Mattias Ekström gesetzt, doch der amtierende Weltmeister musste früh die Segel streichen. Im Semifinale war für Eki aufgrund von Kupplungsproblemen das Ende des Events schon erreicht. Bei EKS setzte man einen neuen Low Downforce-Flügel ein, doch auch diese Variante war nicht annähernd schnell genug für die VW Polos.

Das gesamte Feld hatte am Samstag nach sintflutartigen Regenfälle zunächst mit einer wahren Matsch-Landschaft zu kämpfen. Toomas Heikkinen und Mattias Ekström trotzten den widrigen Bedingungen so gut es ging und belegten nach dem ersten Tag die Ränge zwei und vier. Auch danach lief es zunächst ganz gut. Eki hatte sich als Dritter für die Finalläufe der besten 12 qualifiziert und startete aus der ersten Reihe in sein Halbfinale – doch in der vorletzten Runde musste er seinen Audi S1 EKS RX quatrro ohne Vortrieb abstellen. „Ein gutes Wochenende bis zum Halbfinale“, so unser Champion, der aber die Überlegenheit der Polos auch nur anerkennen konnte.

Rallycross 2017 - Rallycross Kanada

©Audi AG

Heikkinen erreichte nach Rang zwei im Halbfinale derweil zum vierten Mal das Finale in Kanada – ein deutlicher Aufwärtstrend. Dort lag der Finne auf Podestkurs, ehe er mit einem schleichenden Plattfuß auf Rang fünf zurückfiel. „Trotz des Rückschlags im Finale nehme ich viel Positives aus Kanada mit. Es ist immer toll, hier zu fahren. Das Auto lief super und wir arbeiten definitiv in die richtige Richtung. Für die letzten vier Rennen der Saison habe ich auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl“, gab es sich nach dem Finale optimistisch, in der Realität wird es aber wohl Platz 3 das höchste der Gefühle sein.

Für den dritten EKS-Piloten Reinis Nitiss war das Wochenende bereits nach dem Qualifying beendet. Aufgrund eines Problems mit der Kardanwelle beendete der Lette den ersten Tag nur auf Rang 19. Nach einer Aufholjagd reichte es nur zu Platz 16.

Rallycross WorldRX

©Audi AG – Land unter zu Beginn des Wochenendes

Bei EKS gibt man aber so schnell nicht auf, erst heute trudelt die Meldung rein, dass man in Frankreich Anfang September beim nächsten Lauf mit der geballten Kraft von 4 Audi S1 EKS an den Start gehen wird. Wer den vierten Wagen im Bunde mit den vier Ringen steuern wird, steht aktuell aber noch nicht fest.

MJP Racing – Starker Auftritt von Eriksson

Kevin Eriksson sorgte unterdessen mit Rang 4 im Finale für Freude beim österreichischen Team von MJP Racing. Der Schwede konnte hier mit seinem Ford Fiesta zwar nicht viel reißen, doch es in diesem Feld unter die letzten 6 zu schaffen, ist schon aller Ehren wert. Timo Scheider schaffe es ebenfalls ins Halbfinale, mit Rang 5 war für ihn hier aber das Ende erreicht. Insgesamt aber erneut eine starke Leistung der Truppe.

Lange Gesichter bei Hoonigan Racing – Andres Bakkerud spielte keine Rolle

Die Ford Focus hatten in Kanada nichts zu melden und verloren deutlich an Boden. Ken Block erreichte immerhin das Halbfinale, ein Fahrfehler beendete aber die Hoffnungen auf einen Finaleinzug. Viel schlimmer erwischte es aber Andreas Bakkerud.

Ford Focus RS RX

©FIAWorldRallycross.com/Tom Banks

Für den Norweger war nach den Qualifikationsdurchgängen schon das Ende erreicht. Nach technischen Problemen am Hoonigan-Ford und einem Dreher im zweiten Quali-Durchgang lag er zu weit zurück und schaffte es in den verbleibenden Rennen nicht mehr unter die ersten zwölf Fahrer.

Blick ins Feld

Ebenfalls das Halbfinale erreichten beide Fahrer des STARD-Teams. Janis Baumanis beendete seinen Auftritt im Semifinale auf Rang 5, Timur Timerzyanov wurde in seinem Lauf 6.

Auf den Plätzen 10-12 ging es in der Qualifikation mehr als eng zu. Timerzyanov, Kevin Hansen und Scheider sammelten alle 133 Zähler, das Nachsehen hatte auf Rang 13 Bakkerud. Keine Chance auf das Halbfinale hatten Niclas Grönholm und Guy Wilks auf den weiteren Plätzen. René Münnich beendete die Qualifikation in seinem Ex-Solberg-DS3 auf Rang 18.

Am 30. August/1. September geht es jetzt weiter mit dem 9. WM-Lauf des Jahres im französischen Lohéac. Die Favoritenrolle ist spätestens nach dem Kanada-Auftritt mehr als eindeutig. In diesem Sinne, Keep Rallying!

FIA-Rallycross-WM 2017 – 8. Lauf, Trois-Rivières – Resultat Finale

  • 1.Johan Kristoffersson (S) 5.02,704 Min.
  • 2. Petter Solberg (N) +1,072 Sek.
  • 3. Sébastien Loeb (F) +4,498 Sek.
  • 4. Kevin Eriksson (S) +8,239 Sek.
  • 5. Toomas Heikkinen (FIN) +20,847 Sek.
  • 6. Timmy Hansen (S) +2 Runden

Fahrerwertung FIA-Rallycross-WM 2017 (nach 8 von 12 Läufen)

  • 1. Johan Kristoffersson (S) 211 Pkt.
  • 2. Petter Solberg (N) 176 Pkt.
  • 3. Mattias Ekström (S) 158 Pkt.
  • 4. Sébastien Loeb (F) 144 Pkt.
  • 5. Timmy Hansen (S) 135 Pkt.

Teamwertung FIA-Rallycross-WM 2017 (nach 8 von 12 Läufen)

  • 1. PSRX Volkswagen Sweden 387 Pkt.
  • 2. Team Peugeot Hansen 279 Pkt.
  • 3. EKS 236 Pkt.
  • 4. Hoonigan Racing Division 217 Pkt.