Rallye Mexiko 2018 – Fiesta Mexicana oder Schotter-Kampf?

Preview Rallye Mexiko 2018
©Citroën Racing Media

Rallye Mexiko – Rückkehr von Sébastien Loeb im Fokus

Der schwedische Schnee ist Geschichte für den WRC-Tross, am kommenden Wochenende geht es hoch hinaus. Mit der Rallye Mexiko steht das erste Schotter-Event des Jahres auf dem Programm und die Luft wird dünner.

Letzteres ist dabei aber wörtlich zu nehmen, denn bei den ersten Schotter-Prüfungen des Jahres werden die Motoren wieder Schwerstarbeit leisten müssen.

Fernab des WM-Kampfes steht in Mexiko aber vor allem ein Name im Fokus des Geschehens: Sébastien Loeb wird mit Co-Pilot Daniel Elena einen seiner Gastauftritte in der WRC 2018 absolvieren

Der Rallye-Rekordchampion testete unlängst in der Nähe der Sierra Nevada den Citroën C3, um sich auf den aktuelle WRC-Boliden nochmal einzuschießen. Loebs letzte WM-Rallye liegt drei Jahre zurück, sein letzter Auftritt auf Schotter war in Argentinien im Jahr 2013.

WRC 2018 Sebastien Loeb
©Citroën Racing Media

Zwischen 2006 und 2012 gewann Loeb die Mexiko-Rallye insgesamt sechs Mal, mit seinen mittlerweile 44 Jahren hat er sicher nicht vor, den anderen den Vortritt zu lassen. Wo er im Vergleich zu den anderen Fahrern steht, wird sicher mehr als interessant und einer der Hauptgründe, die Rallye Mexiko soweit es geht zu verfolgen.

Kris Meeke hätte nichts gegen eine Wiederholung des Vorjahressieges, die Chancen stehen zumindest nicht schlechter als im Vorjahr, als der Nordire den Sieg ja fast noch wegschmiss nach einem Ausflug in die Botanki bzw. auf einen Parkplatz in der abschließenden Powerstage.

Prominente Straßenfeger

Thierry Neuville als WM-Spitzenreiter muss jetzt seinem Schweden-Sieg Tribut zollen und für die anderen den ersten Straßenfeger spielen. Ein wenig besser wird das für Sébastien Ogier als WM-Zweiter. Doch dadurch haben beide nicht gerade eine Favortienrolle inne.

Auf dem Papier müsste das die Chance für Dani Sordo sein, der den dritten Hyundai wieder von Hayden Paddon übernimmt und vor Loevs C3 WRC in die mexikanische Spur geht. Doch Druck scheint Sordo in den letzten Jahren nicht gut zu bekommen, vielleicht kann er dieses Mal endlich seine gute Ausgangsposition nutzen.

Neuville selber sieht sich durch die Starteihenfolge schon nicht auf dem Podium, da das Feld anno 2018 noch dichter zusammengerückt ist.

WRC Mexiko 2018
©Toyota Gazoo Racing WRC

Toyota mit guten Chancen

Gut aufgestellt sollten unterdessen die Toyota Yaris WRC sein. Ott Tänak startet als 5. hinter den Kollegen Latvala und Lappi in die Rallye, der Este könnte also eine gute Rolle spielen. Insgesamt haben alle drei guten Chancen auf ein Podiumsergebnis.

„Mexiko war im vergangenen Jahr eine harte Bewährungsprobe für uns im neuen Auto. Seitdem haben wir analysiert, was passiert ist. Wir haben Kühlung und Motor verbessert und waren sogar auf einem Höhen-Prüfstand in Japan. Wir haben intensiv an all diesen Bereichen gefeilt und ich hoffe, dass es für ein konkurrenzfähiges Package reicht. Aber sicher wissen wir das erst im Laufe der Rallye“, so Teamchef Tommi Mäkinen.

M-Sport – Zurück zur Monte-Form

Nach der Rallye Monte Carlo war man bei M-Sport noch mehr als zufrieden. Doch in Schweden rutschte man ans Ende der Hersteller-WM-Tabelle.

Das möchte man in Mexiko korrigieren, wobei die Chance für die Nr. 1 im Team nicht die besten sind. Für Champion Ogier wird es erneut kein leichtes Unterfangen, geht er doch als Zweiter auf die Piste. Immerhin wird es nicht so dramatisch wie in Schweden werden.

Gute Ausgangspositionen haben dagegen Elfyn Evans und Teemu Suninen im dritten Ford Fiesta WRC. Evans täte jetzt ein gutes Ergebnis richtig gut, das Zeug hat der Waliser dazu, aber die WRC erzählt vor allem seit dem Beginn der Saison 2017 ja ihre eigenen Geschichten. 11 World Rally Cars der neuesten Generation sind in Mexiko am Start, wer am Ende die Nase vorne haben wird, steht in den mexikanischen Sternen.

WRC2 – Rovanperä mit Werksdebüt

In der WRC2 wird es anders als in den letzten Jahren auch richtig spannend. Neben Weltmeister Pontus Tidemand wird Kalle Rovanperä sein Debüt als Werksfahrer geben. Der 17-jährige Finne konnte schon bei seinem Sieg in der WRC2 bei der Rallye Australien 2017 Schotter-Erfahrung sammeln.

WRC2 Rallye Mexiko 2018
©Skoda Motorsport / McKlein

Auch Hyundai-Junior Jari Huttunen ist wieder mit von der Partie und will am Ende der Rallye mehr in den Händen haben als in Schweden. Insgesamt wollen neun WRC2-Teilnehmer im Jahr 2018 den mexikanischen Triumph für sich beanspruchen.

Randnotizen Rallye Mexiko

Wusstet ihr, dass…

…die Rallye Mexiko 1979 erstmals stattfand, bevor sie 2004 in den Kalender der FIA Rallye-Weltmeisterschaft aufgenommen wurde?

…die Strecke an ihren höchsten Punkt 2.737 Meter über dem Meeresspiegel erreicht, was bei den Motoren eine Leistungseinbuße von bis zu 20 Prozent zur Folge hat?

…die Wertungsprüfung auf der Rennstrecke ,Autódromo de Léon‘ mit einer Mischung von Asphalt- und Schotterpassagen als eine der besten Show-Prüfungen der gesamten Weltmeisterschaft gilt?

…der Vater von ŠKODA Junior Kalle Rovanperä, Harri, die Rallye Mexiko mit einem Vorsprung von nahezu einer Stunde gewann, als diese 2002 als Testlauf zur Rallye-Weltmeisterschaft stattfand?

Highlights + Livestage auf Red Bull TV

WRC 2018 Mexiko
©MForn Studio