Rallye Mexiko – Ogier gewinnt, Loeb begeistert

Sebastien Ogier 2018
©M-Sport

WRC Rallye Mexiko – Sébastien Ogier bärenstark, Loeb grandios

Für den Sieg bei der diesjährigen Rallye Mexiko nahmen eigentlich andere Piloten die Favoritenrolle ein, doch am Ende war es wieder einmal Champion Ogier, der sich durchsetzen konnte und das mit Abstand.

Die Nr. 1 von M-Sport musste zwar als Zweiter hinter Thierry Neuville am vergangenen Freitag auf die Piste, doch der Franzose verlor auf dem immer noch schwierigen Untergrund nur eine halbe Minute. Am Samstag drehte er dann richtig auf und setzte vier WM-Bestzeiten in Folge, der Drops an der Spitze der Rallye Mexiko war gelutscht.

Lediglich eine Zeitstrafe auf der abschließenden Powerstage verhinderte den totalen Ogier-Triumph, der eigentlich auch hier der schnellste Mann auf mexikanischem Schotter war, für das nicht ordnungsgemäße Durchfahren einer Schikane aber 10-Sekunden-Strafe auferlegt bekam und somit keine zusätzlichen WM-Zähler erhielt. Doch vor Ogiers Leistung kam man abermals nur den Hut ziehen, der Franzose übernimmt somit auch wieder die WM-Spitze. Landsmann und Vornamensvetter Sébastien Loeb war unterdessen aber das Highlight dieser Rallye.

Sébastien Loeb – Comeback mit Ausrufezeichen

Die Ausgangslage für den Rallye-Rekordchampion Loeb war mit Startposition 11 am Freitag natürlich mehr als gut, dennoch konnte man vom mittlerweile 44-jährigen diese Leistung so nicht erwarten.

Doch nach guter Vorbereitung dauerte es nicht lange, bis Loebs Name ganz vorne auftauchte. Dritter bereits auf der zweiten WP, übernahm Loeb am Samstagmorgen die Führung. Auf der El Chocolate-Prüfung setzte der Citroën-Fahrer die Bestzeit und schnappte sich die Führung von seinem ehemaligen Teamkollegen Dani Sordo.

Sebastien Loeb 2018
©Citroën Racing Media

Dann brachte allerdings ein Stein den 9-fachen Weltmeister zu Fall. Beim Überfahren eines Brockens auf der Piste verabschiedete sich ein Reifen, Loeb hielt für einen Reifenwechsel an und verlor über zwei Minuten, damit war der Traum von ganz vorne und einem Podiumsergebnis ausgeträumt. Hier machte sich dann doch die fehlende Erfahrung mit den aktuellen Michelin-Pneus bemerkbar, wäre der Franzose ins Ziel der WP gerollt, statt zu wechseln, hätte sich der Zeitverlust in Grenzen gehalten.

Realistisch hätte es für den Sieg gegen Landsmann Ogier dennoch nicht gereicht, aber ein Podium wäre drin gewesen. Am Ende wurde es für ihn und seinen Co-Pilot Elena Platz 5. Loeb hat abermals ein Ausrufezeichen in seiner Laufbahn gesetzt und man darf gespannt sein, was er bei seinem nächsten Auftritt abliefert.

Hyundai – Lange Gesichter

Die Ausgangslage als Straßenfeger ließ für Thierry Neuville nicht viel Hoffnung zu, doch auch sonst lief es beim Belgier alles andere als rund. Er tat sich schwer mit dem Setup, dazu gab es früh Probleme mit dem Benzindruck. Neuville hatte mit den Top 5 schnell nichts mehr zu tun und so griff man auch im Hyundai-Lager zum Ogier-Trick aus Schweden.

Auf der Powerstage stempelte man zu spät ein, kassierte vier Minuten Strafzeit, hatte aber eine bessere Ausgangslage für die letzte WP. Neuville konnte hier immer wieder seinen Speed zeigen, doch in Mexiko war mehr als Rang 3 in der Powerstage nicht drin, insgesamt musste er mit Rang 6 die WM-Führung wieder Titelrivale Ogier überlassen.

Rallye Mexiko 2018 Hyundai
©Hyundai Motorsport GmbH/Austral

Andreas Mikkelsen kam ebenfalls nie richtig in Fahrt und wurde blasser 4. Dani Sordo seinerseits war angetreten, diesen WM-Lauf zu gewinnen. Doch, wie so oft beim Spanier, sollte es einfach nicht sein. Nachdem er die Führung an Sébastien Loeb verlor, wurde auch ihm ein Stein zum Verhängnis. Der Reifenschaden kostete in Folge massiv Zeit, zudem gab es einen weiteren Schaden an einem Pneu auf der Powerstage. Rang 2 war nicht schlecht, aber über eine Minute Rückstand waren es am Ende. Irgendein Sébastien scheint Sordo immer im Weg zu stehen… Kleines Trostpflaster für die Hyundai-Truppe: Man behält die Führung in der Hersteller-Wertung.

Toyota – Verpasste Chancen

Bei den Yaris WRC wäre in Mexiko deutlich mehr drin gewesen, doch die Technik verhinderte ein besseres Abschneiden. Lediglich Esapekka Lappi musste früh einen Abflug hinnehmen, verlor viel Zeit und blieb punktelos.

Eine defekte Lichtmaschine brachte den Vorwärtsdrang von Jari-Matti Latvala schon am Freitag zum Erliegen und Ott Tänak erlitt einen Turboschaden an seinem Yaris. Der Este konnte sich dank der Ogier-Zeitstrafe die volle Punktzahl auf der Powerstage sichern, mehr gab es für ihn aber nicht zu holen. Der Speed bei ihm wäre da gewesen, nun hat man schon einen kräftigen Rückstand auf die WM-Spitze.

Toyota Yaris WRC Mexiko 2018
©Toyota Gazoo Racing WRC

Latvala holte als Gesamt-Achter immerhin noch ein paar Zähler. In Sachen Hersteller-Wertung übernimmt Toyota damit aktuell die rote Laterne, das geht 2018 aber auch schnell wieder in die andere Richtung.

Citroën – Der C3 als Schotterexperte

Neben der fulminanten Fahrt von Sébastien Loeb war man bei Citroën auch mit Kris Meeke vorne mit vertreten. Doch für den Vorjahressieger ging die Rallye trotz Gesamtrang 3 mit gemischten Gefühlen zu Ende. Im Schatten von Loeb leistete sich der Nordire zwei Dreher und einen halben Überschlag und war sichtlich unzufrieden mit seiner Leistung.

Doch im Gegensatz zum Vorjahr steht Meeke deutlich besser da, er muss sich aber berappeln, solche Fehler wie bei der Rallye Mexiko festigen auf Dauer nicht seinen Stand im Team.

Bei M-Sport hatte man unterdessen lediglich Freude an Sébastien Ogier. Elfyn Evans musste vorzeitig aufgeben, da sich Beifahrer Barrit den Rücken gestaucht hatte. Teemu Suninen im dritten Ford Fiesta kam nach einem frühen Abflug ebenfalls nicht in die Punkte.

Anfang April geht es für den WRC-Tross jetzt auf korsischen Asphalt. Bei der Rallye Korsika, der Tour de Corse, wird es dann sicher voll an den Wertungsprüfungen, denn Sébastien Loeb wird hier seinen zweiten von drei Starts in der Saison 2018 absolvieren. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Ergebnis Rallye Mexiko 2018

1. Sébastien Ogier / Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC) 3:54:58.0
2. Dani Sordo / Carlos del Barrio (Hyundai i20 Coupe WRC) +1:03.6
3. Kris Meeke / Paul Nagle (Citroen DS3 WRC) +1:19.2
4. Andreas Mikkelsen / Anders Jaeger (Hyundai i20 Coupe WRC) +1:38.4
5. Sébastien Loeb / Daniel Elena (Citroen C3 WRC) +2:24.6
6. Thierry Neuville / Nicolas Gilsoul (Hyundai i20 Coupe WRC +9:03.0
7. Pontus Tidemand / Jonas Andersson (Skoda Fabia R5) +10:24.7
8. Jari-Matti Latvala / Miikka Anttila (Toyota Yaris WRC) +15:37.1
9. Gus Greensmith / Craig Parry (Ford Fiesta R5) +17:09.3
10. Pedro Heller / Pablo Olmos (Ford Fiesta R5) +24:18.1

WRC Stand Fahrerweltmeisterschaft

1. Sébastien Ogier – 56 Punkte
2. Thierry Neuville – 52
3. Andreas Mikkelsen – 35
4. Kris Meeke – 32
5. Jari-Matti Latvala – 31
6. Ott Tänak – 26
7. Esapekka Lapp – 23
8. Craig Breen – 20
9. Dani Sordo – 18
10. Sébastien Loeb – 11

WRC Stand Hersteller-Weltmeisterschaft

1. Hyundai Motorsport – 84 Punkte
2. M-Sport Ford World Rally Team – 72
3. Citroen Total Abu Dhabi World Rally Team – 71
4. Toyota Gazoo Racing WRC – 67

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