RCN – zwischen Nebel und Schnee

PIXUM Team Adrenalin Motorsport -
©tmfepictures – PIXUM Team Adrenalin Motorsport

Vergangenen Samstag sollte die Saison dann so richtig beginnen – was für mich eigentlich hieß – Nürburgring Nordschleife und RCN – Rundstrecken Challenge Nürburgring. Doch manchmal lässt einen die Gesundheit dann doch im Stich, so dass der Besuch für mich ins Wasser fiel. Beim Blick auf die Wetterbedingungen vor Ort beim Preis der Erftquelle war das auf jeden Fall aber die gesündere Entscheidung. Fotos gibt es trotzdem einige – dank tmfepictures – die vor Ort waren und von denen auch die Bilder zum Artikel hier stammen.

Warum überhaupt RCN? Das mag sich der ein oder andere Leser fragen,nachdem ich ja meist bei der VLN in der Vergangenheit zu Gast war. Nun, neues Jahr, neue Ziele oder auch neue Rennserien – das habe ich mir für 2015 auf die Fahnen geschrieben. Hinzu kommt, dass die viel gelobte Fannähe bei der VLN nicht mehr so wie früher gegeben ist – Breitensport, wie es dort noch so oft heißt, trifft weitestgehend nicht mehr zu. Also habe ich mir gedacht, gehen wir sozusagen einen Schritt zurück, in die RCN – der Begriff Breitensport ist hier deutlich besser beheimatet.

Audi TTS
©tmfepictures – Audi TTS

Für die, die mit dem Thema RCN noch so gar nichts anfangen können, ein kurzer Einstieg. Zwei Serien gibt es im Rahmen der RCN zu sehen, da ist zuerst die GLP – die Gleichmäßigkeitsprüfung – zu nennen. Hier kann man mit einem straßenzugelassenen Fahrzeug starten. Es geht hier in allererster Linie um konstante Runden in der Grünen Hölle.

Nach einer vorgelegten Rundenzeit (Setzrunde) muss versucht werden, diese Zeit möglichst genau wieder in den Asphalt zu brennen. Je mehr man von der vorgegebenen Zeit abweicht, desto mehr Strafpunkte gibt es ( 1 Sekunde Abweichung = 10 Strafpunkte). Man sieht, die Klasse oder Stärke des Fahrzeuges alleine spielt hier eine untergeordnete Rolle. Also ein sehr guter Motorsport-Einstieg und das auf der Rennstrecke schlechthin.

VW Lupo
©tmfepictures – VW Lupo – Foto extra einmal für einen ehemaligen Kollegen – hoffe deinem Lupo gehts auch gut!

In Sachen GLP geht es schon früh am morgen los, bei Werten um den Gefrierpunkt hatten die Teilnehmer vergangenes Wochenende Glück, überhaupt zum Fahren zu kommen. Rund 126 Teams hatten konstante Zeiten als oberstes Ziel –  am Ende am besten unterwegs waren Stefan Kunze und Christian Vidal in ihrem weißen BMW M3, die in der Addition der Strafpunkte bei Ihren Runden auf gerade mal 1,7 Strafpunkte kamen, das muss man erstmal schaffen. Insbesondere muss man den Hut ziehen, da der Nebel zum Schluß hin den Teilnehmern das Leben mehr als schwer machte.

Audi S3 - Jochen Kocher + Thomas Schumacher
©tmfepictures – Pure Motorsports – das passt doch – Audi S3 Kocher/Schumacher

Kommen wir zur eigentlichen Rundstrecken-Challenge Nürburgring. Hier sind ein rennfertiges Auto, DMSB-Lizenz Stufe A, feuerfeste Bekleidung, Helm+HANS sowie ein Überrollkäfig vorgeschrieben. Anders als in der GLP geht es um schnelle Zeiten. In dieser Leistungsprüfung werden von insgesamt 15 Runden derer 9 als Sprintrunden gewertet. Jede gefahrene Sekunde wird mit einem Punkt bewertet, Sieger am Ende sind diejenigen mit der niedrigsten Punktzahl.

Als Saisonabschluss muss man hier noch die Westfalen Trophy erwähnen, das einzige klassische Rennen, das die RCN seit 2012 austrägt, damit die Teilnehmber bei diesem 3-Stunden-Lauf erste Rennerfahrungen sammeln können.

Ford Focus DTC - Dominik Schöning
©tmfepictures – Ford Focus DTC – Dominik Schöning

War es bei der GLP noch der Nebel, hatte es die Rundstrecken-Challenge dann am Ende sogar mit ein wenig Schnee zu tun. Matsch und Schneeregen um genau zu sein, daher musste der Lauf um 15.20 h abgebrochen werden – bei diesen Witterungsbedingungen mehr als verständlich. Laut Reglement gibt es dann keinen Gesamtsieger – dafür erfolgt eine Wertung in den verschiedenen Fahrzeugklassen.

Rund 164 Teilnehmer gab es für den Saisonstart zu verzeichnen. Als der Schnee kam und es nicht mehr ging lagen in Sachen Gesamtwertung Christopher Gerhard (Porsche 991 GT3 Cup), Heiko Hedemann (BMW Z4) und  Patrick Wagner/Daniel Schellhaas (BMW M3)  auf den ersten Plätzen.

#380 Citroen Saxo Milz/Breuer
©tmfepictures – Citroen Saxo Milz/Breuer

Schauen wir auf die Klassen, die uns auch aus der VLN bekannt sind – hier liegen – trotz Schnee – folgende Fahrer vorne: Christian Büllesbach/Norbert Fischer (BMW Z4)  – Klasse V5 / Dominik Schöning (Ford Focus DTC)- Klasse RS3 / Matthias Trinius ( BMW 325i) – Klasse V4.

Trotz der Eifelaner Kälte zog es auch den ein oder anderen etwas prominenteren Namen auf die Nordschleife. Aus guten Grund waren auch Gabriele Tarquini, Tiago Monteiro und Stefano D’Aste mit von der Partie. Die WTCC ist im Rahmenprogramm des 24h-Rennen dieses Jahr dabei und der ein oder andere übt fleissig, es sollen ja auch welche aus Runde 1 wieder zurückkommen…

Mercedes Benz C320 Simon ud Danyel Kahrs
©tmfepictures – Mercedes Benz C320 / Simon und Danyel Kahrs

Diszipliniert ging es auf jeden Fall zu, bei diesen wirklich widrigen Umständen war der ein oder andere Blechschaden nicht zu vermeiden, größere Unfälle blieben jedoch aus. Nach dem vergangenen Jahr VLN tut das ja mal richtig gut, sowas überhaupt schreiben zu können… Weiter in Sachen RCN geht es dann am 11.April 2015, ich hoffe, dann auch bald einmal wieder vor Ort an der Nordschleife sein zu können. Dann auch mehr rund um Fahrer und Fahrzeuge – in diesem Sinne, Keep Racing!

PS: mehr Fotos von #RCN1 gibt es direkt hier bei tmfe.

 

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