Saisonfinale im Oval – Finaleraces Raceway Venray

HotRod Green Flag
©racing14.de – when the flag drops… – Start der HotRods

Schon wieder ein Jahr rum kam es mir am letzen Wochenende in den Sinn, Time goes by, im Motorsport wie überall. Im Oktober 2013 fand ich das erste Mal den Weg ins Oval, genauer gesagt auf die Halbe- und die Viertelmeile nach Venray. Vergangenen Sonntag stand nun der Saisonabschluss auf der für europäische Verhältnisse sicher ungewöhnlichen Strecke an.

Motorsport in Venray ist kurzweilig, keine 20 € Eintritt und du sitzt mittendrin statt nur dabei. Ovalrennsport mit vier Rennklassen, ein Zeitplan, der keine Langeweile aufkommen lässt. Ehe du dich versiehst, ist der Renntag auch schon wieder rum und du hast als Zuschauer auch mehr als genug mitbekommen. Viele Serien oder Veranstaltungen können dies heutzutage nicht mehr bieten. So war es auch wieder der Fall ein Jahr später in Venray, wie schon 2013, diesmal war es – Gott sei Dank – nur wärmer.

HotRod Dreschel-Verberkt
©racing14.de – Entscheidung im Supercup, Verberkt rollt aus, Dreschel übernimmt

Jede der Serien, die in Venray starten, steht im Prinzip einmal im Jahr im Mittelpunkt des Geschehens. Zum Saisonabschluss waren es die HotRods, die in einem Rennen ihren Supercup ausfuhren. Ein absolutes Saisonhighlight, bei dem die Fahrer auch einzeln vorgestellt wurden. 30 Runden dauerte der Kampf um die begehrte Trophäe, die dieses Jahr nach Deutschland ging. Nachdem es lange Zeit nach einem Erfolg für Ralph Verberkt mit seinem Ford aussah, rollte dieser kurz vor Schluss technisch bedingt aus. So konnte Lars Dreschel seine Nr.94 ungefährdet zum Sieg fahren, gefolgt von Mark Teuben und Johan Sanders. Dreschel ließ dem Sieg ein paar klassische Donuts folgen, unverdient war der Sieg auf keinen Fall, er folgte dem Motto, was auf der Haube seines HotRods schon vermerkt ist: “Geht nicht, gibts nicht”.

Victory Lane HotRod
©racing14.de – Siegesfeiern HotRod Supercup – Mark Teuben links, Lars Dreschel rechts

Mit Frank Nöhring tauchte auch ein alter Bekannter in der Teilnehmerliste auf. Dem ein oder anderen wird der Name auch  in Verbindung mit dem grünen BMW und dem Stichwort Gambler Racing in Sachen Nürburgring sicher ein Begriff sein. Seine Wurzeln aber sind im HotRod-Sport, umso erfreulicher für ihn, dass er in Venray gleich den ersten Lauf des Tages gewinnen konnte, im Supercup konnte er sich auf Platz 5 einreihen.

Frank Nöhring - HotRods
©racing14.de – Frank Nöhring – HotRods

 

Auf der äußeren Bahn, der klassischen halben Meile, war auch der Late Model V8 Supercup wieder am Start, diesmal mit einem guten Starterfeld und der ein oder anderen Überraschung auf der Teilnehmerliste. Stefan Oberndorfer war aus Termingründen dann doch nicht, wie angekündigt, am Start. Dafür tauchte aber auch ein altbekannter Name auf, der dieses Jahr schon mal mit dabei war. Allard Kalff, mir vor allem noch als Kommentator bei Eurosport ein Begriff, kam auf einen guten 10. Rang im Tagesklassement, das insgesamt von der Startnummer #3, Jos Kuijpers angeführt wurde.

Late Model V8 Supercup Lined-Up
©racing14.de – der LMV8 Supercup nimmt Aufstellung

Die Laufsiege gingen an Frank Wouters (Lauf 1), Jos Kuijpers (Lauf 2), während für mich sehr passend die Startnummer #14 mit Barry Maessen am Steuer den Finallauf für sich entscheiden konnte. Und das der LMV8 Supercup auch was für den Nachwuchs ist, sah man letzten Sonntag ebenfalls. Der junge Niederländer Maik Barten, zuletzt noch in Assen im Legend Super Cup am Start, gab ein gutes Late Model-Debüt mit Rang 12 im Tagesklassement. Und auch Deutschland hat ab sofort Verstärkung auf der halben Meile.

Allard Kalff
©racing14.de – LMV8 Allard Kalff

Patrick Heckhausen gab nicht nur sein Debüt im V8-Boliden, sondern damit auch gleich mal im Automobilrennsport, vorher war der 26-jährige im Zweiradsport unterwegs. Sicher kein leichtes Unterfangen, doch er konnte sich aus allen Turbulenzen heraushalten und seine Nummer #88 sicher ins Ziel bringen. Wertvolle erste Oval-Erfahrung und Rang 15 im Tagesklassement lassen für die Saison 2015 auf so einiges mehr hoffen.

Heckhausen Cockpit
©racing14.de – Konzentration vor Debüt – Patrick Heckhausen

In Sachen Meisterschaft der Late Models konnte der Führende, Patrick den Biggelaar, diese auch über die letzten Rennen des Jahres nach Hause bringen und sich damit den Titel sichern.

Late Model V8 - #20
©racing14.de – LMV8

Wie immer reichlich Rennaction lieferten die Stockcar-Klassen F1 und F2, wobei die F1 in Venray immer noch die Pole Position in Sachen Sound haben, die Rennläufe freuen auf jeden Fall jeden V8-Liebhaber. Der Saisonabluss der F1 Stockcars war auch besonders emotional. Traditionell wird hier die “Piet Keijzer Memorial Tophy” ausgefahren, in Erinnerung an Piet Keijzer, der bei einem Stockcar-Rennen tödlich verunglückte. Kein geringerer als sein Sohn, Geert-Jan Keijzer, konnte die Trophy für sich gewinnen. Rennsport im Oval ist oft Familiensache, hier steht noch die Passion und vor allem an solchen Tagen dann auch die Emotion im Vordergrund.

F1 Geert-Jan Keijzer
©racing14.de – F1 Geert-Jan Keijzer

Stichwort Emotion. Theo van Lier stattete nach seinem schlimmen Unfall beim Word Cup im August dem Raceway auch wieder einen Besuch ab. Seine Genesung ist noch nicht vollständig, aber gut, ihn nach diesem tragischen Unfall wieder in Venray zu sehen.

Stockcar F1
©racing14.de – Rennaction Stockcar F1

Und sonst ? In Venray tut sich was, keine Frage. Die NASCAR Whelen Euro Series kommt nächstes Jahr am Wochenende des 16. und 17. Mai 2015 zu Besuch. Es bleibt zu hoffen, dass auch die regelmäßig in Venray stattfindenden Rennserien sich hier zeigen können, so hätte man ein in Europa sicher unvergleichliches Programm auf dem Asphalt.

Stockcar F2
©racing14.de – F2 Stockcars

In Sachen Infrastruktur tut sich auch etwas, man ist mit dem Bau einer Brücke für den Übergang ins Infield beschäftigt, dazu wurde der direkte Zufahrtsweg asphaltiert, somit entfallen künftige holprige Offroad-Einlagen von Anreisenden. Im Ernst, das sich was tut rund ums Oval, hat man innerhalb eines Jahres deutlich gesehen. Der Raceway Venray ist vielleicht ein kleines bißchen Amerika, wo du dich am Wochenende  ans Oval setzt und einfach mal ein paar Rennen genießt. In diesem Sinne, Keep Racing, auch im Oval 2015!

HotRod Supercup
©racing14.de – HotRods Sueprcup

PS: An dieser Stelle nochmal einen besonderen Dank an Stan Libuda, der mir seit meinem ersten Besuch das Thema Ovalrennsport deutlich näher gebracht hat.

Ach ja, und auch der WDR wird demnächst in einer kurzen Reportage auf den Raceway Venray eingehen, in der Sendung Sport im Westen am 08.11.2014 (16:50 Uhr). Wer es nicht sehen kann, hat aber auch online die Möglichkeit, sich die Sendung im Nachhinein anzuschauen.

Alle Bilder und Impressionen zu den Finalrennen in Venray -> Klick

Lars Dreschel- geht nicht gibts nicht
©racing14.de – Geht nicht? Gibts nicht!
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