EuroNascar – Samstags an der Adria

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Start auf dem Adria Raceway

ELITE1 – Kumpen übernimmt

Zu Beginn des Rennwochenendes der Nascar Whelen Euro Series auf dem Adria International Raceway war es noch knapp Frédéric Gabillon, der den Ton angab und am Ende des Tages das Zeitenklassement anführte. Der Franzose kam in den freien Trainings am besten mit den nassen und sehr rutschigen Bedingungen zurecht und lag am Ende des ersten Tages 3 Zehntel vor Borja Garcia. Die Mitanwärter auf die Meisterschaft, Anthony Kumpen und Alon Day, folgten auf den Rängen 4 respektive 8.

Zum Qualifying am Samstagmorgen bei abtrocknender Piste drehte dann aber Alon Day mächtig auf und sicherte sich die Pole Position mit einer guten halben Sekunde Vorsprung vor Gabillon. Trotzdem fand die Zeitenjagd für den Israeli ein abruptes Ende, als sein 54er-Chevy mit technischen Problemen in den letzten Minuten ausrollte. Für das Rennen konnte man den Boliden aber rechtzeitig wieder fit bekommen.

Start ELITE1 Kurve 1 Adria
©racing14.de – EuroNascar Action auf dem Adria Raceway

Anthony Kumpen konnte sich auf Rang 3 vor Nicolo Rocca und Freddy Nordstrom qualifizieren, dahinter erst folgte mit Borja Garcia der letzte aus den Top 4 der Meisterschaft. Gutes Debüt unterdessen für Alex Caffi, der sich beim Einstand in der Serie auf Rang 10 einreihen konnte.

Den besten Start erwischte Alon Day, der sein Heil in der Flucht vorne weg suchte, während Gabillon einige Positionen einbüßte. Kumpen folgte dem 54er-CAAL Racing Chevy mit Respektabstand, dann war es nach einem sehr guten Start Nicolo Rocca, der zunächst die dritte Position einnehmen konnte. Gabillon lag dahinter und bekam mit zunehmender Renndauer immer mehr Druck vom PK Carsport-Boliden mit Bert Longin am Steuer. Anthony Kumpen rückte dem Chevrolet von Day an der Spitze unterdessen immer mehr auf die Pelle und zog schließlich in einem sauberen Manöver vorbei. Begünstigt wurde das Ganze durch Bremsprobleme am Day-Boliden.

Anthony Kumppen - Alon Day
©racing14.de – der Moment der Entscheidung: Kumpen vorbei an Day

Nachdem dann die Positionen zunächst weitgehend bezogen waren, versenkte Riccardo Geltrude seinen Boliden im Kiesbett und sorgte für eine Safety Car-Phase, die erst 6 Runden vor Schluss beendet wurde. Beim Restart behielt Anthony Kumpen die Oberhand, musste sich auf den letzten Kilometern dieses Rennens aber plötzlich wieder Alon Day erwehren, der noch einmal bedrohlich nahe kam. Doch der Meister von 2014 behielt die Nerven und konnte den Sieg nach Hause fahren, damit übernahm er nun auch wieder die Meisterschaftsführung, da Frederic Gabillon nur auf Rang 5 ins Ziel kam.

Nach der Gelbphase attackierte Bert Longin den Franzosen und konnte sich vorbeischieben, in der allerletzten Runde schnappte sich der Belgier auch noch Rocca und konnte so nach langer Zeit mal wieder als Dritter mit aufs Podium klettern.

Day/Kumpen/Longin
©Nascar Whelen Euro Series – Day/Kumpen/Longin

Einer erlebte aber einen rabenschwarzen Samstag – Borja Garcia und sein Team von Double-T Racing hatten beim Heimspiel nichts zu lachen. Nach 2 Runden musste der Spanier mit Bremsproblemen die Segel streichen und auch die restlichen Piloten des Teams mussten aufgeben oder fielen aus. Für den Spanier kann das schon der entscheidende Ausfall in Sachen Titel 2016 gewesen sein.

Ein starkes Rennen lieferte Freddy Nordstrom mit Rang 6 ab, der nur knapp hinter Gabillon ins Ziel kam. In seinem Windschatten folgte der ehemalige Formel 1-Pilot Alex Caffi, der ein mehr als ordentliches Debüt ablieferte. Freddie Hunt hatte im DF1-Boliden die Top 10 schon fest im Visier, als ihn Dario Caso kurz vor Rennende von der Strecke bugsierte. Hunt lieferte bis dahin bei seinem Debüt in der ELITE1 ein mehr als ordentliches Rennen ab, konnte unter diesen Umständen aber nur noch als 15. den #66er-Chevrolet ins Ziel retten.

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Die #66 vor der #8 – hier war die Welt noch in Ordnung

Ulysse Delsaux zeigte ebenso wie Simone Monforte eine starke Leistung, mit den Rängen 8 und 9 können beide mehr als zufrieden sein. Martin Doubek kam für Renauer Motorsport auf Platz 10 vor dem Italiener Carlo Forte ins Ziel. Die Pole Position für das Sonntagsrennen ging wieder an Alon Day, der vor Frederic Gabillon die schnellste Rennrunde absolvierte. Mit der drittschnellsten Runde im Feld sorgte Anthony Kumpen für die exakt gleiche Reihung der ersten drei Piloten wie nach dem Qualifying für den ersten Lauf.

Stienes Longin
©racing14.de – Stienes Longin weiter auf Kurs

ELITE2 – Doppelsieg für PK Carsport

Zur Abwechslung war es in der Nachwuchsmeisterschaft ELITE2 einmal nicht Stienes Longin, der die Pole eroberte. Teamkollege Gabriele Gardel kam von Anfang an auf der Strecke von Adria bestens zurecht und sicherte sich vor dem Meisterschaftsführenden den besten Startplatz. Die 2. Startreihe füllten Roman Mavlanov und Riccardo Geltrude vor Martin Doubek in Diensten von Renauer Motorsport.

Sowohl Guillaume Deflandre am Steuer des #66er-Chevy von DF1 Racing, als auch Justin Kunz bekamen ihre Zeiten wegen den berühmten Track Limits aberkannt. Während Deflandre immerhin noch als 12. starten konnte, hatte unser deutscher Youngster mehr Pech. Durch ständigen Verkehr in der kurzen Qualifying-Sitzung eingebremst, musste er das Rennen von Rang 17 aus in Angriff nehmen, die Zwischenzeiten ließen immer wieder aufhorchen, da wäre deutlich mehr drin gewesen.

Noch schlimmer erwischte es Tineo Aroyo, der aufgrund der technischen Probleme von Alon Day gar nicht erst an der Zeitenjag teilnehmen konnte und somit in Sachen Meisterschaft schon vor dem Rennen deutlich an Boden verlor.

54 CAAL Racing
©racing14.de – Tineo Arroyo in Problemen

Den Start des ELITE2-Rennens konnte Gabriele Gardel klar für sich entscheiden, während Stienes Longin einige Positionen verlor. Doch hinter den Führenden gingen die Turbulenzen los, die sich bis in Kurve 3 zogen, in der einige V8-Boliden im Kiesbett endeten. So musste das Safety Car das Rennen für einige Runden neutralisieren. Nach erneuter Freigabe des Rennens behielt das Duo von PK Carsport die Führung vor einem überraschend starken Roman Mavlanov, der lange Druck auf Longin ausüben konnte, dann aber Boden einbüßte.

ELITE2 Gabriele Gardel - Stienes Longin
©Nascar Whelen Euro Serie – ELITE2-PK Carsport Duo Gardel und Longin

Justin Kunz – Ausrufezeichen gesetzt

Im Mittelfeld ging es unterdessen munter zur Sache, nach einer Kollision war Tineo Arroyo ohne Frontpartie unterwegs und musste schließlich aufgeben, nachdem er bereits einige Positionen gut machen konnte. Vor allem einer machte aber in diesem Rennen auf sich aufmerksam.

Justin Kunz behielt während der turbulenten Startphase die Übersicht und konnte sich sukzessive nach vorne arbeiten. Einige Runden vor Schluss des Rennens nahm er sich einen Viererpack vor sich vor und ward nicht mehr gesehen. Einziger Wermutstropfen an diesem Renntag für den jungen Deutschen – das Rennen war für ihn zu früh vorbei. Mit Gesamtrang 8 und Platz 2 in der Rookie-Wertung konnte er in der Meisterschaft aber ordentlich Boden gut machen.

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Justin Kunz – starkes Rennen

Stienes Longin kam unterdessen an der Spitze zwar nochmals an Teamkollege Gardel heran, wollte aber kein Risiko eingehen und fuhr den zweiten Rang sicher nach Hause – ein wichtiger Schritt Richtung Titel in der ELITE2-Wertung, auch da Verfolger Tineo Arroyo nur als 19. gewertet wurde. Pech derweil bei DF1 Racing – Guillaume Deflandre verlor den 66er-Chevrolet in der allerletzten Kurve in der letzten Runde und beendete das Rennen im Kies, da wäre sicher mehr drin gewesen. Rang 4 ging an Hugo Bec vor Martin Doubek, Dario Caso und Thomas Ferrando.

Die Pole für den Sonntagslauf konnte sich allerdings wieder Stienes Longin sichern, knapp vor dem heutigen Tagessieger. Justin Kunz geht von Rang 8 aus ins Rennen, so weit vorne wie in dieser Saison noch nie. In diesem Sinne, viele Grüße vom Adria International Raceway und Keep Racing!

Ergebnisse Samstagsrennen

ELITE1

ELITE2