Teamcheck die Zweite – EuroNascar 2016

#24 Kumpen PK Carsport-Chevy
©racing14.de – Anthony Kumpen

Klassische Rundstrecke in Valencia, Halbmeilenoval im niederländischen Venray – zwei Veranstaltungen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, hat die Nascar Whelen Euro Series 2016 absolviert. Zeit, auf die Formkurve der Teams zu blicken.

PK Carsport

Die belgische Mannschaft wird Ihrem Favoritenstatus mehr als gerecht, auf jeder Art von Strecke. Dazu konnte man den Vorteil in Venray nutzen, hier schon einige Testkilometer absolviert zu haben. Anthony Kumpen ließ seinen zweiten Saisonsieg nach Rang 2 am ersten Renntag in den Niederlanden folgen und bleibt in der Meisterschaft vorne. Der Meister des Jahres 2014 will seinen zweiten Titel und dieser wird auch nur über ihn führen. Bert Longin war nur am zweiten Renntag in Venray aufgrund von Verpflichtungen in der ELMS, daher war nicht viel mehr als der 11. Rang drin. Sohnemann Stienes unterdessen dominiert die ELITE2-Wertung mit zwei weiteren Siegen im Oval und ist kaum aufzuhalten – hier muss schon viel Pech ins Spiel kommen, um den jungen Belgier zu stoppen beim Weg in Richtung Titelgewinn. Der Schweizer Gabriele Gardel kommt so langsam in Fahrt und liegt derzeit auf Gesamtrang 7, das Podium sollte hier bald greifbar sein.

#54 CAAL Racing Chevy Day
©racing14.de – Alon Day

CAAL Racing

Den Lauf vom Ende des Vorjahres konnte man bei der italienischen Truppe nicht halten, das Oval in Venray bescherte der Mannschaft viel Arbeit und viel Pech. Nicolo Rocca gelangen die Ränge 4 und 7 als bestes Resultat, da ist man anderes gewöhnt. Technische Schwierigkeiten an allen drei Boliden kosteten wertvolle Zeit auf der Strecke, Alon Day musste sich mit Rängen im Mittelfeld abfinden und fiel auf den 4. Gesamtrang zurück.

Vom jungen Israeli dürfen wir aber sicher schon in Brands Hatch mehr erwarten, ist er doch in der Zwischenzeit in das sogenannte “NASCARNext”-Programm einberufen worden, direkt aus dem Nascar-Mutterland. Die Fahrer, die Teil des Programms sind, werden in Sachen weiterer Nascar-Karriere unterstützt, so dass es nicht verwunderlich wäre, Day bald beispielsweise in einem K&N Boliden in den Staaten für einen Auftritt zu sehen. Er ist übrigens der erste Pilot der EuroNascar, der hier mit von der Partie ist. Motivation genug, an die Erfolge aus Valencia anzuknüpfen, ich bin sicher, wir sehen ihn in Brands Hatch wieder ganz vorne.

#44 CAAL Racing Chevy Kunz
©racing14.de – Justin Kunz

Nicolo Rocca fehlt unterdessen ein wenig der Schwung des Vorjahres und Freddy Nordstroms Saison lässt sich bisher mit einem Wort umschreiben: Pech… – nur in der ELITE2 ist der junge Spanier Tineo Arroyo mit Gesamtrang 2 in der Meisterschaft bis dato der Einzige, der das Tempo von Gesamtleader Longin hier und da mitgehen kann. Für unseren deutschen Youngster Justin Kunz verlief sein Ovaldebüt sehr frustrierend, mehr zu seinem Debüt in Venray ist hier nachzulesen. CAAL Racing muss sich vor Brands Hatch neu sortieren und sollte hier zu alter Form auflaufen.

RDV Competition

Erfahrung schützt nicht vor Erfolg – dem Motto folgt der Franzose Frederic Gabillon in diesem Jahr. In den letzten Jahren meist mit einem schlechten Saisonstart ist die Truppe rund um die Startnummer #3 bestens aufgestellt – 1 Sieg im Oval und nur knapp hinter Anthony Kumpen, Gabillon hat sich dies Mal früh im Jahr als Meisterschaftsanwärter erwiesen – dem Titel, den er so oft knapp verloren hatte, scheint er 2016 deutlich näher als sonst. Die Stärke der Mannschaft zeigt auch Hugo Bec in der ELITE2, der einen nicht mehr geglaubten Speed an den Tag legt und seine beste Saison seit langem abliefert – ein Mauerkuss in Venray verhinderte mehr, doch Bec ist in dieser Form regelmäßig in den Top 10 zu erwarten.

Für den jungen Franzosen Delsaux ist der Aufstieg in die ELITE1-Wertung mühsam, keine Frage – er wird noch etwas Zeit brauchen, um regelmäßig in den Top10 landen zu können. EuroNascar Urgestein Didier Bec konnte in Venray ausfallbedingt die Legenden-Wertung für sich entscheiden, meist muss er hier doch anderen den Vortritt lassen.

Nascar NWES Venray (27)
©racing14.de – Hugo Bec

SPV Racing

Borja Garcia war die Überraschung im Oval. Ohne Erfahrung zauberte er vor allem in der Qualifikation eine Runde aus dem Hut, die niemand annähernd schlagen konnte. Zwar fehlte im Rennen dann etwas die Übersicht, dennoch ist der Spanier in dieser Verfassung zu den Top4 Meisterschaftsanwärtern neben Kumpen, Gabillon und Day zu zählen.

In der ELITE2 tut sich im #1er Boliden der Brite Shawn Wakefield noch sehr schwer, mehr als Achtungserfolge werden hier nicht drin sein.

#8 Vict Ford Mustang
©racing14.de – Arianna Casoli / Dario Caso

Vict Motorsport

Der rote Ford Mustang mit der #8 kommt immer besser in Fahrt – in der ELITE1 nimmt hier Dario Caso Platz hinterm Lenkrad. Der Italiener, in der Vergangenheit auch in der Ferrari Challenge unterwegs gewesen, konnte in Venray den dritten Rang in der Challenger-Trophy belegen, wäre da nicht der “Big One” in Lauf 2 passiert, wäre noch mehr drin gewesen. In der Gesamtwertung führt er allerdings die Challenger-Wertung an, Gesamtrang 12 ist für den Neueinsteiger mehr als respektabel, hier geht auf jeden Fall noch was voran.

In Sachen Lady Cup ist Arianna Casoli bislang in diesem Jahr Alleinunterhalterin. Sie konnte leider im zweiten Lauf in Venray nicht an den Start gehen, da der rote Mustang zu beschädigt war nach dem Unfall im ELITE1-Rennen. Doch an Ihrem Ovaldebüt-Wochenende zeigte sie eine besonnene Fahrweise und auch ihr Weg dürfte in dieser Saison noch weiter nach vorne gehen.

Pitlane Valencia Renauer
©racing14.de – Florian Renauer

Renauer Motorsport

Solider Start ins Jahr bei Renauer. Florian Renauer belegt aktuell den 8. Rang in der Gesamtwertung – das Oval zählte nicht zu den Favoriten der Mannschaft – hier ist Luft nach oben, in Brands Hatch sollte der Weg nach vorne gehen. Konstant gut ist Martin Doubek in der ELITE2-Wertung unterwegs und liegt derzeit auf Gesamtrang 3 der Tabelle. Willy Gruber als Neuzugang im Team fährt seine #26 in beiden Meisterschaften, für ihn geht es um gute Resultate in der Challenger-Trophy und in der Legendenwertung – wäre der Ausrutscher im letzten Rennen in Venray nicht gewesen, wäre ihm das auch gelungen.

Nascar NWES Venray (28)
©racing14.de – Freddie Hunt

DF1 Racing

Mathias Lauda ist als Aston Martin-Werkspilot viel beschäftigt. Testfahrten, WEC, oder 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring, daher musste er Venray ausfallen lassen. Mit mehr Zeit im Cockpit ruht die Hoffnung auf dem Österreicher, die Truppe in der ELITE1 mal wieder unter die Top5 zu bringen – Brands Hatch und Tours sollten ihm liegen. In der ELITE2 gibt unterdessen Freddie Hunt eine gute Figur ab, nur die Kollision in Venray kurz vor Ende des letzten Laufes hinderte ihn am Einzug in die Gesamt-Top10. Da ist durchaus noch Luft nach oben – mit Teamkollege Roman Mavlanov geht nun in der gleichen Wertung ein schneller Pilot fürs Team an den Start, der sicher noch Resultate liefern wird. Simone Monforte ist in der ELITE1 auch für Top10 Ergebnisse gut – mehr Infos zum Saisonstart der beiden Teams aus Österreich sind hier online.

#7 Double-T Chevy Geltrude
©racing14.de – Riccardo Geltrude

Double T by Nocentini

Die italienische 4-Wagen Phalanx wird angeführt von Gianmarco Ercoli. Der letztjährige ELITE2-Meister absolvierte bereits einen Gaststart in Amerika und ist der einzige Pilot, der den Aufstieg in die ELITE1 problemlos geschafft hat und an der Spitze mitkämpft. In Venray lag er fast in Front, doch was die Vorfahrtsregelung zwischen ihm und Anthony Kumpen anging, war man unterschiedlicher Meinung. Ercoli schleppte in der Folge seinen waidwunden Boliden noch als 4. ins Ziel und belegt derzeit einen starken Rang 5 in der Meisterschaft – von ihm werden wir in Zukunft noch einiges sehen.

Junior Riccardo Geltrude liefert derweil eine beachtliche Debütsaison ab und ist Vierter in der ELITE2-Wertung. Auch er überraschte und es gibt keinen Grund, warum der Italiener sich im Feld nicht in den Top5 festsetzen wird. Für die anderen beiden Wagen des Teams wird es allerdings schwer werden, sich häufig in den Top10 zu platzieren, hier liegt der Augenmerk dann eher auf den speziellen Wertungen.

#37 Knauf Mustang Ferrando
©racing14.de – Thomas Ferrando

Knauf Racing Team

Schwieriger Saisonstart für Knauf Racing, die in diesem Jahr erstmals mit zwei Wagen am Start sind. Thomas Ferrando konnte gegen Rennende in Venray auftrumpfen und die Ränge 2 und 3 in der ELITE2 nach Hause fahren und nach technischen Problemen in Valencia doch noch einige Punkte mit nach Hause nehmen. In der ELITE1, in der er parallel auch am Start ist, läuft es aber noch lange nicht nach seinem Geschmack. Gesamtrang 9 in der ELITE2 ist derzeit auch noch zu wenig, schließlich hat er vor allem in der Nachwuchswertung Titelambitionen.

Wilfried Boucenna im zweiten Knauf-Boliden liegt dafür solide auf Gesamtrang 6 in der ELITE1, kann er diesen Rang halten, wäre das für das Team ein mehr als gutes Ergebnis. In der ELITE2 gilt es für den Youngster Paul Guiod vornehmlich darum, in diesem Jahr Erfahrungen zu sammeln.

#78 Brass Mustang de Weerdt
©racing14.de – Jerry de Weerdt

Brass Racing

Bei Brass Racing merkte man natürlich die fehlende Oval-Erfahrung aus dem Vorjahr. Dazu wurde Jerry de Weerdt unverschuldet in einen Unfall verwickelt, so dass der Bolide mit der #78 viel Arbeit für die Mechaniker mit nach Hause brachte. Auch für Marc Goosens war Venray komplettes Neuland, Rang 8 im zweiten Lauf war aber schon ordentlich. Brands Hatch wird der Truppe sicher wieder besser liegen, so dass man die sympathische Mannschaft aus Belgien hier wieder weiter vorne erwarten kann.

Motorsport 98

In Valencia lieferte der ehemalige GT4-Pilot Eric de Doncker ein starkes Wochenende ab – allerdings verzichtete man auf die Reise ins Oval. Brands Hatch wird man wieder an die Tür der Top10 klopfen können, wenn alles einwandfrei läuft.

Bands Sports

Neuling Marconi Abreu schlägt sich unterdessen tapfer in der Nummer #47. In beiden Meisterschaften unterwegs, liegt der Brasilianer derzeit in der ELITE2 auf Gesamtrang 8. Diesen zu halten wird aber schwierig.

Trophy Nascar Whelen Euro Series
©racing14.de

Team Maessen/Raceway Venray

Einen gelungenen Einstand gab die niederländische Mannschaft vor heimischer Kulisse auf dem Raceway Venray. Brands Hatch wird nun ein anderes Pflaster, für die Top10 sollte man aber auf jeden Fall gut sein. Barry Maessen verfügt auch auf Rundstrecken über genug Erfahrung und am Niederländer muss man erstmal vorbeikommen. Ob Marko Stipp in Sachen ELITE2 wieder hinter dem Steuer der Startnumer #14 Platz nehmen wird, ist aktuell noch nicht klar (der ausführliche Blick auf das Debüt des neuen Teams ist an dieser Stelle online).

Alex Caffi Motorsport
©Nascar Whelen Euro Series – Alex Caffi Motorsport

Zuwachs kommt – Alex Caffi Motorsport

Ab dem Halbfinale, der vorletzten Veranstaltung des Jahres auf dem Adria Raceway im September, wird der ehemalige Formel 1-Pilot Alex Caffi in die Nascar Whelen Euro Series einsteigen. Der 52-Jährige wird einen Boliden in der ELITE1-Wertung selber steuern, während Mauro Serra den Wagen in der ELITE2 bewegen wird. Für 2017 hat man den Ausbau auf ein 2-Wagen-Team geplant. Zuwachs ist immer willkommen und zeigt, dass die Serie auf dem richtigen Weg ist.

Nächster Halt ist nun ein absolutes Highlight im Kalender- das American Speedfest in Brands Hatch am 11. und 12. Juni 2016. Bis bald wieder in Sachen EuroNascar und Keep Racing!

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