Think Inside the Oval

Tours Speedway France
©NASCAR Whelen Euro Series

Der Rennkalender des kommendenden Wochenendes ist international sicher mehr als gut gefüllt. Was man aber (zumindest die Masse) nur am Rande mitbekommt: In Europa ist in Sachen Ovalrennsport am kommenden Wochenende ordentlich was los.

NASCAR Whelen Euro Series in Tours/Frankreich

Das Oval auf dem Messegelände der französischen Stadt Tours ist Schauplatz des einzigen Rennens der Serie auf einem Ovalkurs – hier bin ich auf das Event schon einmal genauer eingegangen. Viele Motorsportfans können ja mit Ovalrennsport nicht so viel anfangen, für andere bedeutet ein NASCAR im Serientitel, dass die Serie sich gefälligst nur auf Ovalen aufhalten sollte. Die Wahrheit liegt, wie meistens, in der Mitte. Viel Vorfreude auf die 0,720 km lange Strecke ist vielen Piloten der Whelen Euro Series anzumerken.“Ich freue mich wirklich, all meine Fähigkeiten im Oval zeigen zu können – hoffentlich diesmal ohne Kollision“ – so DF1-Pilot Mathias Lauda. Die Aussage lassen wir mal so stehen.

„Da die Kurven nun alle über eine Erhöhung verfügen, wird das Setup auf jeden Fall weniger ein Kompromiss. We werden dieses Jahr hier schneller sein und wir werden eine bessere Chance haben, die Außenseite zu nutzen“, so der amtierende Whelen Euro Champion, Ander Vilarino aus Spanien. „Mein Ziel ist ganz klar der Sieg; Tours ist einmalig, die ganze Stadt ist in das Event involviert und die Fans vor Ort sind fantastisch“.

Race Action Speedway Tours
©NASCAR Whelen Euro Series

Der Tours Speedway ist für viele Piloten in dieser Saison die erste Oval-Erfahrung.“Ich bin sehr aufgeregt! Die ersten Bilder, die ich von der Strecke gesehen habe, zeigen, dass die Serie hier einen tollen Job gemacht hat“, so Anthony Kumpen, derzeit Meisterschaftsführender.

Fst 30 Boliden gehen in das Rennwochenende in Tours – die Teilnehmerliste gibt es HIER. Der Führende der ELITE2-Meisterschaftswertung, Wilfried Boucenna, geht bei diesem Event in der „großen“ ELITE1 an den Start. Und auch eine weitere Lady taucht im Starterfeld auf, die Französin Carole Perrin versucht ihr Glück im Oval. Der Maßstab in Sachen Grundschnelligkeit bei den Ladys ist aber Francesca Linossi. Die Italienerin hat schon einige Tourenwagen in ihrer noch jungen Karriere bewegt, Letztes Jahr war sie noch im Mini Cooper unterwegs, dieses Jahr ist der Bolide in den Ausmaßen deutlich gewachsen. Und nicht vergessen, in Brands Hatch lag „Fast Francesca“ im Wagen mit der Nr. #66 schon mal in Führung, bevor sie die Technik im Stich ließ.

Auf jeden Fall bin ich auch gespannt, wie sich die Truppe von Renauer Motorsport rund um die beiden Piloten Dominic Tiroch und Philipp Lietz beim ersten Ovalauftritt schlägt. Nochmal zurück zum Meisterschaftsleader Anthony Kumpen, das schlägt nämlich gleich den Bogen zum zweiten Oval, auf das ich nochmals kurz eingehen werde. Wie bereitet man sich als belgisches Team am besten auf den ersten Ovaleinsatz vor? Warum in die Ferne schweifen und nicht gleich ein paar Runden auf dem Raceway im niederländischen Venray drehen? Gesagt, getan. „Wir haben ein paar Tage einige Testfahrten auf einem Oval in Holland durchgeführt und viel gelernt in Sachen Setup und Fahrweise“, so Kumpen.

Raceway Venray – 1/2 Mile Weekend

Am 5. und am 6. Juli gibt es auch auf dem niederländischen Oval reichlich Rennaction. Neben dem Late Model V8 Supercup gibt auch die britische PickUp-Truck-Racing Meisterschaft auf der“halben Meile“ ein Gastspiel. 20 Late Models und 15 PickUps, dazu reichlich Rennbetrieb im kleineren inneren Oval durch die StockCars der F1 und F2 Klasse – einen kurzen Blick auf das Programm gab es hier

Langfristig wäre das Oval kurz hinter der deutschen Grenze und unweit von Venlo geradezu prädestiniert für die NASCAR Whelen Euro Series. Ein zweites Ovalrennen würde für eine gute Mischung im Kalender sorgen. Man darf nicht vergessen, dass die Serie noch jung ist, Entwicklungspotential in alle Richtungen ist noch gegeben. Und vielleicht dauert es gar nicht mal so lange, bis die Boliden der Whelen Euro Series auch über niederländischen Boden donnern – man wird sehen. Auf jeden Fall durchaus realistischer als das unser Eurospeedway in der Lausitz nochmal für solche Rennen genutzt werden könnte. Meine Erwartung ist hier eher, dass man das Oval in der Niederlausitz irgendwann einmal zu den vergessen Rennstrecken zählen wird.

Am kommenden Wochenende geht es jedenfalls  „rund“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Berichte in Sachen Whelen Euro Series und Venray folgen dann auch hier wieder wie gewohnt nach und nach, bis dahin, Keep Racing!

Racing at Venray
©racing14.de
Share: Beitrag teilen