TitansRX 2019 – Saisonrückblick

TitansRX 2019 – Full Season Review

Die erste Saison der TitansRX Rallycross-Serie überzeugte mit einem spannenden Titeldreikampf, richtig guter Rallycross-Action und einigen Überraschungen – Rückblick auf das Debütjahr der Titans RX

Titeldreikampf im Fokus der TitansRX 2019

Kevin Hansen, sein älterer Bruder Timmy und der Finne Toomas “Topi“ Heikkinen bestimmten 2019 das Geschehen der neuen TitansRX-Rallycross-Serie. Bis auf eine Ausnahme machten die drei erfahrenen Rallycross-Piloten die Laufsiege unter sich aus und auch die Titelentscheidung fand erst am letzten Rennwochenende des Jahres auf dem Estering statt.

Muss sich Kevin Hansen bislang in der WorldRX Rallycross-WM noch hinter seinem Bruder anstellen, war es hier aber dann der jüngere der beiden Hansen-Brüder, der sich den ersten Titel in der TitansRX-Geschichte sichern konnte. Seine Konstanz war am Ende der Schlüssel zum Erfolg, der Schwede kam zudem von Anfang an mit dem Pantera RX6-Einheitsboliden bestens zurecht.

Auch wenn es die drei Skandinavier waren, die die Siege meist unter sich ausmachten, gab es aber auch im restlichen Feld immer wieder einige Überraschungen und richtig gute Rennen mit packenden Zweikämpfen. Gaststarter, wie beispielsweise die Rallye-Asse Craig Breen und Hayden Paddon, brachten immer wieder Farbe ins Spiel bzw. in die Rennen.

Dazu stand der Besuch auf klassischen Rallycross-Strecken im Fokus der TitansRX-Serie. Vom Circuit d’Essay in Frankreich, auch bekannt als Circuit des Ducs, über Lydden Hill in England bis hin zum Estering im Oktober hatte der Kalender in der Saison 2019 einiges für Rallycross-Fans zu bieten. Das Format mit zwei Läufen pro Rennwochenende wusste ebenfalls auf ganzer Linie zu überzeugen.

Im kommenden Jahr will man zudem noch eine regionale Serie im Rahmen der Meisterschaft austragen, jeweils 3 Rennen sollen dann eine Art Regionalmeisterschaft darstellen, so möchte man das Feld dann auch insgesamt noch mehr füllen. Max J. Pucher darf sich als Initiator der neuen Rallycross-Meisterschaft jedenfalls über eine gelungene Saison freuen.

TitansRX 2019 Review Kevin Hansen
©MJP Promotions 2019/ titansrx.eu

Max J. Pucher zur TitansRX-Debütsaison

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf der Debütsaison der TitansRX und der Resonanz von Fans und Fahrern? 

Wir sind sehr zufrieden mit unserer ersten Saison. Die Fahrer sind alle extrem zufrieden mit Auto und dem Rennformat und bei gutem Wetter hatten wir ausgezeichnete Zuschauerzahlen, bis zu 7.000 pro Event. Für die Saison werden es 40.000 Zuschauer sein und über 3 Millionen auf Eurosport.

Können wir auf eine Erweiterung des Kalenders im nächsten Jahr hoffen? 

Wir versuchen 7-10 Events zu veranstalten, wobei immer 3 davon eine regionale Serie darstellen. Rennfahrer und Sponsoren können für 6 Rennen um EUR 90.000 teilnehmen, ohne irgendein Risiko einzugehen. Der letzte Event ist wieder das Grand Finale der besten Fahrer um den TitansRX Seriengewinner zu küren.

Darf man in diesem Zusammenhang auch den Estering wieder im Kalender erwarten?

Wir planen wieder am Estering zu fahren, aber der Kalender ist noch provisorisch.

Bisher sind die Rennen ja im EurosportPlayer zu sehen, wird das Livestream-Angebot künftig vergrößert? 

Wie genau das Fernsehformat in 2020 aussehen wird, können wir noch nicht sagen. Aber wir werden Live streamen und im Fernsehen sein.

Wer hat sie im Feld am meisten überrascht, die Hansen-Brüder und Topi Heikkinen konnte man ja vorne erwarten? 

Die größte positive Überraschung war Tamara Molinaro, die vorne mitfährt und als RX Neuling auch erfahrenen Fahrern Paroli bietet. Es war auch überraschend wie dominant die Weltklassefahrer mit identischen Autos tatsächlich sind. Durch die regionalen Serien werden wir auch Fahrern, die nicht zu Weltklasse gehören, die Chance geben, ihre lokalen Serien zu gewinnen.

Im sportlichen Reglement wird bislang auf die klassische Regelung/Nutzung der Joker Lap verzichtet, hat sich dies aus Ihrer Sicht gelohnt, denn einigen Fans fehlt die Extrarunde als taktisches Element des Rallycross-Sports? 

Die Entscheidung keine Jokerlap zu fahren war richtig. Das wirklich Interessante am Motorsport sind Zweikämpfe und Überholmanöver. Diese durch einen einzigen Moment am Ende des Rennens zu ersetzen, ist aus meiner Sicht weder sinnvoll noch von den Zuschauern gewünscht. Nur weil fünf Facebook Kommentatoren keine Änderungen vertragen, werden wir nicht 40.000 zufriedene Zuschauer an der Rennstrecke und über 3 Millionen auf Eurosport enttäuschen.

Kevin Hansen TitansRX Estering 2019
©Oliver Kilimann/racing14.de

TitansRX 2019 – Kevin Hansen, Timmy Hansen und Topi Heikkinen im Vergleich

Kevin Hansen brachte es im Laufe der Saison 2019 auf vier Laufsiege, noch entscheidender aber war seine Konstanz. Der junge Hansen war der einzige Pilot, der in allen 12 Rennen auf dem Podium landete. Zwei seiner Siege kamen aus den letzten drei Rennen des Jahres, Kevin Hansen war also zum richtigen Zeitpunkt in Topform und konnte so am Finalwochenende frühzeitig den Titeldreikampf für sich entscheiden.

Timmy Hansen gewann ebenfalls vier Rennläufe, ein schwieriger Saisonstart und ein verkorkstes Finale auf dem Estering warfen den neuen WorldRX Rallycross-Weltmeister aber in der Meisterschaft zurück, so dass er sich mit 35 Zählern Rückstand und dem Vizetitel abfinden musste. Der Titel bleibt ja aber zum Trost in der Familie.

Topi Heikkinen galt schon vor der ersten TitansRX-Saison als Titelfavorit, hatte er doch einiges an Testarbeit im Pantera RX6-Boliden hinter sich. 3 Siege waren aber nicht genug, da ihm am Ende die Konstanz von Kevin Hansen fehlte, musste er sich dem dritten Rang zufriedengeben, gerade einmal einen winzigen Zähler hinter Timmy Hansen.

Estering Saisonfinale 2019 Titans RX Europe_
©Oliver Kilimann/racing14.de

Titans RX – Italienische Überraschung

Hinter den drei Skandinaviern an der Spitze schaffte es lediglich noch der Franzose Jerome Grosset-Janin, einen Laufsieg einzufahren. Ein Triumph auf dem Estering brachte ihm so noch den hart umkämpften vierten Tabellenplatz der TitansRX 2019.

Die Italienerin Tamara Molinaro war unterdessen sicher die Überraschung des Jahres. Zwar tat sie sich im ersten Saisondrittel noch etwas schwer, schaffte es danach aber oft bis ins Finale und erreichte beim Saisonfinale auf dem Estering mit Platz 4 ihre beste Platzierung.

Estering TitansRX 2019
©Oliver Kilimann/racing14.de

Die 22-jährige absolvierte ihre erste Saison im Rallycross-Sport und hat sich im Laufe der Saison enorm gesteigert. Bei schwierigen nassen Streckenbedingungen am Ende des Jahres auf dem Estering war sie in Sachen Rundenzeiten zudem auf dem Niveau der Meisterschaftsanwärter angekommen, ein starker 5. Meisterschaftsrang war die Belohnung. Bleibt zu hoffen, dass wir die schnelle Italienerin auch 2020 in der TitansRX sehen werden.

Ronny C’Rock hielt die deutschen Fahnen am Ende mit dem siebten Gesamtrang hoch, der als Stuntfahrer bekannte Pilot absolvierte 2019 seine erste volle Rallycross-Saison und konnte immer wieder mit einem guten Speed überzeugen. Estering-Lokalmatador Andreas Steffen startete zwar nicht bei allen Rennen, zeigte aber ebenfalls starke Leistungen und schloss die TitansRX-Debütsaison auf Gesamtrang 8 ab.

Die TitansRX Europe ist ein echter Zugewinn für den Rallycross-Sport und man darf gespannt sein, wie sich das Teilnehmerfeld und der Rennkalender für 2020 aufstellen wird. In diesem Sinne, bis bald und Keep Rallying!

TitansRX Estering
©MJP Promotions 2019/ titansrx.eu
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