Tony Stewart – Ein letztes Mal – AlwaysRac14g

during the NASCAR Sprint Cup Series Bojangles' Southern 500 at Darlington Raceway on September 4, 2016 in Darlington, South Carolina.
©Brian Lawdermilk/NASCAR via Getty Images

Wenn am Wochenende der Chase des NASCAR Sprint Cups startet, die Playoffs der höchsten US-Motorsportklasse, wird es das letzte Mal sein, dass ein ganz Großer des Sports hier antritt. Tony Stewart fährt seine Abschiedssaison in der NASCAR, die #14 wird es zwar danach weiterhin geben, doch ohne Smoke am Steuer wird einfach etwas fehlen. Clint Bowyer wird in der kommenden Saison den 14er-Chevrolet von Stewart Haas Racing übernehmen, während der dreimalige Meister aus dem Feld der Aktiven verschwinden wird.

Nach seinem letzten Titelgewinn 2011 musste Stewart eine harte Zeit durchleben, Verletzungen, darunter ein Beinbruch und die Tragödie rund um den tödlichen Unfall von Kevin Ward Jr. im Sprint Car, haben Spuren hinterlassen. An vordere Platzierungen war so lange nicht zu denken, viele waren der Meinung, Tony Stewart hätte seinen Zenit längst überschritten. Doch Smoke ist eine Kämpfernatur durch und durch, das hat er in seiner Laufbahn mehrfach unter Beweis stellen können.

during the NASCAR Sprint Cup Series Toyota/Save Mart 350 at Sonoma Raceway on June 26, 2016 in Sonoma, California.
©Blaine Ohigashi/NASCAR via Getty Images

Vor kurzem absolvierte er sein 600. Rennen – einer stolze Zahl für den 45-Jährigen Piloten, der sicher einer der Fahrer ist, der am meisten polarisiert im medial weichgespülten Teilnehmerfeld. Und sukzessive arbeitete er sich im Laufe dieser Saison wieder nach vorne im Feld, Höhepunkt war sicher die letzte Runde auf dem Rundkurs in Sonoma, als er kurz vor dem Ziel sich die verlorengegangene Führung von Denny Hamlin noch zurückeroberte und nach langer Abstinenz wieder in die Victory Lane einbog – Smoke kann es halt immer noch. Die letzte Runde dieses Rennens ist sinnbildlich für Stewarts Karriere, öfters schon mal abgeschrieben, kämpfte er sich immer wieder zurück.

Wichtig ist ihm, in seiner letzten NASCAR-Saison Spaß zu haben, das darf nicht zu kurz kommen. Doch da er jetzt tatsächlich den Einzug in die Playoffs geschafft hat, hat er natürlich Blut geleckt. Auch wenn er selbst zugibt, dass noch ein wenig fehlt, um regelmäßig wieder ganz vorne dabei sein zu können. In seiner letzten Meisterschaftssaison 2011 sah es nach der regulären Saison auch gar nicht danach aus, dass Stewart ein Wort um den Titel würde mitreden könne. Was folgte, war ein Showdown in Homestead, den er für sich entscheiden konnte, und das als Teamchef und Fahrer gleichzeitig, das hatte es lang nicht mehr gegeben und wird es wahrscheinlich auch nicht mehr.

during practice for the NASCAR Sprint Cup Series Coke Zero 400 at Daytona International Speedway on June 30, 2016 in Daytona Beach, Florida.
©Sean Gardner/NASCAR via Getty Images

Wenn Tony Stewart im Süden Floridas die letzten NASCAR-Runden seiner Laufbahn drehen wird, bedeutet das nicht, dass er aus dem US-Motorsport verschwinden wird. Sprint Cars sind seine Passion und man muss kein Prophet sein, um zu prognostizieren, dass er sich in nicht allzu ferner Zukunft wieder auf einem Dirttrack einfinden wird. Und als Teamboss bei Stewart-Haas wird er hoffentlich häufiger etwas ins Mikro hauchen, was sich viele im NASCAR-Tross nicht trauen.

Die Fußstapfen im Cockpit der #14 sind groß, vor allem verliert die Nascar einer ihrer großen Fahrerpersönlichkeiten, von denen es auch in den USA immer weniger gibt. Aus dem Rennsport indes ist Smoke nicht wegzudenken, auch wenn mir persönlich natürlich die #14 schlechthin auf den amerikanischen Nudeltöpfen fehlen wird. In diesem Sinne Keep Racing– “AlwaysRac14g“ !

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