Tony Stewart – Das letzte Jahr der #14

Tony Stewart - #14 - Chevy
©racing14.de

Wenn am 21. Februar die 500 Meilen von Daytona starten, ist es der Auftakt zur letzten Saison von Tony Stewart in der obersten Nascar-Klasse. Nach zwei sehr schweren Jahren des dreimaligen Champions soll es in der letzten Saison hinter dem Lenkrad der Startnummer #14 nochmal bergauf gehen.

Dafür bleibt auch im Team des Chevrolets mit der 14 kein Stein auf dem anderen. Ein neuer Crewchief (Michael Bugarewicz – vorher Renningenieur bei Kevin Harvick) ist an Bord, Stewart selbst will deutlicher fitter in das Jahr starten, als man es sonst von ihm gewohnt ist. „Ich mache all das Zeug, von dem ich mir eigentlich geschworen habe, es niemals zu tun“, so „Smoke“, der auf seine aktuelle Diät verweist. An der Motivation sollte es also wirklich nicht scheitern. Nachdem in den letzten Jahren nicht viel zusammenlief beim Chef von Stewart-Haas-Racing und er seinen Angestellten beim Gewinnen zuschauen durfte – mal von Danica Patrick ausgenommen -, könnte das Stewart-Abschiedsjahr schon vom Papier her deutlich besser verlaufen.

Tony Stewart - Indianapolis500
©NASCAR/ISC Archives via Getty Images – „Kissing the Bricks“ – damals noch in der #20 – Indianapolis

2016 kommt in der NASCAR das „Low-Downforce-Paket“ zum Einsatz, ein Aerodynamik-Paket mit deutliche wenig Abtrieb. Das ist vom Grundsatz her deutlich mehr nach dem Gusto des dreimaligen Cup-Champions, der schon 2015 passende Worte zum Thema Abtrieb fand:“ .. macht die Aerodynamik weniger wichtig..“ – ein Hinweis, den man getrost auch für viele andere Rennserien nutzen könnte, da muss man auch hier zu Lande gar nicht weit in die Ferne schauen.

Das Abtriebspaket war auch schon im Vorjahr Gegenstand einer Debatte zwischen Stewart und NASCAR-Boss Brian France. Im Vorfeld der neuen Saison bekam der Oberste in Sachen Sprint Cup vom dreimaligen Meister auch nochmal einen mit auf den Weg, als er ihm – zurecht – vorwarf, nicht an Fahrermeetings teilzunehmen und nicht genug an der Basis sei. Ein Fahrer wie Tony Stewart sagt sowas – in Zukunft wird man dies wohl immer weniger vorfinden. Nicht nur auf der Strecke wird Smoke fehlen – auch jenseits der Rennstrecken verliert die NASCAR einen Typen.

Tony Stewart 2016
©NASCAR – Smoke anno 2016 – voll motiviert ins letzte Jahr

Tony Stewart wird aus dem Vollzeitcockpit der #14 nach dem Ende der 2016er Saison in Homestead verschwinden – sicher aber noch nicht aus dem Rennzirkus. Chef bei Stewart-Haas Racing bleibt er und eine Rückkehr auf die Rennstrecke schloss er nicht aus. Er hält sich die Türen offen, vielleicht kehrt er doch nochmal in die SprintCars zurück, wo seine Passion nun einfach mal liegt. Auch ein künftiger Start bei den 24 Stunden von Daytona ist durchaus möglich.

Sein ehemaliger Teamkollege Ryan Newman tritt es auf den Punkt. „Er ist noch nicht fertig mit Rennen fahren. Nur halt im Cup. Ich denke, es gibt eine größere Chance einen besseren und auch einen glücklicheren Tony Stewart zu sehen, wenn er wieder das tut, was er immer geliebt hat.“ Will man Smoke ab 2017 in Aktion sehen, sollte man also bei einer Amerikareise eher nach einem Dirt-Track Rennen Ausschau halten.

Tony Stewart 2011
©Chris Graythen/NASCAR via Getty Images – letzte Meisterschaft: 2011

Die #14 im NASCAR Sprint Cup in ihrer jetzigen Kombination wird ihr letztes Jahr haben, auch wenn Clint Bowyer dann erstmal übernimmt, es wird einfach nicht mehr die 14 schlechthin sein, die Ende November 2011 in Homestead in einem Herzschlagfinale den Meistertitel herausfuhr.

Hier wird einer gehen, der das einfache Racing liebt, einer der wenigen, der sich keinen PR-Maulkorb verpassen lässt. Ein Sieg im letzten Jahr – es wäre Smoke zu gönnen.

Go Smoke!
©racing14.de – Go Smoke!