Tour de Corse – Thierry Neuville Sieger der 10.000 Kurven

Es geht doch – Erster Hyundai-Sieg 2017 – Neuville gewinnt Rallye Frankreich

Vier Rallye-Weltmeisterschaftsläufe liegen hinter uns und bei der Rallye Frankreich war es nun endlich auch für die Mannschaft von Hyundai soweit. Thierry Neuville gewann die Rallye der “10.000 Kurven” auf Korsika – damit ist die WM so ausgeglichen wie schon viele Jahre nicht mehr.

Im bisherigen WM-Verlauf war das Duo Neuville/Gilsoul schon oft die schnellste Paarung mit dem neuen Hyundai i20 coupe WRC, doch Fahrfehler und technische Probleme verhinderten mehr. Allerdings brauchte der Belgier aus St. Vith bei der Tour de Corse diesmal das Pech der anderen, um ganz vorne zu landen.

Hyundai Thierry Neuville Tour de Corse
©Hyundai Motorsport GmbH/Sarah Vessely

Kris Meeke übernahm im Citroen C3 WRC früh das Kommando auf der ersten richtigen Asphalt-Rallye des Jahres – bis zur sechsten Wertungsprüfung blieb der Nordire vorne, dann ereilte seinen Boliden jedoch ein Motorschaden, was das endgültige Aus zur Folge hatte. Danach hatte Neuville das Sagen, blieb fehlerfrei und musste auf den letzten Wertungsprüfungen seinen Vorsprung nur noch verteidigen, nachdem auch Seb Ogier zwischenzeitlich mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

“Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier an diesem Wochenende auf Korsika den Sieg mitzunehmen. Ich bin mir sicher, es gibt viele, die mit uns feiern, nicht zuletzt das ganze Team von Hyundai Motorsport. Sie haben mich alle nach Monte Carlo und Schweden unterstützt, ich bin einfach glücklich. Dieser Sieg ist unserer. Der Beginn der Rallye war schwierig mit einigen Problemen am Freitag, aber wir haben uns dadurch gearbeitet und waren danach stärker. Mit Dani (Sordo) als Drittplatzierten haben wir gute Punkte gesammelt, was uns geholfen hat, wieder in den Titelkampf zurückzukehren”, so Neuville nach seinem ersten Erfolg 2017.

Thierry Neuville / Nicolas Gilsoul
©Hyundai Motorsport GmbH/RaceEmotion

Damit ist der Vizeweltmeister des Vorjahres nun wieder WM-Ditter, nach wie vor führt Champion Ogier die Gesamtwertung nach Korsika an. Der M-Sport-Pilot musste sich am Ende mit einem deutlichen Rückstand hinter Neuville anstellen – 54 Sekunden fehlten dem Fiesta mit der #1.

Herzschlagfinale um Rang 2 – Ogier verhindert Hyundai-Doppelsieg

Vor der letzten Wertungsprüfung lag Dani Sordo noch auf Rang 2, Hyundai Motorsport hatte einen Doppelsieg im Visier. Doch die Rechnung sollte nicht aufgehen, denn Sébastien Ogier holte auf den letzten Metern die entscheidenden Sekunden auf und verdrängte den Spanier und rückte auf den 2. Platz in der Rallye nach vorne. 1,3 Sekunden lag er am Ende vor Sordo. Für den Asphalt-Spezialisten bei Hyundai ein deutlicher Aufwärtstrend, auch wenn er an Thierry Neuville nicht herankommt.

Seb Ogier Tour de Corse WRC
©Ricardo Oliveira via M-Sport

Der amtierende Weltmeister hatte seinerseits lange noch den Sieg im Fokus. Nach sieben Prüfungen lag er lediglich knapp über 2 Sekunden zurück, doch dann begann der Fiesta von M-Sport zu schwächeln. Durch einen Hydraulikdefekt verlor er mehr als 30 Sekunden, kurze Zeit später kam es zu einer Fehlfunktion der Elektrik, so dass der Triumph außer Reichweite war. Trotz aller Probleme baute Ogier auf Korsika seine WM-Führung aus.

Dani Sordo
©Hyundai Motorsport GmbH/Austral

Toyota – solide, aber nicht siegfähig

Der Überraschungsmoment des starken Rückkehrers verraucht unterdessen bei Toyota ein wenig. Wie in Mexiko war man auch bei der Rallye Frankreich nicht in der Lage, aus eigener Kraft die Zeiten der Spitze mitzugehen. Dennoch sorgte Jari-Matti Latvala für den knappsten Sieg in einem direkten Duell.

Toyota Yaris WRC Tour de Corse 2017
©Toyota

Auf der Powerstage nahm er Craig Breen im Citroen die entscheidenden Meter ab und schob sich um eine Zehntelsekunde auf Rang 4 vor Breen nach vorne. Extrapunkte gab es zudem, da der Finne die Abschlussprüfung für sich entscheiden konnte. Auch wenn der Yaris WRC nicht ganz vorne dabei war, zeigte Latvala doch, wie stark er in diesem Jahr ist. Teamkollege Juho Hänninen kann da allerdings nicht mithalten, der Landsmann von Latvala flog schon bei der ersten Wertungsprüfung ab.

M-Sport – Nur einer kam durch

Ott Tänak und Elfyn Evans werden versuchen, den französischen WM-Lauf des Jahres schnell zu vergessen. Beide rutschten durch Fahrfehler von der Straße. Dazu gesellten sich bei beiden auch noch technische Probleme, so dass es am Ende nichts mehr zu holen gab.  Für den Esten Tänak der erste richtige Rückschlag in diesem Jahr, meist war er auf Ogier-Niveau unterwegs.

M-Sport Fiesta WRC 2017
©M-Sport

Hyundai – Hayden Paddon Gesamt-6.

Trotz Vorbereitung im Hyundai R5 bei der Rallye San Remo tat sich Hayden Paddon auf Korsika schwer. Mehr als Rang 6 war für den Kiwi am Ende nicht drin. Der Neuseeländer wird sicher auf den nächsten WM-Lauf in Argentinien hoffen, hier feierte er im Vorjahr seinen Debüterfolg. Auch danach geht es erstmal auf Schotter weiter, hier sollte sich Paddon wieder deutlich stärker zeigen können.

Citroen – Schadensbegrenzung durch Craig Breen

Mit Rang 5 konnte Craig Breen seine solide Leistung mit WM-Punkten krönen, es war aber klar, dass er nicht auf dem Niveau von Kris Meeke unterwegs sein konnte. Nach dem frustrierenden Saisonstart war der C3 aber zumindest in Mexiko und in Frankreich das Auto, was es zu schlagen gilt. Ein deutlicher Aufwärtstrend und mit den anstehenden Schotter-Rallyes sollten wir das Duo Meeke/Nagle auch wieder vorne erwarten können.

Craig Breen Frankreich 2017
©Citroën Racing Media

Stephane Lefebvre fiel dagegen durch einen Unfall auf der fünften Wertungsprüfung aus, so dass es in Sachen WM-Zähler bei den Franzosen immer noch nicht zum Besten bestellt ist. Hier liegt man ordentlich zurück und die Luft an der WRC-Spitze in diesem Jahr ist extrem dünn, eine große Aufholjagd wird daher kaum möglich sein.

WRC2 – Andres Mikkelsen dominiert

Hinter Hayden Paddon kam bereits Andreas Mikkelsen als Gesamt-7 ins Ziel. Der Norweger gewann damit eindeutig die WRC2-Wertung. Von der ersten WP bis hin zur letzten lag der ehemalige VW-Werkspilot in Front und gewann deutlich vor Teemu Suninen im Ford und Yohan Rossel im Citroen. Der WM-Tross zieht jetzt weiter nach Argentinien, wo Ende April der nächste Lauf auf dem Programm steht. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Hyundai Motorsport
©Hyundai Motorsport GmbH/Sarah Vessely

Gesamt-Ergebnis WRC Rallye Frankreich 2017

1. Thierry Neuville / Nicolas Gilsoul (Hyundai 120 Coupe WRC) 3:22:53.4
2. Sébastien Ogier / Julien Ingrassia (Ford Fiesta WRC) +54.7
3. Dani Sordo / Marc Marti (Hyundai 120 Coupe WRC) +56.0
4. Jari-Matti Latvala / Miikka Anttila (Toyota Yaris WRC) +1:09.6
5. Craig Breen / Scott Martin (Citroen C3 WRC) +1:09.7
6. Hayden Paddon / John Kennard (Hyundai i20 Coupe WRC) +2:16.3
7. Andreas Mikkelsen / Anders Jaeger (Skoda Fabia R5) +8:10.7 (1. WRC2)
8. Teemu Suninen / Mikko Markkula (Ford Fiesta R5) +9:17.0
9. Stephane Sarrazine / Jacques Julien Renucci (Skoda Fabia R5) +9:23.6
10. Yohan Rossel / Benoit Fulcrand (Citroen DS3 R5) +12:57.1

WM-Stand WRC

1. Sébastien Ogier – 88
2. Jari-Matti Latvala – 75
3. Thierry Neuville – 54
4. Ott Tänak – 48
5. Dani Sordo – 47
6. Craig Breen – 33
7. Kris Meeke – 27
8. Hayden Paddon – 25
9. Elfyn Evans – 20
10. Andreas Mikkelsen – 12

Hyundai i20 coupe 2017
©Hyundai Motorsport GmbH/RaceEmotion
Share: Beitrag teilen