Tours Speedway – Impressionen

Oval Racing Tours
©NASCAR Whelen Euro Series – Thomas Ferrando ELITE2 – #22 Overdrive

Die Whelen Euro Series lieferte vergangenes Wochenende wieder einmal ein spannendes Rennwochenende ab. Diesmal ging es auf die einzige Ovalrennstrecke im Kalender des Jahres 2014, den Tours Speedway. Wir durften ein Novum erleben, ein NASCAR-Oval-Rennen unter nassen Bedingungen. Und auch einen österreichischen Debütsieger mit Mathias Lauda in Diensten von DF1-Racing. Trotz des Wetters war die gesamte Veranstaltung mehr als gut besucht. Das „American Tours Festival“, bei dem das Thema USA rund um den Kurs auch mehr als präsent vertreten ist, fand erneut mehr als guten Anklang bei den meist französischen Fans vor Ort.

Anthony Kumpen
©NASCAR Whelen Euro Series – Anthony Kumpen #24 – PK Carsport

Überhaupt kann man nach drei Saisonveranstaltungen festhalten, das das wichtigste in diesem Jahr passt. Spannende und vor allem enge Rennen, reichlich Tür an Tür Zweikämpfe und das vor gut besuchten Rängen. Nicht nur in Tours, gerade auch in Brands Hatch zuvor oder beim Saisonauftakt in Valencia – alle Rennen wurde in diesem Jahr vom Zuschauer mehr als gut angenommen. Das ist heutzutage nicht selbstverständlich und schwer zu erreichen. Von vielen NASCAR-Hardcore-Fans wurde die Strecke in Tours als „Parkplatz“ abgetan. Die Whelen Euro Series hat in Tours allerdings viel investiert, um dem Kurs ein zweites Banking zu spendieren. Auch die Fahrer – viele zum ersten Mal im Oval am Start – waren durchweg begeistert.

Gabillon Tours
©NASCAR Whelen Euro Series – Frédéric Gabillon #12 Still Racing – mit reichlich Kaltverformung

Die Whelen Euro Series zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Der Sport muss halt auch erstmal dorthin, wo die Fans sind. Und gerade in diesem Jahr kommen immer mehr bekannte Namen neu dazu. Professionelle und bekannte Teams wie PK Carsport und Marc VDS Racing mischen nun auch mit. In Zukunft könnte ich mir durchaus ein weiteres Ovalrennen vorstellen – der Raceway im niederländischen Venray wäre dazu prädestiniert. Die Veranstaltungen der Serie, die ja französischen Ursprungs ist, werden gerade in Spanien und Frankreich mehr als gut angenommen. Doch auch die Briten haben ihr jährliches Event in Brands Hatch schon mehr als lieb gewonnen.

Francesca Linossi - DF1
©NASCAR Whelen Euro Series – Francesca Linossi – DF1 Racing – schnelle Lady

Nun geht es also im Rahmen des Truck Grand Prix auf den Nürburgring. Ich hoffe, dass sich viele der Fans vor Ort auf jeden Fall die Rennen der Serie anschauen. Auf den Ring freut sich insbesondere Anthony Kumpen, der in Tours die Meisterschafstführung an den Spanier Ander Vilarino abgeben musste. In der Eifel hat er allerdings sein „Heimspiel“, für Vilarino ist der Ring noch Neuland.

Rain in the Oval
©NASCAR Whelen Euro Series – Oval im Regen geht auch

Ein Ovalrennen einer offiziellen NASCAR-Serie im Regen hatte es bis dato noch nicht gegeben. Natürlich sind die Boliden dafür viel eher ausgerichtet, auf Strecken wie Tours macht es ja im Gegensatz zu vielen amerikanischen Speedways auch überhaupt Sinn, im Regen zu fahren. Am besten kam Mathias Lauda mit den Bedingungen zurecht, konnte er seine Regenreifen doch auf der äußeren und nasseren Bahn besser zum Arbeiten bringen.

Rain DF1-Racing
©NASCAR Whelen Euro Series – Land unter Freitags in Tour – DF1-Racing

Insgesamt vier Rennen sahen die Zuschauer vor Ort. Im Nachhinein hätte ich mir nur gewünscht, dass diese durchaus hätten etwas länger dauern können. Bei allen kann man das beste Urteil fällen: Schade, dass es so schnell vorbeiging!

Armetta
©NASCAR Whelen Euro Series – Fabrizio Armetta CAAL Racing #31 – der Haudegen war mit gebrochenem Schlüsselbein unterwegs und war über die ein oder andere Gelbphase mehr als dankbar.

Die Veranstaltung auf dem Tours Speedway werde ich mir für nächstes Jahr dick in meinem persönlichen Rennkalender vermerken, das Ganze schreit nach einem Vor-Ort-Besuch. Auf jeden Fall ist das American Tours Festival etwas besonderes und reiht sich nahtlos in ein gutes Jahr 2014 für die Serie ein.

3-Wide Whelen Euro
©NASCAR Whelen Euro Series – zu Dritt nebeneinander im Oval – passt auch

Mit dem kommenden Rennen auf dem Nürburgring endet die reguläre Saison – bei den verbleibenden Rennen in Italien und Frankreich gibt es dann doppelte Punkte – hier richtet man sich halt auch an der „großen“ NASCAR aus – somit befinden wir uns dann – ganz amerikanisch – in den Playoffs. Von einem Format, wie es aktuell der NASCAR Sprint Cup umgesetzt hat, wo wir am Ende des Jahres eher von einer Art Ausscheidungsfahren reden, hat man hier aber Abstand genommen, Gott sei Dank, wie ich finde.

Vilarino
©NASCAR Whelen Euro Series – Ander Vilarino  -der Champion in Gedanken – danach folgte sein erster Ovalsieg

Die NASCAR Whelen Euro Series ist noch jung, der Weg, den sie geht, ist aber richtig. Wir haben erstmal nur sechs Veranstaltungen in dieser Saison, für die Zukunft kann man sicher darauf bauen, dass noch das ein oder andere Event hinzukommen wird. Manchmal ist halt weniger mehr und die bisherigen Rennen haben nicht enttäuscht. Das Ovalrennen in Tours wird sicher auch in Zukunft eine ganz besondere Veranstaltung sein – vielleicht kann sich ja der ein oder andere auch für einen Ausflug Richtung Frankreich begeistern. Jetzt gehts für die Fahrer der Whelen Euro Series erstmal in die Eifel – ich hoffe, sie haben am Nürburgring gutes Publikum. In diesem Sinne – man sieht sich vielleicht am Ring?! – Keep Racing!

Dupont and Leinders
©NASCAR Whelen Euro Series – Freude bei RacigClubPartners/Marc VDS – Bas Leinders gratuliert Denis Dupont
Frédéric Gabillon
©NASCAR Whelen Euro Series – Frédéric Gabillon – Aerodynamik wird auch überbewertet
Whelen Euro Girls
©NASCAR Whelen Euro Series – immer auch was fürs Auge
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