Auftakt 2016 – Samstags in Valencia

Anthony Kumpen Valencia ELITE1
©Nascar Whelen Euro Series – Anthony Kumpen #24 PK Carsport

ELITE1 – Die #24 schlägt zu – Anthony Kumpen Auftaktsieger

Im Meisterjahr 2014 musste Anthony Kumpen lange auf seinen ersten Sieg im europäischen NASCAR-Ableger warten, genau gesagt bis zum Saisonfinale damals. In diesem Jahr hatte er es etwas eiliger und konnte sein Vorhaben beim ersten Rennen des Jahres der Nascar Whelen Euro Series auf dem Circuit Ricardo Tormo bei Valencia perfekt umsetzen.

Nach der Pole-Position musste sich der Belgier in Diensten von PK Carsport am Start des 16 Runden-Rennens nur Borja Garcia geschlagen geben, der in den ersten Runden dem Feld leicht davonzog, jedoch mit zunehmender Renndauer seinen Vorsprung wieder einbüßte. Kumpen wartete geduldig auf seine Chance und ging am Spanier vorbei. Hinter ihm hatte Frédéric Gabillon (#3 RDV Competition) das Gleiche vor, musste sich aber noch ein paar Runden gedulden, ehe auch er den Weg am Lokalmatador vorbei fand.

EuroNascar Start 2016
©Nascar Whelen Euro Series – Start in Valencia

Zwischenzeitlich hatte sich an der Spitze ein Fünfertrupp gebildet, zudem auch die Piloten von CAAL Racing, Nicolo Rocca und Alon Day, gehörten. Letzterer konnte mit der schnellsten Rundenzeit aufwarten, die ihn für das zweite Rennen am Sonntag die Pole-Position sicherte. Bremsprobleme behinderten ihn zusätzlich im Rennen, bei einem Überholversuch ging der Frontsplitter zu Bruch, so dass er sich am Ende mit Rang 6 begnügen musste.

Während Garcia gerade noch Rocca hinter sich halten konnte und damit den letzten Podiumsplatz ergatterte, geriet Kumpen an der Spitze gegen Rennende unter immensen Druck von Gabillon. Doch der erfahrene Belgier ließ sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und konnte den Sieg nach Hause fahren.

Podium NWES Valencia Saturday Elite1
©Nascar Whelen Euro Series

„Es ist unglaublich! Es war ein schwieriges Rennen, es war sehr heiß und die Strecke war recht rutschig. Die Saison mit einer Pole und einem Sieg zu starten ist fantastisch“, so Kumpen, der seinen dritten Rennsieg in der Serie feiern konnte.

Einige Dramen spielten sich dahinter ab. Freddy Nordstrom musste nach einer Kollision mit Florian Renauer ins Kiesbett und verlor äußerlich einiges an seinem grün-schwarzen Chevrolet, auch die Haube löste sich und versperrte dem Engländer die Sicht – der gab jedoch nicht auf und brachte den Boliden noch über die Ziellinie. Renauer stellte seinen gelben Mustang danach ab, eine gute Punkteausbeute war somit dahin.

Starker Auftritt unterdessen von Gianmarco Ercoli, der amtierende Meister der ELITE2-Nachwuchswertung kam bei seinem ersten Einsatz in der ELITE1 gegen Rennende immer besser in Schuss und konnte sich Rang 5 sichern.

DF1-Chevy
©Nascar Whelen Euro Series – #66 DF1 Racing

DF1 Racing – Mathias Lauda auf Rang 10

Durchwachsen war der Saisonstart für das österreichische Team von DF1 Racing. Mathias Lauda hatte einen ordentlichen Start, konnte seinen Vorderleuten aber aufgrund starkem Untersteuern nicht folgen. Mit zunehmender Renndauer geriet er immer mehr unter Druck vom Amerikaner Brandon Gdovic, seines Zeichens Nascar Xfinity-Pilot. Das Duell ging einige Runden lang, bevor Gdovic kurz vor Rennende die Box ansteuerte. So konnte Lauda mit Rang 10 noch wertvolle Punkte in Sachen Meisterschaft sammeln, denn die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass ein Ausfall in der EuroNascar unbedingt zu vermeiden ist.

Hinter Day auf Rang 6 und Lauda auf Rang 10 vervollständigten Bert Longin, Wilfried Boucenna und Serienneueinsteiger Marc Goosens die ersten Zehn. Bester der Juniorenwertung mit Rang 4 war der Italiener Rocca, der Sieger in der Challenger-Trophy kommt auch aus Belgier, Eric De Doncker konnte sich hier durchsetzen.

EuroNascar-Fahrerfeld 2016
©Nascar Whelen Euro Series – „The Class of 2016“ – Das EuroNascar-Fahrerfeld

ELITE2 – Sieg für Longin und deutsches Debüt

Als die Sonne am Nachmittag schon etwas weiter unten stand, begaben sich die Nachwuchstalente auf die Strecke. Heiß ging es auf der Strecke weiter zu, denn das Duell des Polesetters Salvador Tineo Arroyo (#54 CAAL Racing) mit Stienes Longin, Sohn von Bert, (#11 PK Carsport) ging eng zur Sache. Nachdem der junge Belgier früh die Führung erringen konnte, konterte Tineo Arroyo und brachte seinen gelben Chevy wieder an die Spitze.

Doch der Bolide von PK Carsport biss sich am Heck des Spaniers fest und konnte seinerseits bald wieder die Führung übernehmen und sich einen leichten, aber entscheidenden Vorsprung herausfahren. Dies tat er auch mit der schnellsten Rennrunde, gleichbedeutend mit der Pole-Position für den 2. Wertungslauf.

#11 PK Carsport
©Nascar Whelen Euro Series – Sieg für die #11 – Stienes Longin

Longin feierte damit seinen zweiten Rennsieg in der Whelen Euro Series, hinter Tineo Arroyo war der dritte Platz ebenso hart umkämpft. Auch hier hieß es CAAL Racing gegen PK Carsport, die Protagonisten waren Guillaume Deflandre und Gabriel Gardel. Der junge Belgier und der Schweizer sorgten für beste Unterhaltung, am Ende konnte sich Deflandre durchsetzen.

Pech hatte Freddie Hunt, der sein Debüt im EuroNascar-Boliden gab. Nach einem ordentlichen Start auf dem Weg weiter nach vorne, kam es bereits in Runde 2 zu einer Kollision mit Thomas Ferrando (#37 Knauf Racing). Hunt hatte keine Chance auszuweichen, so war es ein kurzes Debüt für den Engländer. Die Frontpartie des #66 DF1 Racing-Chevys wurde zwar nachhaltig ramponiert, dennoch wird er den Weg am Sonntag wieder in die Startaufstellung finden. Die Mechaniker allerdings konnten sich nicht über einen frühen Feierabend freuen.

Justin Kunz Valencia2016 Cockpit
©racing14.de – Justin Kunz

Justin Kunz – #44 CAAL Racing – guter EuroNascar-Einstand

Mit Justin Kunz gab auf dem Circuit Ricardo Tormo bei Valencia der erste Deutsche in der Nascar Whelen Euro Series sein Debüt. Die Voraussetzungen dafür waren nach dem ersten Lauf der ELITE1 nicht optimal, da Teamkollege Nordstrom in eine Kollision verwickelt wurde und das Team reichlich Arbeit hatte, den V8-Boliden wieder rechtzeitig fertig zu bekommen.

Grid CAAL Racing #44-Chevy
©racing14.de – #44 CAAL Racing

Der 18-Jährige zeigte beim Start eine gute Übersicht und ging sein erstes Rennen im Nascar-Boliden besonnen an. Mit zunehmender Renndauer wuchs die Zuversicht sichtlich, konnte er doch seine Rundenzeiten deutlich verbessern. Am Ende wurde es der 12. Rang mit Sichtweite zu den Top 10. Gelungener Auftritt, der Hoffnung auf mehr macht. In diesem Sinne, bis bald oder Hasta pronto und viele Grüße aus Spanien. Keep Racing!

Das Feld 2016 - Euro Nascar Cars
©racing14.de – Starterfeld EuroNascar 2016
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