VLN – Der doppelte Phoenix

Audi R8 LMS #5 (Phoenix Racing), Anders Fjordbach/Frank Stippler - VLN - Der doppelte Phoenix
©Audi AG – VLN – zweiter Sieg für Phoenix

41. DMW 4-Stunden-Rennen – GT3-Duelle in der Grünen Hölle

Das 24 Stunden Rennen rückt immer näher – die Starterfelder in der VLN in Sachen GT3 sind also prall gefüllt. Was man neben einigen Regenschauern letzten Samstag in der Eifel zu sehen bekam, das hatte es dann auch schon in sich.

VLN2
©VLN – GT3 Zug…

Die Pole-Position holte sich der Mercedes AMG GT3-Bolide von Black Falcon in der Besetzung Schneider/Engel/Christodoulou/Metzger in 8:07.327 Minuten ganz knapp vor den Auftaktsiegern Stippler und Fjordbach im Audi R8 von Phoenix Racing. Überraschend stark auf Rang 3 fuhr der Glickenhaus-Bolide mit gerade einmal einer halben Sekunde Rückstand. Auch Aston Martin war diesmal dabei – die Vorbereitungen für das 24 Stunden Rennen laufen auf Hochtouren. Bestplazierter Vantage GT3 war nach der Zeitenjagd der Bolide von Richie Stanaway und Mathias Lauda, seinerseits gerade frisch vom EuroNascar-Auftakt im sonnigen Spanien in der kalten Eifel angekommen.

Lauda Nürburgring
©Jan Brucke/VLN – vom EuroNascar in den Vantage GT3 – Mathias Lauda

Ein Eifelschauer sorgte vor dem Start des 41. DMW 4 Stunden Rennens dann für Bewegung im Feld – lieber auf Nummer sicher gehen dachte sich ein Gros des Feldes und wechselte auf Regenreifen. Doch wie das schon mal so geht am Ring, schnell wurde es auch wieder trocken und die meisten waren früh gezwungen, wieder auf die profillosen Pneus zu setzen. Bereits nach einer Runde begab sich neben dem in der Startphase führenden Black-Falcon SLS auch die Mehrzahl der restlichen GT3-Horde an die Box, um auf Slicks zu wechseln. 26 Starter zählte man in der SP9 letzten Samstag, nach dem 24 Stunden Rennen werden wir dann mal schauen, wie viele noch dabei sind.

In der vierten Runde hatte Frank Stippler das Kommando im Phoenix-Audi übernommen, dicht in seinem Windschatten Maro Engel im Black-Falcon SLS. Ein faszinierendes Duell boten beide Piloten den Zuschauern vor Ort. Erst nach einer guten Rennstunde konnte Stippler durch einige Überrundungen seinen Vorsprung ganz leicht ausbauen und einmal tief durchatmen. Im Rahmen der Boxenstopps kam der Black-Falcon zwar wieder an die Spitze, da man aber bei Phoenix mit einem Stopp weniger durchkam, setzte sich das Duo aus dem erfahrenen Stippler und dem jungen Dänen Fjordbach am Ende dann aber doch noch recht deutlich durch. Die Leistung des AMG GT3 und des Audi R8 LMS liegen trotzdem eng beieinander – dieses Jahr wird das 24 Stunden Rennen wohl noch mehr zu einem Sprint, als es eh schon ist.

Podium VLN2 2016
©VLN – Podium #VLN2

Der zweite Sieg in Folge in der stark besetzten Top-Klasse bedeutet auch weiterhin die Meisterschafsführung für Stippi und Fjordbach, der übrigens in den kleineren Klassen der VLN seine Nordschleifenlaufbahn begonnen hat. Mit nicht ganz 58 Sekunden Vorsprung erreichte das Duo das Ziel, gefolgt vom Black Falcon AMG. Rang 3 ging an den Haribo-Benz mit Alzen, Arnold, Götz und Seyffarth am Steuer. Hier wurde in der Startphase der Diffusor durch einen Konkurrenten beschädigt, laut Uwe Alzen verlor man aber letztendlich in zwei Gelbphasen die Zeit, die am Ende fehlte. Mit Hinblick auf die 24 Stunden scheint man aber auch hier gut aufgestellt.

Haribo Benz VLN2
©Jan Brucke/VLN

Bei Haribo hat man sich für den Langstreckenklassiker in der Eifel gedacht: Egal ist 88 und setzt neben einem AMG mit der Startnummer 8 auf besagter doppelter 8 das gleiche Fahrerquartett ein – Der VLN-Vierer wird also mehr als gut beschäftigt sein.

Pech hatte dagegen Alzens Bruder Jürgen, dessen Ford GT auf der Döttinger Höhe aufgrund eines technischen Defektes die Segel streichen musste. Die Auslass-Nockenwelle der linken Zylinderbank war gebrochen – der Ford V8 wollte nicht mehr. Seit über einem Jahr der ertse Ausfall der Flunder – mehr als schade.

Frikadelli Racing VLN2
©Jan Brucke/VLN

Und für die schnellste Frikadelle der Welt ging es dieses Mal nur auf den 16. Gesamtrang. Die Fixierung einer lockeren Spurstange der hinteren rechten Radaufhängung kostete Frikadelli Racing einiges an Zeit, aber auch sonst ist man mit dem Porsche noch nicht da, wo man gern wäre.

Der Werks-Aston Martin Vantage von Nicki Thiim und Darren Turner erreichte Rang vier, dahinter folgten die Porsche 911 GT3 von Manthey Racing. Ernüchternd dafür der Blick auf den besten BMW M6 – nur Rang 11 für den von Walkenhorst eingesetzten Boliden. Einen Rang hinter dem bulligen Bayern kam der von Rang 3 gestartete Glickenhaus ins Ziel.

Opel Astra OPC Cup Stryceck
©Jan Brucke/VLN – Family Business by Strycek…

Blick in die Klassen – Jenseits modernster GT3-Technologie

Eine Besonderheit gab es in der CUP1-Klasse zu vermelden. Am Steuer des Opel Astra OPC Cup-Wagens der Startnummer #355 traf sich Familie Stryceck und gewann die Wertung mit 1 Runde Vorsprung für sich. Lena, Robin und Volker Strycek siegten vor Bonk Motorsport. Im modernen Rennsportgerät erfolgreich, mit dem Publikumsliebling leider nicht im Ziel – Volker Strycek war auch auf dem Manta gemeldet, für den war das Rennen aber bereits nach 3 Runden beendet.

Mit 13 Teilnehmern gut aufgestellt war die CUP3-Klasse der Porsche Cayman GT4, in der sich das Team von raceunion Teichmann Racing in der Besetzung Marcel Hoppe und Moritz Gusenbauer durchsetzen konnte.

BMW M235i Racing Cup
©Jan Brucke/VLN – Alles BMW oder was?…

Neben der SP3 mit zahlreichen GT3s war es der BMW M235i Racing Cup (Klasse CUP5), dessen Starterzahlen ordentlich waren. Im Feld der 20 Teilnehmer konnte sich hier das Team von Bonk Motorsport den Klassensieg holen. Damit liegen Alexander Mies und Michael Schrey nun in der Gesamtwertung hinter dem Phoenix-R8-Duo, welches aber nicht alle Läufe bestreiten wird. Rang 3 in der Gesamtwertung der Tabelle geht an Hajo Müller, Jens Riemer und Dominik Thiemann, die mit ihrem BMW E36 in der Klasse V5 ebenfalls zum zweiten Mal in Folge siegreich war.

In der Klasse SP3 war im Vergleich zum Auftakt des Jahres ein wenig mehr los – in der Klasse, in der Groneck im Vorjahr die Meisterschaft holen konnte, siegte das Team von AVIA Racing mit Stephan Epp und Gerrit Holthaus. Der gewohnte Anblick eines Groneck-Clios bleibt einem zwar in diesem Jahr verwehrt, dafür fährt wohl nur in dieser Klasse am Ring ein Duo namens „Engel und Bengel“ – für die reichte es am Ende nur zu Klassenrang 5 – vielleicht weil ein Engel nicht zur Grünen Hölle passt?

Wie dem auch sei, Lauf 3 geht am 14.05.2016 über die Bühne – die letzte Chance für einen Test vor dem 24 Stunden Rennen. Erst der Lauf im Juni wird aber zeigen, wie sich das Feld der VLN in diesem Jahr wirklich entwickelt. In diesem Sinne, Keep Racing

Nürburgring Nordschleife - VLN2
©Jan Brucke/VLN
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