VLN – Der lange Weg des Falken

Falken BMW VLN

©Gruppe C Photography

VLN – Sieg für Falken Motorsport

Man mag es ja kaum glauben, aber das Team von Falken Motorsport fehlte bislang in der Siegerliste der VLN Langstreckenmeisterschaft. Ewig ist man dabei, aber man musste bis zum letzten Samstag warten, ehe man erstmalig auf die oberste Stufe des Siegerpodiums steigen durfte.

In der Saison 1999 trat man erstmals unter dem Falken-Banner an, damals noch mit einem Nissan Skyline. Oft war man nah dran, doch der Triumph sollte einfach nicht sein. So musste die Mannschaft 18 Jahre oder genauer gesagt 6610 Tage auf den Debütsieg warten. Fast hätte das schon zum Saisonauftakt mit dem bekannten Falken-Porsche geklappt, doch da schmiss Laurens Vanthoor den GT3 R kurz vor Rennende in die Leitplanke.

Doch beim vierten Lauf war es nun endlich soweit. Der Porsche sollte es allerdings nicht sein, es war der wuchtige BMW M6 GT3, der die Ehre des ersten Falkensieges in der Eifel für sich verbuchen durfte. In den Händen von Jörg Müller und Step Dusseldorp überquerte der Falken-BMW am Ende mit über 30 Sekunden die Ziellinie ungefährdet als Sieger.

VLN Nürburgring Nordschleife

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Müller übernahm in der zweiten Runde bereits die Führung und setzte sich ab, damit legte der mittlerweile 47-jährige den Grundstein für ein reibungsloses Rennen – diesmal ganz ohne das so oft erlittene Pech der Vergangenheit. „Dieser Sieg ist etwas ganz Besonderes“, so Jörg Müller. „Ich kenne das Falken-Team schon eine gefühlte Ewigkeit – die haben den Sieg wirklich verdient.“

„Wir sind überwältigt. Seit 1999 nehmen wir mit verschiedenen Fahrzeugen bei Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife teil und haben schon viele Erfolge einfahren können. Einzig ein Gesamtsieg ist uns bis dato verwehrt geblieben. Der 8. Juli 2017 geht daher für FALKEN in die Geschichte ein und ist eine verdiente Belohnung für das unermüdliche Engagement unserer Fahrer, des Teams und unserer Ingenieure in Japan, die einen extrem kompetitiven Reifen entwickelt haben“, freute sich auch Markus Bögner, seines Zeichens COO bei Falken Tyre Europe GmbH.

Falken BMW M6 GT3

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Favoritensterben auf der Nordschleife

Die Pole Position ging wieder einmal an den Manthey-Porsche von Sven Müller, gefolgt vom Falken-BMW. Nachdem der eine Müller den anderen überholte, durfte dieser nicht mehr lange an der Spitze mitwirken. Ein Getriebeproblem zwang den Porsche zur Aufgabe. Trotz der Freude über den Sieg gab es bei Falken auch ein weinendes Auge. Der Porsche von Robert Renauer und Klaus Bachler verlor über 10 Minuten an der Box, nachdem man bereits in Runde 2 auf den Walkenhorst-BMW vor einer Unfallstelle auffuhr.

VLN

©Felix Maurer Photography

Das hatte auch Folgen für die Sieger vom dritten VLN-Lauf. Der Ferrari 488 vom WTM-Team geriet ebenfalls in die Kollision und musste das Rennen aufgeben. Spannung gab es vor allem in den letzten Minuten beim Kampf um den zweiten Platz. Romain Dumas in der Startnummer #911 von Manthey setzte sich hier nach einem ganz engen Duell knapp gegen Christian Krognes im Walkenhorst-M6 durch.

Auf Rang 4 kam die erste Frikadelle ins Ziel – Norbert Siedler und Frank Stippler waren gut dabei, mussten sich ihrerseits aber wieder an neue Pneus gewöhnen, denn Frikadelli Racing experimentierte munter weiter. Nachdem man es schon mit Pirelli und Dunlop versuchte, setzte man jetzt auf den Sieger-Pneu von VLN4 und war erstmalig auf Falken-Reifen unterwegs, während der zweite Porsche von Abbelen, Schmitz und Ziegler mit Hankook-Bereifung auf Gesamtrang 11 ins Ziel kam.

Frikadelli Racing Falken Reifen

©BRFOTO Dirk Reiter

„Hätte uns vor dem Wochenende jemand gesagt, dass wir auf Platz vier fahren, wären wir sehr happy gewesen. Im Endeffekt hätten wir heute sogar gewinnen können, leider mussten wir aber einen zusätzlichen Boxenstopp einlegen, da wir den Reifen noch nicht ganz über die Distanz gebracht haben. In der Anpassung des Set-ups auf die Pneus müssen wir noch präziser arbeiten. Das geht nicht von heute auf morgen, das haben wir gewusst – wir werden sicher noch zwei oder drei Rennen brauchen. Aber ich könnte mir vorstellen, dass wir in diesem Jahr noch einmal ganz oben auf dem Treppchen stehen“, so Siedler nach dem Rennen.

Für den Mercedes AMG GT3 von Landgraf Motorsport gab es am Ende Rang 5 zu verzeichnen, dahinter landeten zwei weitere M6 von Walkenhorst.

Spannende Entscheidung in der Porsche Carrera Cup-Klasse

Bis zur letzten Runde mussten die Sieger der Porsche Carrera Cup-Klasse kämpfen. Alexander Mies, Tim Scheerbarth und Steve Jans fuhren nach vier Stunden im Neunelfer des GIGASPEED Team GetSpeed Performance zum dritten Mal in Folge als Sieger ins Ziel. Zu Beginn des letzten Umlaufs hatte das Trio noch das Nachsehen hinter David Jahn und Marek Böckmann vom Team 75 Motorsport rund um Le-Mans-Sieger Timo Bernhard. Der Porsche mit der Startnummer 117 rollte jedoch aus und kam nicht ins Ziel. „Das war unglaublich eng heute“, gab Scheerbarth im Ziel zu.

KTM X-Bow

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Erste KTM-Klassensieger: Ferdinand und Johannes Stuck

Die ersten Sieger des beim vierten Lauf erstmals ausgeschriebenen KTM X-BOW Cup powered by Michelin heißen Ferdinand und Johannes Stuck. Die beiden Söhne von Rennlegende und DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck wurden mit einem Vorsprung von 4:26,812 Minuten vor den zweitplatzierten Nils Jung und Florian Wolf abgewunken. „Ein geiles Rennen mit einem geilen Auto, super Wetter und vielen Fans – was will man mehr“, so Johannes Stuck. Und auch Ferdinand Stuck zeigte sich begeistert: „Es hat irre Spaß gemacht, und man muss KTM zur Idee mit dem Cup einfach gratulieren: Mehr Leistung und Spaß bekommst du für das Geld sonst nirgendwo. Und dabei bin ich mir sicher, dass uns in diesem Jahr auch noch der Sprung unter die 20 schnellsten Teams gelingen wird.“

Fischer / Konnerth / Zils verteidigen Meisterschaftsführung

Mit ihrem vierten Sieg im vierten Rennen haben Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils vom Pixum Team Adrenalin Motorsport ihre Tabellenführung verteidigt. Ihr Porsche Cayman war bei den VLN-Produktionswagen bis 3.000 ccm Hubraum erneut das Maß der Dinge.

Michael Schrey BMW M235i Racing Cup

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Und sonst noch…

In der eng umkämpften Cup5-Klasse setzte sich zum zweiten Mal in Folge Michael Schrey durch und holte mit dem BMW M235i Racing von Bonk Motorsport den Sieg. Am Ende lag der Alleinunterhalter gute 20 Sekunden vor dem zweitplatzierten M235i vom Team Adrenalin Motorsport.

Andy Gülden und Benjamin Leuchter setzten sich klar in der TCR-Klasse durch und sind mit Saisonsieg Nr. 3 wieder zurück in der Siegerspur. Die Klasse SP3 gewannen die Groneck-Brüder. Der Clio der Ex-Meister konnte hier einen klaren Triumph einfahren.

Für die VLN geht es jetzt in die Sommerpause, bevor dann am 19. August 2017 das 6h-Rennen in der Eifel ansteht. In diesem Sinne, Keep Racing!

VLN Nürburgring Nordschleife

©Felix Maurer Photography