VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring – Manthey Racing Sieger der 6 Stunden

VLN 5 2017
©VLN

Manthey-Racing siegt beim Rowe 6 Stunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennen

Im Zeittraining zum 5. VLN-Lauf der Saison 2017 war es noch der Falken-Porsche, der sich die Pole Position einen Hauch vor dem Haribo-Mercedes sichern konnte. Im Rennen zeigte die Eifel jedoch nach langer Zeit mal wieder einige Wetterkapriolen, so dass die Reifenwahl der ausschlaggebende Faktor für den Triumph beim Saisonhöhepunkt war.

Doch zurück zum Start der 6h am vergangenen Samstag. Falken musste den Platz an der Sonne schnell räumen, denn der Haribo-Benz zog vorbei. Dahinter kam es zu einer Kollision zwischen dem Audi von Land Motorsport und dem Frikadelli-Porsche. Für beide sollte danach das Rennen nicht gerade besser laufen.

VLN 2017 – GT3-Straucheln beim 5. Lauf

Im weiteren Verlauf verlor Klaus Abbelen im Bereich Bergwerk die Frikadelle, als starker Regen einsetzte: “Wir hatten einen Startunfall, bei dem unser Auto von hinten getroffen wurde. Dadurch verloren wir schon zwei Runden auf die Konkurrenz. Sabine absolvierte einen starken Stint. Auf meinen ersten zwei Runden fühlte ich mich sauwohl. Leider ist mir dann das Talent ausgegangen – ich habe die Hinterachse verloren und leicht die Leitplanke touchiert”, so der Teamboss.

VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
©Jan Brucke/VLN

Keine Stunde nach dem Start erwischte es dann auch Connor de Phillippi, der im Land-Audi mit einem langsameren Konkurrenten kollidierte, das Aus war die Folge. Schade für die Truppe, von denen man bei den schwierigen Bedingungen noch hätte einiges erwarten dürfen.

Nach nur sechs Runden Renndauer war einer der nächsten GT3 dann von der Bildfläche verschwunden. Der Rowe-BMW M6 GT3 hatte die Führung noch im Laufe der ersten Runde von Haribo Racing übernommen und dominierte zunächst die Anfangsphase. Als er nach dem Flugplatz zum Überholen eines KTM X-Bow ansetzte, sah dieser ihn offensichtlich nicht. Es kam zum Kontakt und Pilot Philipp Eng schlug mehrfach in die Leitplanke ein, bleib aber unverletzt.

Das Duell um den Sieg blieb danach aber lange offen, bei immer wieder wechselnden Bedingungen gab es insgesamt 11 Führungswechsel zu verzeichnen. Vom trocken zu nass und von nass zu trocken – die richtigen Reifen auf dem Boliden zu haben war an diesem Tag kein leichtes Unterfangen. So rollte der Phoenix-Audi lange Zeit auf Intermediates bei trockener Strecke herum und verlor in einem Stint viel Boden. Am Ende reichte es für Frank Stippler und Peter Terting im besten Audi R8 aber noch zu Rang 3.

VLN 2017
©Jan Brucke/VLN – Phoenix-Audi

VLN 6 Stunden-Rennen – Die Qual der (Reifen)-Wahl

Auch die Mannschaft von Haribo Racing musste beim Blick nach oben erkennen, dass man nicht die richtige Reifenwahl getroffen hatte. Als man beim geplant letzten Stopp Slicks aufziehen ließ, entschied sich der Wettergott in der Eifel dagegen und man musste nochmals hereinkommen, um auf Regenreifen zu wechseln. Das Trio van der Zande/Sandström/Stolz landete somit auf Rang 4 und verfehlte das Podium um 12 Sekunden.

Ganz vorne machte Manthey Racing aber alles richtig und zog die besten Schlüsse aus dem wechselhaften Wetter. Dabei war die Lösung recht einfach, kurz nach der Hälfte der zu absolvierenden Distanz zog man profilierte Pneus auf und fuhr von da an nur noch mit Regenreifen.

VLN Falken Porsche
©Gruppe C Photography

So blieb einzig der Falken-Porsche als ernsthafter Konkurrent um den Gesamtsieg. Eine Stunde vor Fallen der Zielflagge entschloss man sich hier auf geschnittene Slickreifen zu setzten – der entscheidende Fehler. Der Himmel öffnete erneut seine Pforten und Pilot Klaus Bachler konnte froh sein, den 911 GT3 R wieder zurück an die Box gebracht zu haben.

Der notwendige Wechsel zurück auf Regenreifen war damit auch die Entscheidung. Bei Manthey legte man daraufhin noch in aller Ruhe einen Tankstopp ein, zuvor war man hier am Limit unterwegs, und brachte den Sieg mit einem Vorsprung von 3 Minuten und 18 Sekunden ins Ziel.

Kevin Estre, Mathieu Jaminet und Romain Dumas feierten so den Sieg des gelb-grünen 911ers, für Estre und Jaminet war es der erste VLN-Gesamtsieg überhaut. “Unsere Strategie war einfach perfekt“, so Dumas nach dem Rennen. Kevin Estre ergänzte: „Die ersten drei Stints waren wir auf Slickreifen unterwegs, dann haben wir auf Regenreifen gewechselt und sind bis zum Schluss dabei geblieben. Es gab in den letzten drei Stunden keinen Zeitpunkt, wo man für mehr als eine Runde Slicks gebraucht hätte.“

Manthey Porsche VLN5
©Jan Brucke/VLN

Hinter den Siegern von Manthey Racing, Falken Motorsports, Phoenix und Haribo Racing lief der Pro-Porsche von Frikadelli am Ende als 5. ein. Mehr war laut Norbert Siedler auch nicht drin: “„Am Ende des Qualifyings ging ich so ziemlich als erstes Topauto für die entscheidende Runde auf die Strecke. Auf der Hohen Acht traf ich eine Code-60-Zone, die direkt hinter mir beendet wurde – die nachfolgenden Autos fuhren dort ohne Zeitverlust durch. Das war einfach Pech. Leider wurde ich auch in meinem ersten Rennstint von zwei Code-60-Phasen eingebremst, die andere Fahrer vor mir nicht aufgehalten haben. Danach konnte ich deutlich schneller fahren als die Teilnehmer vor mir. Nach dem enttäuschenden Qualifying können wir mit Platz fünf sehr zufrieden sein. Das Podium lag für uns wegen des starken Überrundungsverkehrs und der Gelbphasen schon nach dem ersten Stint außerhalb der Reichweite. Mittlerweile hat die Startposition auch bei Langstreckenrennen eine enorme Bedeutung. Unter diesen schwierigen Bedingungen hätte es definitiv schlimmer kommen können.“

Haribo Racing Mercedes AMG GT3
©Gruppe C Photography via Mercedes-AMG Motorsport

Zweitbester Mercedes wurde das Trio aus Hubert Haupt, Adam Christodoulou und Manuel Metzger für Black Falcon auf Rang 6. Der #7er AMG GT3 verlor in der Anfangsphase des Rennens viel Zeit durch Code-60-Situationen rund um die Nordschleife. Trotz eines Leitplankenkontakts mit anschließendem Reparaturstopp konnten sich die Fahrer in der zweiten Rennhälfte noch auf dem sechsten Platz nach vorne arbeiten.

Damit landete man einen Rang vor dem Falken-BMW M6 von Alexandre Imperatori und Jörg Müller. Das Trio Hürtgen/Laser/Nymark kam im Schubert-BMW auf den 8. Rang, bevor dahinter der erste Bolide aus der Cup2 und der H4-Wertung ins Ziel kamen. Der Blick auf die Wertungsklassen beim 6h-Rennen verdient aber einen separaten Beitrag.

Das typische Eifelwetter war zwar nicht immer angenehm, sorgte aber beim Saisonhöhepunkt doch für beste Unterhaltung und einen spannenden Rennverlauf. Am Ende hatte man bei Manthey Racing wohl das beste Gefühl für das Eifel-Wetter. Weiter in Sachen VLN geht es jetzt am 02.09.2017 mit dem 40. RCM DMV Grenzlandrennen. In diesem Sinne, Keep Racing!

PS: Das Gesamtergebnis trägt immer noch den Hinweis – vorläufig – das liegt an einem Protest aus der Klasse V4, wo es um die Klarstellung von verwendeten Stoßdämpfern geht.

Zahlen ROWE 6 Stunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennen 5. Lauf VLN 2017

  • Pole-Position : Ragginger/Bachler (Porsche 911 GT GT3 R), 8:10.110 Minuten
  • Sieger : Dumas/Estre/Jaminet (Porsche 911 GT GT3 R), 38 Runden, 6:01:55.027 Stunden
  • Schnellste Runde : Klohs/Renauer/Jaminet (Porsche 911 GT GT3 R), 8:10.958 = 178.608 km/h

 

5. VLN Lauf 2017
©Gruppe C Photography
VLN Nürburgring
©Jan Brucke/VLN
Frikadelli Porsche
©BRFOTO Dirk Reiter
Mercedes AMG GT3 Black Falcon
©2017 Jonathan Moore via Black Falcon
ROWE BMW M6 GT3
©Jan Brucke/VLN
VLN Nürburgring VLN5 2017
©Gruppe C Photography
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