VLN – Meister 2015:Groneck Motorsport

Groneck-Clio im Nebel
©Jan Brucke/VLN – Groneck-Clio

Licht und Harmonie im Eifelnebel

Erst beim vorletzten Saisonlauf hatten Dirk und Tim Groneck die Führung in der VLN-Meisterschaft des Jahres 2015 abgeben müssen. So war es der Belgier Stefan van Campenhoudt, der mit gerade einmal 0,07 Punkten Vorsprung in das diesjährige Saisonfinale ging. Einen entscheidenden Vorteil konnte der Groneck-Clio aus der Wertungsklasse SP3 dieses Mal aber schon vor dem Start verbuchen. 18 Starter versammelten sich in der Klasse, während die V4-Wertungsklasse, in der van Campenhoudt mit seinem BMW 325i antrat, nur 13 Teilnehmer umfasste.

Daher sah die Ausgangslage wie folgt aus: Schaffte es der Clio mit Startnummer #285 auf die ersten 3 Ränge in der Klasse und wäre van Campenhoudt in seiner gleichauf oder schlechter platziert, würde der Titel nach 2013 ein zweites Mal an die Truppe aus Melle im Kreis Osnabrück gehen. Zunächst mussten sich aber erstmal alle Teilnehmer des 40. DMW Münsterlandpokals in Geduld üben.

Groneck Motorsport
©Jan Brucke/VLN – Meister 2015 Groneck Motorsport

Der Nebel hatte die Eifel im Herbst voll im Griff, so dass sich das Zeittraining auf kurz nach 11 Uhr verzögerte. Mit deutlicher Verspätung wurde auch das Rennen in Angriff genommen, das nur noch mit der verkürzten Renndauer von 3 Stunden angesetzt wurde. Der Groneck-Clio ließ sich von den äußeren Bedingungen nicht beirren und übernahm früh das Zepter in der Klasse.

Die verlorene Führung der Meisterschaft war schnell vergessen und es war klar, dass die Mannschaft in der SP3 die Hosen anhatte. Das dies nicht zwangsläufig zum Erfolg führen muss erlebte man allerdings zwei Wochen zuvor an gleicher Stelle, als ein Glickenhaus-Bolide in eine nicht vorhandene Lücke stach und den schnellen Franzosen der Brüder nachhaltig ramponierte und damit auch um den Klassensieg brachte.

Team Groneck #1 VLN
©Jan Brucke/VLN – die #1 ist zurück bei Groneck

Im Saisonfinale 2015 behielten die Brüder allerdings davon unbeeindruckt die Nerven und wurden auch von den „Großen“ in Ruhe gelassen, so dass man eher den Blick wieder Richtung Wetterbedingungen richten konnte. Der Nebel hatte die Eifel an diesem Samstag fest im Griff und 11 Minuten vor Rennende entschied sich die Rennleitung den letzten Wertungslauf des Jahres mit der roten Flagge zu beenden, auch den ein oder anderen Unfall in den Schlussminuten gab es zu verzeichnen.

Dirk Groneck bracht den Clio davon vollkommen unbeirrt über die Ziellinie – überlegener Sieg in der Klasse mit fast 2 Minuten Vorsprung. Da zum Zeitpunkt des Abbruchs mehr als 160 Minuten absolviert waren, ging das Rennen mit voller Punktzahl in die Wertung ein. So konnten Dirk und Tim nach 2013 ihren zweiten Meistertitel feiern: „Daran kannst du dich einfach nicht gewöhnen. Dieser Moment ist unbeschreiblich. Der zweite Titel hat für uns definitiv die gleiche Bedeutung wie der erste“, so Tim Groneck nach dem Rennen.

VLN9 - V4 - van Campenhoudt
©Jan Brucke/VLN – Vizemeister :Stefan van Campenhoudt

Und Stefan van Campenhoudt? Der Belgier tat sein Möglichstes, früh war aber klar, dass nur ein Problem bei der Truppe von Groneck Motorsport zum Titel verhelfen würde. Der BMW M3 von Team Adrenalin Motorsport in der Besetzung Danny Brink, Christopher Rink und Daniel Zils war an diesem Nebel-Tag nicht zu schlagen und gewann die V4-Klasse mit 1 Runde Vorsprung vor dem Meisterschaftsanwärter, auf Rang 3 liefen die Vorjahresmeister Rolf Derscheid Rolf und Michael Flehmer ein, die die Startnummer #1 jetzt wieder an Groneck Motorsport zurückgeben müssen.

Immerhin darf sich Stefan van Campenhoudt über Rang 1 in der VLN Produktionswagen Trophäe freuen – und eine starke Saison lieferte der Alleinunterhalter am Steuer der Startnummer #478 vom Team Schirmer allemal ab. Unterdessen kamen Arne Hoffmeister und Fabian Wrabetz in der CUP4-Toyota GT86 Klasse fast wie gewohnt zu einem Sieg. Lediglich vor zwei Wochen hatte man technische Schwierigkeiten, so dass die Siegesserie riss. Mit dem erneuten Gewinn ihrer Klasse festigten sie ihren dritten Meisterschaftsrang, dazu standen sie ja bereits als Gewinner des Toyota GT86-Cups fest.

Toyota GT86 Cup
©Jan Brucke/VLN – erneuter Sieg für Dörr Motorsport im GT86-Cup

Gesamtsieg geht an Black Falcon-Porsche aus der SP7

Ein Bolide aus der SP7-Klasse sorgte unterdessen für eine faustdicke Überraschung in der Gesamtwertung. Bis Ende August des Jahres 2009 musste man zurückgehen, um auf einen Gesamtsieg eines SP7-Boliden zu treffen. Der 31. Oktober 2015 markierte die Rückkehr eines Fahrzeuges aus dieser Klasse auf den obersten Podiumsplatz. Nichts gegen eine klasse Leistung von Manuel Metzger, Philipp Eng und „Gerwin“ – doch die äußeren Umständen halfen hier natürlich schon mehr als ein gutes Stück mit.

Doch erst einmal zurück ins verspätete Zeittraining. Hier schnappte sich der BMW Z4 GT3 mit dem Duo Jesse Krohn und Victor Bouveng die Pole Position mit einer Zeit von 8:01.303 Minuten, gefolgt von einem der Glickenhaus. In der neuen Besetzung Mutsch/Westphal/Menzel schaffte die Startnummer #702 eine sehr beachtliche Zeit von 8:03.102 Minuten.

Car Collection SLS
©Jan Brucke/VLN – zu Beginn auch vorne mit dabei – Car Collection SLS

Die Startphase hatte es dann in sich. Nachdem Renger van der Zande den Car Collection-SLS in Führung brachte, holte sich Jesse Krohn diese in Runde 2 zurück, doch die Freude darüber sollte nicht lange anhalten. Krohn musste den Z4 nach der dritten Runde zum Absitzen einer Stop&Go- Strafe an die Box bringen – der Walkenhorst-Bolide war zu schnell unterwegs in einer Gelbphase.

Früh musste auch der Frikadelli-Porsche mit Getriebeproblemen die Box ansteuern. Munter ganz vorne mischte auch wieder die TwinBusch-Mannschaft rund um Marc und Dennis Busch, sowie Marc Basseng mit, die lange Zeit das Geschehen mit ihrem neuen Audi R8 LMS bestimmten. In Runde 19 war es dann auch just diese Truppe, die die Spitze wieder übernahm und den Sieg fest vor Augen hatte. Ob mit dem nun folgenden Rennabbruch und insbesondere der Wertung jeder zufrieden war, sei mal dahingestellt. Fakt ist, die Wertung erfolgte nach Abbruch seitens der Rennleitung nach 17 gefahrenen Runden – somit „spülte“ es den TwinBusch-Audi komplett vom Podium.

VLN Podium Saisonfinale 2015
©Jan Brucke/VLN – außergewöhnliches Podium beim Finale

Der Abbruch kam anderen zu Gute, die insbesondere von den Boxenstopps der GT3-Topteams profitierten. Allen voran der Porsche 911 GT3 Cup des Black Falcon Team TMD. Manuel Metzger – seines Zeichens VLN-Meister 2011 -freute sich somit nach dem Gesamtsieg im Black Falcon-SLS über seinen zweiten und unverhofften VLN-Triumph. Auch für „Gerwin“ und Mister Porschecup 2015 – Philipp Eng ein grandioser Saisonabschluss.

Dahinter durfte zu Freude vieler die Truppe von Glickenhaus mit auf das Podium. Manuel Lauck, Franck Mailleux und Jeroen Bleekemolen feierten das erste Podest für die Mannschaft und das obowohl sie sich in Runde 19 schon in der Box befanden. Auf Gesamtrang 3 schickte Frikadelli Racing auch einen SP7-Porsche in der Besetzung Frank Kräling und Christopher Brück auf das Podium.

TwinBusch Audi R8 LMS
©Jan Brucke/VLN – Pech durch Rennabbruch- TwinBusch Audi R8 LMS

Blick in die Klassen

Lange Zeit ging es in vielen Wertungsklassen eng zu, viele Opel Astra OPC Cup-Fahrzeuge waren beispielsweise dicht an dicht unterwegs. Während das Trio aus Hannu Luostarinen und den Fritzsche-Brüdern den Saisonabschluss gewinnen konnte, ging die OPC-Cup-Wertung an das Team von Lubner Motorsport in der Besetzung Jari Nuoramo, Jua Hannonen und Daniel Bahr.

In der immer hart und eng umkämpften CUP5-Klasse setzten sich Dennis Wüsthoff, Frederic Vervisch und Benjamin Leuchter vor Michele Di Martino und Moritz Oberheim durch, die mit Rang 2 aber den BMW M235i Racing Cup für sich entscheiden konnten.

 BMW M235i Racing Cup VLN10 2015
©Jan Brucke/VLN – Erfolg für TKS Motorsport im BMW M235i Racing Cup

Zum Saisonfinale fanden sich auch deutlich weniger Teilnehmer ein als sonst. Die VLN hat ein schwieriges Jahr hinter sich, der Unfall mit Todesfolge eines Zuschauers zu Saisonauftakt folgten endlose Diskussionen und ein Tempolimit, was seinesgleichen in der Welt des Motorsports sucht. Dazu die Themen GT3-Boliden und Nordschleifenpermit -irgendwie war es bezeichnend, dass die Saison 2015 mit der roten Flagge endete.

Während die RCN die Serie ist, die deutlich Zuwachs in den letzten Monaten erfährt, muss sich die VLN Gedanken machen, wie man die eigene Zukunft gestalten will. Die nächste Generation GT3-Renner wartet darauf, losgelassen zu werden, ob die Nordschleife und die VLN langfristig dafür das Richtige sind, bezweifle ich immer noch.

Immerhin stand zum Finale des Jahres 2015 auch medial einmal die Mannschaft von Groneck Motorsport im Vordergrund und mit ihr ein deutlich seriennäheres Fahrzeug mit dem Renault Clio. Schauen wir mal, was die Zukunft in der Eifel in Sachen VLN so bringen wird. In diesem Sinne, Keep Racing!

Dirk und Tim Groneck - VLN Finale 2015
©Jan Brucke/VLN – Gebrüder Groneck
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