VLN – 6 Stunden in der Eifel

VLN7 - Black Falcon Mercedes AMG SLS GT3
©Jan Brucke/VLN – Black Falcon SLS

VLN7 – der schwarze Falke schlägt zu

Zu Lauf 7 der Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife hatte das sonnige Wetter die Eifel verlassen – im Zeittraining begannen sich dann auch die Schleusen des Himmels zu öffnen, so dass man gut beraten war, früh eine schnelle Runde auf den Asphalt zu zaubern. Zu fortgeschrittener Stunde war an eine Zeitenverbesserung nämlich nicht mehr zu denken.

Die Chance ergriff am besten der Lexus RC-F GT3 von Farnbacher Racing auf dem die beiden Brüder, sowie der Japaner Yoshimoto Platz nahmen. Auf jeden Fall eine überraschende Pole Position mit einer Zeit von 8:19.068 Minuten. Dahinter reihten sich der Falken-Porsche sowie der mitfavorisierte ROWE-SLS auf.

Die große Frage vor dem Start betraf die Reifen – Regen, Slicks oder Intermediates – es bestand kein Zweifel, dass es abtrocknen würde, die Frage war nur, wie schnell. Für viele slickbereifte Fahrzeuge nicht schnell genug – hinterher ist man nun einmal immer schlauer. So fand sich der Polesetter nach Runde 1 auf Gesamtrang 42 wieder und ward nicht mehr gesehen. Nach 25 Runden musste der Lexus dann endgültig die Segel streichen – verkorkstes Rennen nach einem guten Start in den Tag.

VLN7 Lexus GT3
©Jan Brucke/VLN – Überraschungspole – Lexus GT3

Bereits nach zwei Runden zeigte sich das dominierende Bild der ersten Rennstunden des VLN-Saisonhighlights – Christian Hohenadel kam als Führender mit dem ROWE-SLS von der Nordschleife zurück, gefolgt vom Black Falcon Flügeltürer mit Adam Christodoulo am Steuer.

Das Duell war in der Folge wirklich sehenswert – ein enger und sehenswerter Zweikampf mit Führungswechseln – so muss Motorsport sein. Die ein oder andere Berührung blieb zwar nicht aus, beide überstanden diese Reibereien jedoch.

Mit zunehmender Dauer konnte sich dann aber der ROWE-SLS etwas von seinem hartnäckigen Verfolger absetzen und wurde seiner Favoritenrolle durchaus gerecht. In den letzten drei Jahren konnte man das 6h-Rennen für sich entscheiden und vieles deutete auf ein viertes Jahr in Folge hin. Dazu gewann man mit der Kombination Klaus Graf und Christian Hohenadel auch schon Lauf 6. Nach Rennhalbzeit war es aber um die Siegeshoffnung geschehen – die #7 erlitt einen Aufhängungsbruch hinten rechts und der Mercedes-Benz SLS AMG GT3 verschwand in den Tiefen der Boxen.

VLN7 Nürburgring
©Jan Brucke/VLN – VLN7 – schwierige Bedingungen beim Start

So kann sich das Bild ändern – bei Lauf 6 haderte der Black Falcon-SLS  noch mit einigen Gelbphasen, wo man viel Zeit liegen ließ, nun hatte sich das Glück auf die Seite der Truppe aus Meuspath geschlagen. Sicher spulte das Fahrer-Quartett aus Hubert Haupt, Abdulaziz Bin Turki Al Faisal, Adam Christodoulou und Yelmer Buurman 41 Runden ab und überquerte nach 6:03:37,322 Stunden die Ziellinie als Sieger des Opel 6h-Rennens.

Es war der Tag des schwarzen Falken, der mit einem Vorsprung von fast 1 Minuten und 30 Sekunden auf den blauen Falken(-Porsche) einlief. Rang 3 ging an die Busch-Brüder und Marc Basseng im Audi R8 LMS Ultra.

#VLN7 Mercedes-Hyundai
©Jan Brucke/VLN – seltenes Duo: Mercedes und Hyundai

Ein ganz bitteres Aus gab es derweil kurz vor Rennende für den Frikadelli-Porsche zu vermelden, nachdem Klaus Abbelen einen Leitplanken-Kontakt zu verzeichnen hatte und aufgeben musste – ein Top5 Ergebnis blieb der Frikadelle somit verwehrt.

Pech auch für Nico Bastian und Maro Engel, die auf Podiumskurs lagen – aber leider kurz vor Schluss in einer Slow Zone mit ihrem SLS geblitzt wurden – die Zeitstrafe warf sie auch Rang 4 zurück. In Sachen Tempolimits auf der Nordschleife fielen nur zwei Strafen an –  ich gebe zu, fast hätte ich vergessen, dass es diese überhaupt gibt. Aber der Unsinn hat ja nächstes Jahr ein Ende.

Schön zu sehen, dass auch die Scuderia Cameron Glickenhaus wieder mit am Start war. Zwei Fahrzeuge setzte man ein, der SCG003C-Bolide ist einfach immer wieder klasse anzuschauen. Gesamtrang 29 für die Startnummer #702 und Platz 9 für die #701 – gleichbedeutend mit dem Sieg in der Klasse SPX hieß es am Ende für die symphatische Truppe.

Glickenhaus - VLN
©Jan Brucke/VLN – der SCG003C

Groneck-Clio führt Siegesserie fort

Zeit, auf die Gesamtwertung zu schauen. Viel Neues gibt es hier nicht zu vermelden. Das liegt vor allem daran, dass die Brüder Dirk und Tim Groneck ihre Siegesserie in der Klasse SP3 weiter fortführen. Das Qualifying gab an diesem Samstag wetterbedingt zunächst ein überraschendes Bild ab, musste sich die Startnummer #285 hier doch mit Rang 5 begnügen.

Im Rennen stellte man aber schnell wieder die gewohnte Reihenfolge her. Nach 36 Rennrunden hatten die Gebrüder eine Runde Vorsprung auf den Clio von Schläppi-Race-Tec mit der Besetzung Holger Goedicke, Fabian Danz und Mathias Schläppi. Nur in Sachen schnellste Rennrunde wurde es etwas knapp, aber auch hier toppte der Groneck-Clio die Zeitenliste. Die Meister des Jahres 2013 sind nach einer durchwachsenen Saison 2014 auf dem besten Weg zu VLN-Meisterschaft Numero Zwei.

VLN7 - Groneck-Clio
©VLN – Groneck-Clio auf Kurs

Aber auch die Verfolger in der Gesamtwertung ließen beim 6h-Rennen nichts anbrennen. Mit dem erneuten Sieg seines BMW 325i E90 in der Klasse V4 (11 Starter) schob sich der Belgier Stefan van Campenhoudt vorbei an Arne Hoffmeister und Fabian Wrabetz. Die gewannen zwar mit ihrem Toyota GT86 ebenfalls erneut die Cup4-Klasse, doch die Startnummer #534 von Dörr Motorsport hatte nun einmal weniger Gegner als van Campenhoudt in seiner Klasse, ergo weniger Punkte.

Die drei Führenden in der Meisterschaft eilen also von Klassensieg zu Klassensieg, der erste grobe Schnitzer könnte hier entscheidend sein.

Hyundai Veloster Turbo -SP2T
©Jochen Merkle – racepicture.de – Hyundai Veloster Turbo

ein seriennaher Blick in die Klassen – SP2T

Immer mal wieder lohnt sich in der VLN aber auch ein Blick in die kleineren Klassen, die zwar zahlenmäßig nicht so stark besetzt sind, dafür aber einiges an Vielfalt bieten. Fernab der GT3-Boliden geht es hier doch noch sehr seriennah zu.

In der Klasse SP2-T = VLN-Specials 2T werden Fahrzeuge mit einem Hubraum über 1.350 bis 1.750 ccm mit Turbolader eingesetzt. Beim Blick ins Teilnehmerfeld fällt sofort der ein oder andere sehr bekannte Name auf. Die Scuderia Giudici setzt hier einen Alfa Romeo Giulietta „Quadrifoglio Verde“ ein. Gianni Giudici ist sicher vielen ein Begriff, vor allem auch aus seinen DTM-Zeiten. Am Steuer des Italieners nimmt neben Diego Romanini und Claudio Giudice auch ein altbekannter Name Platz. Nicola Larini ist sicher der Top-Pilot in der Klasse.

Messen musste man sich im Rahmen des 6h-Rennens in dieser Klasse mit Fahrzeugen, die man sonst eher wenig auf den Rennstrecken dieser Welt antrifft. Das Team von Schumann Motorsport trat am vergangenen Samstag in der Grünen Hölle mit zwei Hyundai ebenfalls in der Klasse an.

Der i30 Turbo und der Veloster Turbo sind sicher Boliden, die man neben der normalen Straße sonst nur auf der Nordschleife in Sachen Motorsport antrifft. Hyundai, immerhin in Sachen Rallye-Weltmeisterschaft mittlerweile auf Top-Niveau unterwegs, ist sicher mehr als nur ein Farbtupfer im Feld.

Hyundai i30 Turbo-SP2T
©racing14.de – Klassensieger SP2T – Hyundai i30 Turbo

Die Klasse wurde komplettiert durch einen Renault Clio und einen Peugeot RCZ. Nachdem wie zu erwarten Nicola Larini das Tempo in der Wertung vorgab, gab es gute zwei Stunden vor Rennende das Aus des Alfa zu vermelden – Unfall im Bereich Adenauer Forst. So konnte der Hyundai i30 Turbo die Spitze übernehmen und nach 35 Runden mit guten 2 Minuten Vorsprung vor dem Peugeot RCZ und dem Markenkollegen Veloster die Klasse für sich entscheiden.

Markus Schrick, Jürgen Schumann, Heiko Hammel und Michael Bohrer heißen die glücklichen Sieger. Für Hammel und Schrick – seines Zeichens übrigens Hyundai-Deutschland-Chef – war an diesem Samstag nicht an Ausruhen zu denken – beide absolvierten Stints sowohl im i30, als auch im Veloster. Wie es sich übrigens im Veloster Turbo so um die Nordschleife fährt, erfahrt ihr die nächsten Tage dann auch noch auf racing14. Es war mal wieder Zeit, die Nordschleife aus anderer Perspektive zu erkunden – lasst euch also überraschen.

Insgesamt war das VLN-Saisonhighlight mit einem großen Starterfeld ein gelungener Auftritt auf der Nordschleife. Man war geneigt, viel Negatives aus diesem Jahr einmal auszublenden – zumindest das ist mal ein gutes Zeichen. Weiter in Sachen VLN geht es am 03. Oktober mit dem 55. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen. In diesem Sinne, Keep Racing!

PS: Impressionen rund um den 7. VLN-Lauf sind hier online.

VLN7 Opel Manta
©VLN – durfte beim Opel 6h Rennen natürlich nicht fehlen – der Manta
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