VLN – Rückkehr der Flunder

Start VLN5
©Jan Brucke/VLN – Start zu VLN5 – im Hinterfeld geht was schief

Da war er wieder – der Alzen Ford GT. Beim 47. ADAC Barbarossapreis, gleichbedeutend mit dem fünften Lauf der VLN im Jahr 2015, trat der schwarze Renner von Jürgen Alzen wieder auf die Nordschleifen-Bühne. Jürgen Alzen ist ja nun sicher nicht als Freund der letzten Entwicklungen am Ring bekannt – daher wollte er auch noch nicht wieder ins Cockpit steigen.

So fand sich sein Bruder Uwe hinter dem Lenkrad des Ford GT an der Seite von Stammpilot Dominik Schwager wieder, der das Fahrzeug – übrigens letzten Samstag in der Klasse SPX am Start – in und auswendig kennt. Das Comeback der Flunder hätte besser nicht sein können. Der Pole Position mit einer Zeit von 8:08.022 Minuten folgte die Dominanz des 5. VLN-Laufes. Im Rennen war man mit der schnellsten Runde von 8:08.615 Minuten dann ebenfalls eine Klasse für sich.

VLN5 Dominik Schwager - Uwe Alzen
©Jan Brucke/VLN – Sieger Schwager und Alzen

Die Konkurrenz war an diesem Samstag in erster Linie der Walkenhorst-BMW Z4, der aber das Tempo letztlich nicht gehen konnte. Nach Problemen im Laufe des Rennens mussten sich Michela Cerruti, Felipe Fernándes Laser und Jesse Krohn – die Sieger des vierten Laufes – auch hinter dem Lexus GT3 von Farnbacher Racing anstellen. Der Lexus machte eine gute Figur, am Ende stand auf der Zeitenliste nur ein Rückstand von 14,502 Sekunden auf den Alzen-Ford zu Buche.

Das kommt allerdings nur zustande, weil man bei der Truppe des Siegers satte Zeitstrafen kassierte. Einmal Stop and Go für Unterschreitung der Mindeststandzeit beim Boxenstopp und dann war da ja noch die unrühmliche Slow Zone – satte 95 Sekunden wurden hier am Ende hinzu addiert – Domink Schwager hatte kurzzeitig vergessen, dass die Nordschleife in der Neuzeit die einzige Rennstrecke ist, auf der es so ein Tempolimit gibt – man mag es ihm nachsehen. So wurde es auf dem Zeitenmonitor zwar knapp, aber am Ende durften sich die Sieger mehr als verdient feiern lassen.

Lexus GT3
©Jan Brucke/VLN – Lexus GT3 Farnbacher Racing

Für mich wichtigstes Fazit: Klasse, dass der Ford GT wieder dabei war. Für den Porsche GT3 von Frikadelli Racing kam übrigens das Aus schon in Runde 11, als die Frikadelle nach einem Ausritt die Streckenberenzung aufsuchte – das überstand der 911 dann leider nicht mehr.

Werfen wir  einen Blick in die Klassen. Die Gebrüder Groneck konnten mit ihrem Renault Clio den vierten Saisonsieg in der Klasse SP3 feiern – die Meister des Jahres 2013 setzten sich klar gegen das Team von Schläppi Race-Tec durch. Somit ist der Groneck-Clio auch wieder in der Gesamtwertung oben auf und darf sich Halbzeitmeister nennen. Dieses Jahr läuft es wieder rund bei Tim und Dirk. Auch die beiden gerieten allerdings in eine sagen wir mal etwas verwirrte Startphase hinein.

FordGT3
©Jan Brucke/VLN – Alzen FordGT

Heinz Schmersal am Steuer eines Manthey 911 GT3 Cup-MR geriet kurz vor der Startlinie mit einem Ferrai-Piloten aneinander und verabschiedete sich ins Kiesbett. Das hatte zur Folge, dass die beiden folgenden Startgruppen unter den Code60-Regularien das Rennen aufnehmen musste. Mancher hielt sich dran, mancher nicht – in diesem Fall taugt dieser Code aber ja nun auch mal so gar nichts – wie sonst meist leider auch.

In Sachen Meisterschaftstabelle folgt ein Toyota GT86 aus der Cup4 Klasse dem Groneck-Clio – Arne Hoffmeister und Fabian Wrabetz in Diensten von Dörr Motorsport konnten letztes Wochenende einen überzeugenden Rennsieg in ihre Klasse herausfahren. Auf den weiteren Rängen liegen Stefan van Campenhoudt (Klasse V4, BMW 325i) und Christian Menzel (Cup2, Porsche 911 GT3 Cup 991).

Porsche 911 Nick Tandy
©Jan Brucke/VLN – Manthey Racing – Nick Tandy

Und schließlich fand sich auch ein aktueller LeMans Sieger im Feld wieder – Nick Tandy gewann die Klasse SP7 – gleichbedeutend mit Gesamtrang 5 -zusammen mit Christoph Breuer auf einem von Manthey eingesetzten Porsche 911 GT3 Cup.

Insgesamt drei Strafen gab es währen des Rennens für Überschreiten des Tempolimits in der Slow Zones – man gewöhnt sich halt auch an Schlechtes schnell – in der Hoffnung, dass dieses aber bald verschwindet auch ohne an der Grünen Holle herumzudoktern, liest man sich hoffentlich bald wieder. Keep Racing!

 

Share: Beitrag teilen