VLN Saisonauftakt 2018 – Manthey Racing obenauf

Manthey-Racing erneut Auftaktsieger

Beim Saisonstart der VLN gab es ein grelles Déjà-vu – will heißen, es war der Manthey Porsche, genauer gesagt „Grello“, der das Geschehen beim ersten VLN-Lauf des Jahres 2018 bestimmte.

Zuerst sicherte man sich mit GT-Alleskönner Laurens Vanthoor am Steuer mit einer Zeit von 8:03,070 Minuten die Pole Position, danach ließ man schnell keine Zweifel aufkommen, dass auch der diesjährige Auftakt dem Team von Olaf Manthey gehörte. Boxenstoppbedingt musste man zwar hin und wieder die Führung abgeben, doch am Ende kam man mit über 50 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierten ins Ziel.

Kevin Estre, Earl Bamber und Laurens Vanthoor bestimmten den Start ins neue VLN-Jahr in Sachen GT3 mit einer sauberen und fehlerfreien Vorstellung. „Großartig, endlich mein erster Sieg auf der Nordschleife“, freute sich der Neuseeländer Bamber über den Erfolg. Auch für Vanthoor war es ein Premiere. Der Belgier feierte den ersten Porsche-Sieg seiner Karriere: „Endlich, darauf habe ich mehr als ein Jahr warten müssen. Und dann noch mit ‚Grello‘ in der Grünen Hölle – grandios.“

Manthey Porsche VLN1 2018

©Felix Maurer Photography – Grello war erneut siegreich

Das Manthey-Trio dominierte das Geschehen an der Spitze über die komplette Distanz. „Ein Spaziergang war es dennoch nicht“, so Kevin Estre. „Die Nordschleife ist immer eine Herausforderung und es wird garantiert nie langweilig.“

Dahinter ging es dafür umso spannender zu, denn kurz vor Schluss schnappte sich der Mücke-BWT-Audi noch den Falken-Porsche und verdrängte ihn vom zweiten Rang. Somit gewannen Markus Winkelhock und Nico Müller den Titel Best of the Rest an diesem Samstag in der Eifel, der nebelbedingt etwas später ins Rollen kam. Hinter Klaus Bachler und Sven Müller im Falken 911er landete die Truppe vom Land Motorsport und schrammte knapp am Podium vorbei.

Den besten Mercedes-AMG GT3 fuhr das Team HTP auf Platz fünf. Schnellster BMW M6 GT3 war die Startnummer 98 von ROWE-Racing. Damit beendeten alle vier deutschen Automobilhersteller in der GT3-Klasse das Rennen in den Top 10, wobei wir alle wissen, dass hier vor den 24 Stunden 2018 noch das berühmt-berüchtigte Sandbagging betrieben wird. Man hat sich ja leider dran gwöhnt, da wird also bei einigen noch Luft nach oben sein.

Falken Porsche

©Gruppe C Photography; via Falken Tyre Europe

In dieser Saison ist die GT3-Klasse SP9 ja erstmals in drei Unterkategorien unterteilt, die einzeln gewertet werden. Die Gesamtsieger des Laufs gewannen damit gleichzeitig die Professional-Wertung. Erste Gewinner der neuen SP9-Premium-Wertung sind Steve Jans und Marek Böckmann im Porsche 911 GT3 R des Gigaspeed Teams GetSpeed Performance.

„Super, dass es auf Anhieb geklappt hat“, freute sich Böckmann. „Das macht Lust auf mehr und lässt uns für die nächsten Rennen hoffen.“ Lobende Worte fand Jans für seinen neuen, permanenten Teamkollegen. „Unser Speed war gut und wir waren konkurrenzfähig. Marek hat einen tollen Job gemacht. Wir harmonieren sehr gut, sowohl auf als auch neben der Rennstrecke.“

Und last, but noch least, entschied die SP9-Masters-Wertung Henry Walkenhorst, Rudi Adams und Andreas Ziegler im BMW M6 GT3 für sich.

VLN Saisonauftakt 2018

©Frikadelli/BRfoto – Rang 13 für den ersten der Frikadelli-Porsche

Blick in die VLN Wertungsklassen

Den schnellsten Cup-Porsche pilotierten Marcel Hoppe, Moritz Kranz und Tim Scheerbarth für Mühlner-Motorsport, die Mannschaft führte schon im Vorjahr zwischenzeitlich die Meisterschaft an.

Als Sieger einer zahlenmäßig gewachsenen Gruppe H konnten sich Olaf Beckmann, Peter Hass und Volker Strycek im Opel Manta über den Klassensieg freuen. Dabei nahm man die
64. ADAC Westfalenfahrt mit ordentlich Rückstand auf, nachdem man in der Einführungsrunde die Box aufsuchen musste.

Beste Piloten der VLN-Produktionswagen-Klassen waren unterdessen Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils mit dem Porsche Cayman des Pixum Team Adrenalin Motorsport.

VLN 2018 Nürburgring Nordschleife

©Jan Brucke/VLN

Der erste Tabellenführer der Saison 2018 kommt aber erstmal mit dem Trio Bamber/Estre/Vanthoor aus der SP9. Mit 19 Gegnern sicherten sie sich 9,75 Punkte für die Fahrerwertung.

Zweite sind Yannick Fübrich und David Griessner als Sieger der BMW M235i Racing Cup-Klasse (9,74 Punkte) vor Carsten Knechtges und Marcel Manheller (9,71 Punkte), die im Manheller-Racing-BMW die Klasse V4 für sich entschieden. Manheller macht somit da weiter, wo er im Vorjahr aufgehört hatte, ganz vorne in der Tabelle.

Manheller Racing 2018

©Ruben Schaefer via Manheller Racing – Sieger in der V4: Manheller Racing

Und der Meister? Michael Schrey musste beim Saisonauftakt ordentlich Kraft lassen und das am Ende ganz umsonst. Schon auf dem Weg zu einem weiteren Klassensieg im BMW M235i Racing Cup  ging ihm vor der Zielline der Sprit aus.

Schrey schob seinen BWM mit letzter Kraft über die Zielline und hätte damit noch den vierten Rang erreicht, doch am Ende wurde er aus der Wertung genommen. Das Reglement schreibt vor, das der Wagen aus eigener Motorenkraft über die Ziellinie kommen muss und das war somit leider nicht der Fall. Ein Kraftakt, der sich also nicht gelohnt hat.

In der SP10 für GT4-Fahrzeuge setzte sich der Mercedes-AMG von Black Falcon durch und in der SP3 konnten Tim Schrick und Lucian Gavris die versammelte Meute von fünf Toyota GT86 hinter sich lassen.

Mercedes AMG GT4

©Gruppe C Photography via Mercedes-AMG Motorsport – GT4-Sieger

In der SP7 durfte sich das Team rund um Uwe Alzen über den Klassensieg mit ihrem Porsche 911 GT3 Cup MR freuen.

In der TCR-Wertung setzte sich die Mannschaft von FEV Racing und dem Seat Sport Cupra TCR vor der Konkurrenz von Lubner Motorsport mit dem Astra und dem ersten der Hyundai i30 TCR durch. Der wurde allerdings schon kurz nach dem Start in der ersten Kurve getroffen und verlor wertvollen Boden.

Hyundai i30 N TCR

©Jan Brucke/VLN

Als einziger Teilnehmer der SP-X landete der Renault R.S.01 auf dem 12. Gesamtrang. Der zweite Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring steht dann auch schon bald wieder an, am 7. April 2018  geht dann das 43. DMV 4-Stunden-Rennen der RG Düren über die gewohnte Distanz von vier Stunden. In diesem Sinne, Keep Racing!

Gesamt-Ergebnis VLN1 2018