VLN – Schreys Meisterstück und Manthey-Sieg

VLN – Michael Schrey feiert Titelverteidigung – Manthey Gesamtsieger von VLN9

Schrey erneut VLN-Meister

Bevor ich auf das Geschehen an der Gesamtspitze des Rennens blicke, hat natürlich beim VLN Saisonfinale erstmal der Blick auf die Meisterschaft Vorrang.

Dabei war die Ausgangslage klar. Michael Schrey, im Vorjahr bereits gemeinsam Meister mit Alexander Mies, musste in der BMW M235i Racing Cup-Klasse (Cup 5) den Klassensieg oder den 2. Rang holen, um seinen Titel zu verteidigen. Das ist natürlich in der stark besetzten Markenpokal-Wertung alles andere als selbstverständlich, auch wenn es Schrey zuletzt gelungen war, einen Erfolg nach dem anderen einzufahren.

Sechsmal gelang ihm dieses Kunststück in Folge, doch bei Bonk Motorsport hatte man noch einen Masterplan in der Schublade, um den Titel nach Hause zu fahren. Man entschied sich kurzerhand dazu, Schrey in der TCR-Klasse ins Rennen zu schicken – im Volkswagen Golf TCR von Benjamin Leuchter und Andreas Gülden.

„Wir haben heute Nacht die Köpfe zusammengesteckt und überlegt, wie wir das Risiko minimieren könnten – dabei kam uns dieser Einfall“, grinste der Teamchef, nicht ohne Stolz. Schrey holte als TCR-Klassensieger 9,17 Punkte und kürte sich mit 0,2 Punkten Vorsprung zum zweiten Mal in Folge zum VLN-Champion. Für sein Team Bonk-Motorsport ist es bereits der fünfte VLN-Meistertitel. Der Rennstall aus Münster stellt damit den bisherigen Rekord des Teams rund um Lokalmatador Johannes Scheid ein.

VLN Schrey VW Golf TCR
©Jan Brucke/VLN

In der Meisterschaft hatten derweil Norbert Fischer, Christian Konnerth und Daniel Zils am Ende nur knapp das Nachsehen, trotzdem endete die Saison 2017 für das Trio vom Pixum Team Adrenalin Motorsport versöhnlich. Im Porsche Cayman feierten sie ihren achten Klassensieg und wurden als Wertungsgruppensieger bei den VLN-Produktionswagen auf dem Podium geehrt. Als verdienter Lohn steht zudem der Titel in der VLN Produktionswagen Trophäe zu Buche.

Dritter der Fahrerwertung ist Marcel Manheller, der mit seinem BMW 325i beim Saisonfinale ausschied. Vorjahreschampion Alexander Mies, 2016 zusammen mit Schrey erfolgreich, belegt nach dem sechsten Klassensieg im Porsche 911 GT3 des GIGASPEED Team GetSpeed Performance Platz vier. Sein Teamgefährte Tim Scheerbarth, Meister der Saison 2011, ist Sechster hinter dem Mühlner-Trio Moritz Kranz, Hamza Owega und Alex Schula.

VLN Meister 2017 Michael Schrey
©Jan Brucke/VLN

Mit Michael Schrey und Bonk Motorsport hat zudem bereits zum 15. Mal ein BMW-Team die VLN-Meisterschaft für sich entschieden, daher an dieser Stelle einmal der schnelle Blick zurück auf die letzten Champions der VLN Langstreckenmeisterschaft

2017 Michael Schrey – BMW M235i Racing Cup / Bonk-Motorsport

2016 Alexander Mies / Michael Schrey – BMW M235i Racing Cup / Bonk-Motorsport

2015 Dirk Groneck / Tim Groneck – Renault Clio / Groneck Motorsport

2014 Rolf Derscheid / Michael Flehmer – BMW 325i / Derscheid Motorspor

2013 Dirk Groneck / Tim Groneck – Renault Clio / Groneck Motorsport

2012 Ulrich Andree / Dominik Brinkmann / Christian Krognes – Volkswagen Scirocco GT24 / LMS Engineering

2011 Carsten Knechtges / Manuel Metzger / Tim Scheerbarth – BMW Z4 / Black Falcon

2010 Mario Merten / Wolf Silvester – BMW Z4 / Bonk Motorsport

Acht Jahre nach Alex Böhm (2008 und 2009) gab es jetzt mit Michael Schrey erstmals wieder einen Fahrer, der in der VLN seinen Titel verteidigen konnte. „Wahnsinn“, so Schrey freudestrahlend nach seinem siebten Klassensieg 2017. „Ich kann noch gar nicht fassen, dass es wieder geklappt hat. Es war in diesem Jahr unglaublich eng an der Spitze. Der Druck war enorm, viel größer als 2016. Das werden wir jetzt gebührend feiern.“

VLN Manthey
©Jan Brucke/VLN

VLN 9 – Manthey Racing Gesamtsieger des 42. DMV Münsterlandpokal

Den letzten Tagessieg des Jahres holten sich unterdessen Fred Makowiecki und Lars Kern im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing. Im Ziel betrug der Vorsprung auf die Zweitplatzierten, Hubert Haupt, Erik Johansson und Maro Engel im Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon, 51,622 Sekunden. Platz drei sicherten sich Frank Stippler, Christian Mamerow und Robin Frijns im Audi R8 LMS von Phoenix-Racing. Damit belegten drei Teams, die in Meuspath nahe des Nürburgrings beheimatet sind, die Podestplätze.

Für Lars Kern, im Hauptberuf Porsche-Test- und Entwicklungsfahrer, war es im ersten Rennen mit „Grello“, dem auffälligen Elfer in gelb-grün von Manthey-Racing, der erste VLN-Sieg. „Einfach mega – mit dem Fahrzeug sind normalerweise nur Werksfahrer unterwegs“, strahlte er nach der Siegerehrung. Die Ehre, das Fahrzeug pilotieren zu können, wurde ihm zuteil, nachdem er jüngst mit einem straßenzugelassenen Porsche 911 GT2 RS erfolgreich eine Rekordfahrt auf dem Nürburgring absolviert hatte. „Olaf Manthey und Nicki Raeder haben mir als Dankeschön diese Chance gegeben. Das war eine große Ehre für mich. Ich war zugegeben etwas nervös, wusste aber, dass ich mit Fred an meiner Seite den Vorsprung nur verwalten muss.“

Damit sind die Lokalmatadore rund um Olaf Manthey mit fünf Erfolgen nicht nur der erfolgreichste Rennstall 2017, sondern besiegeln mit dem 50. Sieg in der VLN-Team-Geschichte auch ein historisches Jubiläum.

VLN 9 2017
©Jan Brucke/VLN

Eine Woche nach dem DTM-Finale freute sich Mercedes-AMG-Werksfahrer Maro Engel über Platz zwei: „Hubert ist einen klasse ersten Stint gefahren, ich einen sauberen Mittelstint und Erik hat am Schluss einen fantastischen Job in seinem erst dritten GT3-Rennen gemacht“, so der Wahlmonegasse „Durch unseren frühen Stopp haben wir erst Zeit gutgemacht, weil wir freie Fahrt hatten. Aber wir haben auf eine Rennrunde weniger spekuliert.“

VLN Mercedes AMG GT3
©Jan Brucke/VLN

Hinter dem Spitzentrio fuhren Klaus Bachler und Romain Dumas im Falken-Porsche auf Platz vier, Connor De Phillippi und Christopher Mies belegten im Land-Audi am Ende Rang fünf. Norbert Siedler, Frank Stippler und Alexander Müller wurden im Frikadelli-Porsche Sechste. Der schnellste Pro-Am-Fahrzeug war der Ferrari 488 GT3 des Wochenspiegel Team Monschau mit Georg Weiss, Oliver Kainz und Jochen Krumbach. Den schnellsten BMW M6 GT3 pilotierten Jordan Tresson und Jonathan Hirschi für Walkenhorst Motorsport auf Position acht, gefolgt von den Teamgefährten Peter Posavac und Alex Lambertz im BMW Z4 GT3, die am Ende das bestplatzierte Gentlemen-Team waren.

VLN Termine 2018 ?

Kaum ist das Rennjahr in Sachen VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring schon wieder rum, blickt man bereits auf die kommende Saison. Noch unbestätigt sind allerdings die VLN-Termine 2018, die aktuell noch provisorischen Charakter haben, aber folgender Kalender ist zumindest einmal aufgetaucht, allerdings fehlt noch eine Bestätigung, daher mit Vorsicht zu genießen:

1.Lauf24. März 2018
2.Lauf7. April 2018
3.Lauf23. Juni 2018
4.Lauf14. Juli 2018
5.Lauf18. August 2018
6.Lauf01. September 2018
7.Lauf22. September 2018
8.Lauf06. Oktober 2018
9.Lauf20. Oktober 2018

24h-Qualifikationsrennen 2018: 14/15. April 2018 – Termin fix

24h-Rennen 2018: 10. bis 13. Mai 2018 – Termin fix

Zum Abschluss des VLN Jahres werfe ich noch einen separaten Blick auf die einzelnen Wertungsklassen später hier im Blog. In diesem Sinne, Keep Racing!

VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring
©Jan Brucke/VLN
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