VLN – Zwillingserfolg in der Eifel

TwinBusch Audi R8 LMS VLN
©Jan Brucke/VLN – TwinBusch Audi R8

Zweiter VLN Gesamtsieg für die Busch-Brüder

Eng ging es beim 55. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen am vergangenen Samstag auf dem Nürburgring zu. Eine breit aufgestellte Armada von GT3-Fahrzeugen reihte sich für den 4 Stunden Sprint auf der Nordschleife auf. Mit dabei auch erneut das neueste GT3-Geschoss aus dem Hause Mercedes – der AMG GT3. Wenig überraschend konnte Thomas Jäger mit einer Rundenzeit von 8:01,881 Minuten den Schwaben auf die Pole Position stellen. Dahinter reihte sich die ältere Generation der GT3-Boliden ein.

Hubert Haupt schnappte sich beim Start im Black Falcon-SLS die Führung vom AMG-Boliden, Jan Seyffarth musste sich zunächst dem Flügeltürer beugen. Dahinter reihte sich Patrick Huisman im Frikadelli Porsche ein. Doch bereits in Runde 1 stellte der neue AMG die Reihenfolge- Neu vor Alt – wieder her, dicht gefolgt von Huisman, der gut aufgelegt den Porsche später sogar kurz in Führung bringen konnte.

VLN Mercedes AMG GT3
©Jan Brucke/VLN – Mercedes AMG GT3

Die Freude wehrte aber nur kurz, als man mit dem letzten Rest Sprit in der Boxeneinfahrt ausrollte – die Folge war natürlich ein enormer Zeitverlust. So kam man am Ende nur auf Gesamtrang 5 ins Ziel, sicher auch der extrem starken Konkurrenz beim achten VLN-Lauf des Jahres geschuldet.  An der Spitze des Feldes nahm derweil die neueste Stuttgarter Errungenschaft den Sieg beim zweiten Einsatz fest ins Visier. Das geschah aber nicht ohne Gegenwehr – der Black Falcon SLS mischte ebenso mit, wie der stark aufgelegte Audi R8 der Busch-Zwillinge Marc und Dennis.

Eine halbe Stunde vor Rennende lagen die drei Erstplazierten eng beieinander, dann überschlugen sich allerdings die Ereignisse. Nachdem der AMG-GT3 sich kurze Zeit später die zuvor verlorene Führung vom gelb-blauen Audi wiederholen konnte, sah man den Flügeltürer mit der Startnummer #2 in langsamer Fahrt durch den Berich Wehrseifen schleichen – das Aus der Sieger von Lauf 7 – gerade einmal 14 Minuten vor Fallen der Zielflagge.

die Busch-Zwillinge
©Jan Brucke/VLN – Sieger Lauf 8 – die Busch-Zwillinge

In erster Linie davon profitieren konnte das Trio Cerruti, Krohn, Laser , die ihren Walkenhorst-BMW Z4 als Gesamtdritte ins Ziel bringen konnten. Bislang auf jeden Fall eine starke Saison der Truppe. Michela Cerruti wird den Wechsel vom Formel in den GT-Wagen dieses Jahr sicher nicht bereut haben, die schnelle Lady war übrigens auch als Gaststarter dieses Jahr mal bei der Nascar Whelen Euro Series mit an Bord.

Zurück an die Spitze des Feldes, wo das nächste Drama folgen sollte. Kurz vor Rennende kassierte der führende Mercedes AMG GT3 eine Zeitersatzstrafe – wer hat sich eigentlich diesen Begriff einfallen lassen? 80 Sekunden bekam man aufgrund von Überholen unter Gelb aufgebrummt. So kamen die Brüder Busch unverhofft zu einem Gesamtsieg, der trotzdem bei der anwesenden Konkurrenz aller Ehren wert ist. Marc Busch zum zweiten VLN-Gesamtsieg der Truppe: „Endlich unser zweiter Sieg. Wir sind aktuell sehr gut aufgestellt und es läuft bei uns wie am Schnürchen. Die Truppe ließ große Namen hinter sich, daher ist der 2. Sieg sicher noch höher einzuschätzen als der Erste. Am Podium vorbei schrammte der Gummibärchen-Flügeltürer – Rang 4 ging an den Haribo-SLS mit Uwe Alzen und Mike Stursberg am Steuer.

VLN8 - 2015
©Jan Brucke/VLN – VLN8

Nach und nach sehen wir also die nächste GT3-Generation auf der Nordschleife. Audi und Mercedes haben hier vorgelegt, Porsche und BMW werden sicher folgen. Am Freitag der Test-und Einstellfahrten tauchte dann auch prompt der neue Porsche 911 GT3 auf – beim 9.VLN Lauf des Jahres 2015 wird er dann am 17. Oktober sein Langstreckendebüt feiern. Unter der Haube vertraut man dann allerdings noch auf das bewährte Triebwerk, die neue Motorengeneration kommt hier noch nicht zum Einsatz.

Start VLN8
©Jan Brucke/VLN – Start zu VLN8

Die Diskussion um GT3 pro oder contra auf der Nordschleife ist in der letzten Zeit stiller geworden, zu stark ist das Herstellerinteresse, die neuen Renner auf den Markt und an den Mann zu bringen. Schade eigentlich – Eigenentwicklungen für die Nordschleife waren schon früher das Salz in der Suppe und GT3 haben auch sonst genug Einsatzmöglichkeiten. Daher wenden wir uns jetzt mal wieder den seriennahen Fahrzeugen und der Meisterschaft zu.

Groneck-Clio
©VLN – Groneck-Clio – Gesamtspitzenreiter

Fehlerfreie Titelanwärter – Groneck Motorsport weiter an der Spitze

An der Spitze der Meisterschaft hat sich wenig bewegt. Das liegt in erster Linie daran, dass die drei Führenden in der Gesamtwertung einmal mehr keine Federn ließen und ihre Meisterschaftsambitionen mit Klassensiegen untermauerten.

An erster Stelle wären da die Meister des Jahres 2013. Dirk und Tim Groneck feierten Sieg Nr. 7 in der Klasse SP3 – letzten Samstag sehr überlegen mit 1 Runde Vorsprung, da sich die hartnäckigsten Gegner Holger Goedicke und Fabian Danz in Diensten von Schläppi Race-Tec früh aus dem Geschehen verabschieden mussten. Um mal einen Vergleich zur Gesamtspitze zu haben, kurz der Blick auf die schnellste Runde dieser Klasse: der Clio der Tabellenführer umrundete die Grüne Hölle in 9:29,243 Minuten.

Groneck-Clio
©racing14.de

Trotz des Sieges haben die Brüder in der Gesamtwertung minimal Boden verloren auf ihren ersten Verfolger, Stefan van Campenhoudt aus Belgien. Der konnte die Klasse V4 wieder deutlich für sich entscheiden inklusive der schnellsten Rennrunde. Sein Vorteil waren die hier angetretenen 10 Starter gegenüber deren 6 in der SP3, wo der Groneck-Clio unterwegs ist.

Als Dritte im Bunde gewannen auch Arne Hoffmeister und Fabian Wrabetz mit ihrem Toyota GT86 erneut die CUP4-Klasse, aufgrund geringerer Teilnehmerzahlen hier haben die beiden aber auch leicht Punkte verloren. Ein Titel ist den beiden aber schon jetzt nicht mehr zu nehmen  – TMG GT86 Cup-Sieger 2015 darf sich das Gespann von Dörr Motorsport vorzeitig nennen.

Bei zwei verbleibenden Rennläufen wächst die Spannung in Sachen Gesamtwertung, meisterlich sind bis dato alle drei genannten unterwegs – man hat den Eindruck, dass die Anzahl der Starter in der jewiligen Klasse die Sache eher entscheiden wird als ein Fehler der Protagonisten. In jedem Fall verdammt guter Motorsport wird hier geboten, dass muss man mal so festhalten.

Mit Respektabstand dahinter folgt in der Gesamtwertung Christian Menzel, der dieses Mal seine Serie von 5 Siegen zusammen mit Marc Hennerici in der Porsche-CUP2-Klasse nicht ausweiten konnte. Das lag nicht etwas an der Konkurrenz von Adam Osieka und Steve Jans im GetSpeed Porsche, die die Klasse für sich entscheiden konnten, sondern an einem Reifenschaden, der das Raceunion Teichmann Racing-Team traf.

Hyundai i30 Turbo
©racing14.de – Hyundai i30 Turbo SP2T

Seriennah und mehr

Während an diesem Samstag parallel zur VLN die Rallye-WM auf Korsika mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen hatte und hier der von Hyundai Motorsport eingesetzte i20 WRC um Weltmeisterschaftspunkte kämpfte, war der i30 Turbo erneut in der Klasse SP2T auf der Nordschleife unterwegs. Eingesetzt vom Team Schumann gab es bereits in der Qualifikation einen engen Zweikampf.  Die Pole Position ging dieses Mal an den Peugeot RCZ von Oliver Schumacher und Ernst Berg mit gerade einmal 0,7 Sekunden Vorsprung vor dem Hyundai i30 in der Besetzung Markus Schrick, Jens Dralle und Peter Schumann.

Hyundai i30 SP2T
©racing14.de -i30

Zwar wenige Starter, jedoch ein (seriennaher) Kampf auf Augenhöhe bot die Klasse dann erneut, der i30 konnte sich zwischenzeitlich an die führende Position setzen, musste aber leider nach 15 Runden mit einem technischen Gebrechen die Segel streichen. Kam bis dato äußerst selten vor und man wird bestrebt sein, den Klassensieg demnächst dem Peugeot RCZ wieder abspenstig zu machen.

CUP5 BMW M235i
©Jan Brucke/VLN – volle Klasse – CUP5

Am stärksten war erneut die CUP5-Klasse der BMW M235i mit 21 Startern besetzt, hier ging der Sieg an das Duo Michele di Martino und Moritz Oberheim – ein echtes Markenpokalsprintrennen über die Dauer von 4 Stunden bekam man hier geboten.

Schlag auf Schlag geht es im Oktober in Sachen VLN nun weiter – Lauf 9 geht am 17.10.2015 über die Bühne, bevor das Saisonfinale dann am 31.10.2015 ansteht. In diesem Sinne, Keep Racing!

#44 Audi R8 LMS GT3
©Jan Brucke/VLN
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