VLN3 – Die Eifel in BMW-Hand

BMW M6
©Jan Brucke/VLN

BMW-Triumph beim 58. ADAC ACAS H&R-Cup

In der bisherigen VLN-Saison war von einem GT3-Fabrikat bislang nicht wirklich viel zu sehen – zumindest auf den vorderen Plätzen. Der BMW M6 GT3 tat sich schwer, so dachte man. Als am vergangenen Wochenende dann aber Jörg Müller den wuchtigen Bayern auf die Pole Position stellte mit einer Zeit von 7:59.746 Minuten, staunte man nicht schlecht.

Bereits im Zeittraining hatte an diesem Tag in der Eifel keine andere Marke ein Wörtchen um die Position an der Spitze mitzureden. Hinter dem Trio von Schubert Motorsport aus Müller, Krohn und Wittmann reihten sich die Markenkollegen von Walkenhorst ein, gefolgt von einem weiteren Schubert-M6 in der Besetzung Luhr, Tomczyk und Edwards. Bester Nicht-BMW war der Phoenix-Audi von Rast, Mortara und Mayr-Melnhof, das bisher dominierende Duo aus Stippler und Fjordbach war bei VLN3 nicht am Start, auch der ein oder andere GT3-Bolide fehlte beim letzten Lauf vor dem 24h-Rennen Ende Mai, beispielsweise pausierte auch der Haribo-Benz.

BMW M6 GT3 Nordschleife
©Jan Brucke/VLN

Doppelsieg für Schubert Motorsport

Die Geschichte der Top 3 des dritten Laufs 2016 ist ebenso schnell erzählt, wie sich die Rundenzeiten entwickelt haben. Nach Startfreigabe und Runde 1 lagen alle 3 BMW schon deutlich vor dem Rest des Feldes, im Laufe des 4 Stunden-Rennens fiel der Walkenhorst dann aber aus der Entscheidung raus und musste sich mit Rang 3 hinter den beiden Boliden von Schubert begnügen, die die Hatz um die Nordschleife im Paarflug absolvierten. So gewannen Marco Wittmann, Jörg Müller und Jesse Krohn am Ende nur mit dem Hauch von drei Zehntelsekunden vor Luhr, Tomczyk und Edwards.

Auf Rang 4 folgte der beste Audi, der R8 von Phoenix Racing in der Besetzung Winkelhock, Mies und Mamerow vor dem von Manthey eingesetzten Porsche 911 GT3 R mit Michael Christensen und Fred Makowiecki. Mercedes spielte auch keine Rolle an diesem Samstag, bester AMG GT3 wurde die Truppe von HTP Motorsport auf Rang 7. BMW drehte also bei VLN3 richtig auf – war man vorher noch im Niemandsland unterwegs, beherrschte man jetzt das Feld. Man darf schon fragen, ob man sich beim bayrischen Hersteller damit einen Gefallen getan hat – es war der letzte Lauf vor der 24 Stunden Hatz auf der Norschleife – man könnte sagen zu dieser Zeit “BoP-t” es schon ganz schön in der Eifel.

Manthey Porshe 911 GT3 R
©Jan Brucke/VLN – Michael Christensen/Fred Makowiecki

Balance of Performance – dieses Unwort, welches eine Gleichmacherei betreibt, die am Ende dazu führt, dass viele die Karten nicht auf den Tisch legen. Der VLN-Zuschauer hätte aber gern diese Karten auch bei den Rennen vor den 24 Stunden gesehen – wo die neusten GT3-Boliden wirklich stehen, wird man dann wohl in der Qualifikation für das 24 Stunden Rennen erst sehen – von BMW kam jetzt ein Ausrufezeichen, ob das zu früh war, wird man sehen.

Der Porsche 911 GT3 wurde übrigens in der Zwischenzeit in besagter BoP nochmals angepasst – damit ist auch Frikadelli Racing wieder dabei, die bei der alten Einstufung noch auf einen Start verzichten wollten. Bei dieser ganzen Politik wünscht man sich mittlerweile doch wieder längst vergangene Tage in der Eifel zurück, als die Wörter Breitensportserie und Seriennah noch eine ganz andere und viel wichtigere Rolle spielten – daher lieber an dieser Stelle einen Blick auf die Klassen jenseits der GT3-Boliden.

Mies/Schrey - VLN
©Jan Brucke/VLN – Mies/Schrey

Alexander Mies und Michael Schrey – Bonk Motorsport neuer Tabellenführer

In der diesmal zahlenmäßig am stärksten besetzten Klasse des BMW M235i Racing Cup (CUP 5) mit 21 Teilnehmern konnte das Duo von Bonk Motorsport den dritten Sieg in Folge einfahren und somit die Spitze der Gesamtwertung übernehmen. Zwischenzeitlich musste man sich mit Thomas Jäger und Rudi Adamas von Scheid-Honert Motorsport enger als gehofft auseinandersetzen, siegte am Ende aber mit über 30 Sekunden Vorsprung. “Wir mussten von der ersten bis zur letzten Runde kämpfen“, so Michael Schrey nach dem Rennen – auf jeden Fall hat die CUp5-Klasse immer ausreichend Starter in der Eifel im Gepäck, so dass wir den beiden allmählich die Favoritenrolle in Sachen Meisterschaft zuschieben dürfen.

Drei Klassensiege in Folge gelangen auch anderen, die jetzt in der Gesamtwertung der VLN die Ränge 2 und 3 belegen. Dominik Thiemann, Hajo Müller und Jens Riemann waren in der V5 im BMW E36 erfolgreich, die Klasse V6 gewannen abermals Claudius Karch und Ivan Jacoma im Porsche CaymanS.

BMW E36
©Jan Brucke/VLN

Prominenz in Sachen Teams war in der Klasse SP2T am Start. Die Mannschaft von Sébastien Loeb feierte ihre VLN-Premiere mit dem neuen Peugeot 308 Racing Cup, der in der Besetzung Jürgen Nett, Michael Bohrer und Grégoir Demoustier die Klasse gewann, hier fehlte allerdings die Konkurrenz. Hyundai wird beim 24h-Rennen dann wieder mit dem i30 Turbo und dem Veloster die Wertungsklasse bereichern, um an die Erfolge aus den Vorjahren anzugreifen – auch wenn die Piloten anno 2016 viel in den Rückspiegel schauen müssen, wenn sich die GT3-Phalanx nähert. Das Ziel in dieser Klasse will man aber halt seriennah erreichen.

Vom 26. bis zum 29. Mai 2016 steht nun das 24 Stunden Rennen auf dem Nürburgring auf dem Programm. Dann wird man sehen, welcher GT3 in der aktuellen Verfassung am schnellsten in der Grünen Hölle unterwegs ist – soweit es die Balance of Perfomance erlaubt. In Sachen VLN geht es am 25.06.2016 mit dem nächsten Meisterschaftslauf weiter, bis dahin noch ein paar bewegte Bilder von der schönsten Rennstrecke der Welt aus der Glickenhaus-Perspektive vom ersten Lauf des Jahres. Bis bald und Keep Racing!

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