VLN5 – 6 Stunden Klassenduelle und GT4-Debüt

VLN Mühlner Motorsport
©Jan Brucke/VLN – Meisterschaftsführung für Mühlner Motorsport #979

VLN5 – 4. Klassensieg für Trio von Mühlner Motorsport und Meisterschaftsführung

Auch beim Saisonhighlight der VLN Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife ließen sich Moritz Kranz, Hamza Owega und Alex Schula von den wechselhaften und schwierigen Witterungsbedingungen nicht aus der Spur bringen. Das Dreiergespann in Diensten von Mühlner Motorsport steuerte in der CUP3-Klasse den Porsche Cayman GT4 Clubsport zum vierten Mal zum Sieg in der Klasse.

Am Ende betrug der Vorsprung auf die Zweitplatzierten über 1 Minute, Rang Drei lag schon eine Runde zurück. Wie beim Gesamtsieg an der Spitze des Feldes spielte auch hier die Reifenwahl und der Zeitpunkt des Boxenstopps eine mitentscheidende Rolle. Das Team von Mühlner duellierte sich lange mit der Startnummer 960, dem H&R Porsche von Teichmann Racing.

Als der Himmel im Verlauf des Rennens wieder einmal seine Pforten öffnete, kam der Teichmann-Cayman eine Runde nach dem Mühlner-Boliden an die Box und war so länger auf den Slicks in der grünen Hölle unterwegs, als es in diesem Moment sinnvoll war. Somit wurde das Duell ganz vorne entschieden und Kranz/Owega/Schula führen damit die VLN-Meisterschaft des Jahres 2017 im Moment an, um genau zu sein liegt das Trio mit 46,22 Punkten knapp vor dem ersten Verfolger mit 45,55 Zählern.

Bei Teichmann durfte man aber immerhin in der Klasse die zwei verbleibenden Podestränge feiern, hinter der #960 von Moritz Gusenbauer, Daniel Bohr und Fabio Grosse landete ein weiterer Cayman des Teams auf dem dritten Rang (Hoppe/Jung/Vleugels/Rönnefarth). Insgesamt fanden sich 11 Teilnehmer in der Klasse am letzten Samstag in der Eifel ein.

V4 Manheller Racing
©Ruben Schaefer via Manheller Racing

V4 – Sieg für Manheller

In der gut besetzten V4 mit 16 Startern konnte sich am Ende das Duo von Manheller Racing durchsetzen. Marcel Manheller und Peter Bonk gewannen am Ende die Wertung, auch wenn dies zunächst nicht klar war. Der BMW der beiden lag zwischenzeitlich weit zurück, konnte sich aber durch einen schnellen Boxenstopp wieder in Führung setzen. Am Ende blieb man trotz einer Zeitstrafe vorne,  hier gab es satte 90 Sekunden für einen Geschwindigkeitsverstoß in einer Code 60-Zone.

Allerdings ist das Ergebnis der Klasse noch vorläufig, denn die Rennleitung nahm den BMW von Pixum Team Adrenalin Motorsport mit den Fahrern Christopher Rink, Danny Brink und Phillipp Leisen aus der Wertung. Es geht wohl um Ungereimtheiten an der Radaufhängung, ob und wann eine Berufung zur Disqualifikation erfolgt, ist aktuell noch nicht klar.

VLN5 2017 V4
©Jan Brucke/VLN

Marcel Manheller kann jedenfalls derzeit gerne auf die Gesamtwertung schauen, denn er ist der erste Verfolger des Führungstrios. Dabei galt es für ihn, als auch für die anderen 15 Starter in der V4, nicht nur das schwierige Eifelwetter am vergangenen Samstag zu meistern, denn schon in der Startphase ging es in der Wertung turbulent zu.

Durch ein kurzes Einbremsen in der Startgruppe an der Spitze durch die CUP-Fahrzeuge gab es eine Art Rückstau bis in die V4 hinein, so dass einige Piloten ausweichen mussten, was von außen dann wie ein Frühstart aussah. Andere hingegen verloren richtig viel an Boden. In der V4 gab es jedenfalls letztes Wochenende einiges an Diskussionsstoff.

5. VLN Lauf 2017 Nürburgring-Nordschleife
©Gruppe C Photography via Mercedes-AMG Motorsport

VLN GT4-Premiere des Mercedes-AMG GT4

Viele schauten natürlich beim 6h-Rennen auf die Premiere des neuen AMG GT4. Fabian Hamprecht, Thomas Jäger und Mike Stursberg fuhren den neuen Boliden in der SPX-Klasse als Erste über die Ziellinie. In der Gesamtwertung stand für das von Uwe Alzen geleitete Team nach 35 absolvierten Runden Position 16 zu Buche, eine mehr als ordentliche Vorstellung. „Ich bin mit unserem ersten Einsatz des neuen GT4 sehr zufrieden“, so Thomas Jäger „Wir haben unheimlich viel gelernt. Es war der erste Regentest auf der Nordschleife. Das Auto hat eine gute Standfestigkeit gezeigt.“

Das Rennen und der Klassensieg zu diesem Zeitpunkt der Entwicklungsphase stimmen auf jeden Fall positiv für die weiteren Testeinsätze. Auch das Mercedes-AMG Testteam Black Falcon zeigte das Potential des neuen Boliden auf. Jan Seyffarth übergab den Mercedes-AMG GT4 mit der Startnummer #52 nach erfolgreicher Aufholjagd von Startplatz 50 auf Rang 16 liegend an Teamkollege Alexander Toril. Eine Stunde vor Rennende musste man jedoch das Rennen aufgrund kleinerer technischer Schwierigkeiten beenden.

Mercedes AMG GT4 Nürburgring Nordschleife
©Gruppe C Photography via Mercedes-AMG Motorsport

Die Konkurrenz von BMW war unterdessen mit dem M4 GT4 auch vertreten. Die Startnummer #999 wurde von ROWE Racing eingesetzt. Ricky Collard, Dirk Adorf, Thorsten Drewes und Iain Wright verloren in der Anfangsphase einiges an Zeit durch ein technisches Problem, fuhren danach aber ordentliche Zeiten und belegten am Ende in der Klasse SP8T den zweiten Platz.

BMW M4 GT4
©Jan Brucke/VLN

CUP5 – BMW M235i Racing Cup

Eigentlich ist ja das amtierende Meisterduo der VLN, Alexander Mies und Michael Schrey, in diesem Jahr getrennt in unterschiedlichen Klassen am Start. Doch für das 6 Stunden-Rennen brauchte Schrey einen Mitstreiter aufgrund der Regularien. So kam es zur Wiedervereinigung des Meisterteams von 2016. Und das funktionierte noch immer wie ein Uhrwerk. Nach der Pole in der CUP5-Wertung setzte sich Schrey von der Konkurrenz ab, verlor die Führung aber im Rahmen der Boxenstopps wieder.

Bei starken Regenfällen kämpfte er sich aber wieder an die Spitze nach vorne und übergab den M235i an Mies, der den Klassensieg souverän nach Hause fuhr. Bei 17 Startern erreichte das Trio aus David Griessner, Daniel Zils und Yannick Fübrich für die Mannschaft vom Pixum Team Adrenalin Motorsport den zweiten Rang vor Heiko Eichenberg und Oskar Sandberg von Sorg Rennsport.

BMW M235i Racing
©Jan Brucke/VLN

Bitter endete das Rennen für den Eifelblitz – der Wagen von Thomas Jäger und Rudi Adams hätte ganz vorne ein Wörtchen mitreden können, wurde aber unverschuldet in eine Kollision verwickelt. Der Auftritt dieses M235i endete daher leider in den Leitplanken.

Toyota GT86 Cup – Dritter Sieg für Newcomer

Die britische Mannschaft von Milltek Racing feierte in der CUP4-Klasse unterdessen den dritten Sieg im fünften Rennen. Zur Halbzeit des im Rahmen der VLN Langstrecken-Meisterschaft auf der Nürburgring-Nordschleife ausgetragenen Markenpokals konnten die Newcomer somit ihre Führung ausbauen, die sie bereits seit dem ersten Rennen innehaben.

Toyota GT86 VLN
©1VIER.COM

Dale Lomas, Lucian Gavris, Werner Gusenbauer und Tom Onslow-Cole machten einen fehlerfreien Job und sicherten sich so den souveränen Sieg nach 32 Runden. Auf Platz zwei landete mit dem Toyota Swiss Racing Team der härteste Konkurrent im Kampf um den Toyota Markenpokal – Das Team startete im Toyota GT86 CS-Cup zwar von der Pole Position, verlor aber nach einer frühen Kollision viel Zeit an der Box. Komplettiert wurde das Podium hier vom Team Leutheuser Racing&Events.

TCR – Erster Audi-Sieg

Ihren ersten Sieg in der TCR-Klasse feierten unterdessen die Norweger Håkon Schjærin, Atle Gulbrandsen, Kenneth Østvold und Anders Lindstad. Das Quartett aus dem hohen Norden setzte sich im Audi RS3 LMS gegen Bradley Philpot, Jürgen und Joachim Nett im Peugeot 308 Racing Cup durch, die ihren zweiten Platz fast wie einen Sieg feierten. Dritte wurden Roger Vögeli, Roland Schmid und Markus Oestreich im Honda Civic Type R TCR.

Somit ergab sich in Sachen TCR ein ganz neues Bild, was auch am frühen Aus eines der Favoriten lag. Der Golf vom mathilda racing lag zu Rennbeginn noch in Führung, jedoch verlor Constantin Kletzer, der das Duo Leuchter/Gülden unterstützte, im Bereich Tiergarten die Kontrolle über den schnellen VW und schlug heftig in die Leitplanken ein. Der schwarz-goldene Bolide des Mathilda Racing Teams wurde durch den Einschlag so schwer beschädigt, dass für das Trio das Rennen frühzeitig beendet war.

TCR VLN - Audi RS3 LMS
©Jan Brucke/VLN

Und sonst noch…

Die Stryceks (Lena und Volker) gewannen im Opel Astra die CUP1-Klasse, allerdings waren hier nur 2 Teilnehmer am Start. GetSpeed Performance konnte sich in der CUP2-Klasse mit ihrem Porsche 911 GT3 Cup durchsetzen, hier freuten sich John Shoffner, Janine Hill und Arno Klasen über den Klassenerfolg.

Arne Hoffmeister und Fredy Barth siegten bei den KTM X-Bow GT4, während die Stuck-Brüder nicht an den Start gingen. Bereits im Qualifying war Ferdinand Stuck im Bereich Hohe Acht auf eine Ölspur gekommen und abgeflogen. Eine Reparatur des beschädigten X-Bow war in der Pause vor dem Start nicht möglich.

Bei Kissling Motorsport freute man sich in der H2-Wertung über den Sieg des Opel Manta, während den Siegern der H4-Klasse, TAM Racing mit Ralf Schall und Christopher Gerhard am Steuer, sogar der 10. Gesamtrang gelang. Die kleineren SP-Wertungen waren dafür schon recht dürftig besetzt, in der SP8 war es der Ferrari 458 von racing one, der sich am Ende durchsetzen konnte.

Alles in allem bot das 6-Stunden-Rennen einiges – die zwei Stunden, die man mehr als sonst unterwegs war, haben sich für die Zuschauer auf jeden Fall gelohnt. In diesem Sinne, Keep Racing!

VLN Nürburgring Nordschleife
©Felix Maurer Photography
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