VLN7 – Manthey-Racing obenauf – Erster Porschesieg 2016

Manthey Racing Porsche VLN7
©Jan Brucke/VLN – Manthey-Porsche

Gesamtsieg für Manthey beim 6 Stunden Rennen 2016

Das Eifelwetter meinte es am vergangenen Samstag gut mit den Akteuren der Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife. Pünktlich zum Saisonhöhepunkt des 6 Stunden-Rennens, um genau zu sein, des “ROWE 6 Stunden ADAC Ruhr-Pokal-Rennens” fand das Feld und insbesondere die GT3-Horde beste äußere Bedingungen vor, was sich bereits in der Qualifikation mehr als bemerkbar machte.

Nicht weniger als 7 Mannschaften durchbrachen die 8-Minuten Marke, die Kurvengeschwindigkeiten der GT3-Boliden anno 2016 hinterlassen abermals ein Ausrufezeichen und bei manchen auch ein Fragezeichen.

Start VLN7 2016
©Jan Brucke/VLN

Unter 8 – GT3-Zeitenjagd

Die Pole Position sicherte sich die Truppe von Black Falcon im AMG GT3 – das Quartett aus „Gerwin“, Yelmer Buurman, Hubert Haupt und Manuel Metzger platzierte den Mercedes auf Startplatz 1 mit einer Zeit von 7:54,496 Minuten, nur knapp vor den Sieger des 6. VLN-Laufes, Haribo Racing. Conor de Phillippi und Christopher Mies folgten im Land-Audi R8 vor dem zweiten Black Falcon-Wagen.

Hinter dem HTP-Benz starteten die beiden BMW M6 von Walkenhorst vor dem 911er von Manthey Racing, dieses Mal pilotiert von Patrick Pilet und Jörg Bergmeister. Der kam im frischen gelben Design in Erinnerung an den “Dicken” von Manthey daher, blieb aber knapp über 8 Minuten im Training. Auf eine Runde hin fehlt es bei Porsche noch, auf die Distanz sollte es aber der Samstag der Startnummer #911 werden.

Haribo Racing AMG GT3 VLN7
©Jan Brucke/VLN – Rang 2 für Haribo Racing

Der Land-Audi konnte früh die Führung übernehmen, war aber an diesem Tag vom Pech verfolgt. Ein Reifenschaden zwang die Truppe früh an die Box, die so natürlich auf einer anderen Taktik als geplant unterwegs waren. Auch Black Falcon erwischte später ein Plattfuß, als die Mannschaft wieder die Führung übernommen hatte.

An der Spitze gab es in der Folge ein munteres Bäumchen-Wechsel-Dich Spiel, wie es nun mal in heutigen Langstreckensprints gang und gebe ist. Die längere Renndistanz von 6 Stunden kam dem Porsche von Manthey unterdessen zu Gute, der sich mit zunehmender Dauer immer mehr zum Siegkandidaten entwickelte. Doch kurz vor Schluss näherte sich dem gelben 911er von hinten in großen Schritten der Land-Audi in den Händen von Christopher Mies, der dieses Jahr immer wieder in der grünen Hölle brilliert.

Bergmeister/Pilet - Manthey Racing
©Jan Brucke/VLN

Kein Sprit für Land und kein Déjà-Vu für Manthey

Manthey-Racing stand so kurz vor einem Déjà-Vu, war es doch eben dieser Mies, der den ersten Porsche-Gesamtsieg 2016 beim 5. Lauf auf den letzten Metern verhinderte. Das Pech blieb der Mannschaft von Land Motorsport aber auch im Finale der 6 Stunden treu, wobei man dies selbst zu verantworten hatte. Der R8 rollte vor der Hohenrain-Schikane mit zu wenig Sprit an Bord aus. “Wir wollten bei unserem letzten Stopp auf keinen Fall hinter den Haribo-AMG zurückfallen und haben mit dem Benzin zu knapp gerechnet“, so Wolfgang Land. „Daher geht der Ausfall auf meine Kappe. Die Jungs haben alles richtig gemacht und sind sensationelle Zeiten gefahren. Beim nächsten Mal greifen wir wieder an.“

Bergmeister/Pilet
©Jan Brucke/VLN -Bergmeister/Pilet

An diesem Tag waren es jedoch Jörg Bergmeister und Patrick Pilet, die auf die oberste Stufe des Podiums klettern durften und natürlich mehr als zufrieden waren. „Die 6-Stunden-Distanz kam uns heute eindeutig entgegen. Auf eine Runde gerechnet sind wir nicht die Schnellsten, über die Distanz aber können wir unsere Konstanz als Stärke ausspielen. Hinzu kommt, dass das Team mit einer perfekten Strategie und sehr guten Boxenstopps die Grundlage für diesen Sieg gelegt hat“, so Bergmeister.

Frikadelli Racing M6 VLN7
©Jan Brucke/VLN – ungewohnter Anblick – Frikadelli Racing mit dem BMW M6

Hinter dem gelben 911er konnte sich Haribo Racing erneut über einen starken Auftritt freuen, mit einem Rückstand von 2 Minuten und 10 Sekunden kam der Goldbär-AMG ins Ziel, Uwe Alzen, Lance David Arnold und Jan Seyffarth lagen damit am Ende 17 Sekunden vor dem Walkenhorst-BMW M6 von Jörg Müller, Jesse Krohn, Victor Bouveng und Felipe Laser, die als Dritte mit aufs Podest durften.

Rang 4 diesmal nur für den Phoenix-Audi, die vor ROWE Racing ins Ziel kamen. Rang 6 war es am Ende für die Polesetter von Black Falcon gefolgt von Frikadelli Racing, die dieses Mal ein anderes Fahrzeug an den Start brachten. Da die schnellste Frikadelle nicht rechtzeitig fertig wurde, setzte man erstmals auf einen BMW M6, Gesamtrang 7 war da schon ganz ordentlich.

Klassenkämpfe VLN
©Jan Brucke/VLN

Klassenblicke – Mies und Schrey nicht zu stoppen

Weiter auf Meisterschaftskurs ist das Duo Alexander Mies und Michael Schrey, die im BMW M235i Racing Cup (CUP 5) erneut eine blitzsaubere Leistung boten. Am Ende waren es fast 2 Minuten Vorsprung auf die Verfolger von Scheid-Honert Motosport mit Thomas Jäger und Rudi Adams am Steuer.

Die Klasse wird weiter dominiert vom Bonk-Motorsport Duo, welches dadurch natürlich auch weiterhin in der Gesamtwertung der VLN vorne bleibt. Man hatte es diesmal mit 22 Startern in der Klasse als Gegner zu tun, wobei 16 in die Wertung kamen. Da die Verfolger ordentlich Federn ließen ist den beiden der Titel kaum noch zu nehmen. Erster Verfolger sind jetzt die direkten Klassenkonkurrenten Adams/Jäger.

Mies/Schrey BMW M235i Racing Cup VLN
©Jan Brucke/VLN – immer vorne und auf Meisterschaftskurs: Mies/Schrey

In der Opel Astra CUP1-Klasse gab es einen Familien-Triumph der Stryceks zu feiern, wobei hier nur 6 Konkurrenten am Start waren. Die CUP2-Klasse ist aktuell ausgesetzt wegen technischen Protest, im Ziel lag hier das Team Gigaspeed GetSpeed Performance an erster Stelle.

Hyundai Deutschland kehrte zum 6 Stunden-Rennen auch wieder zurück in die Eifel, musste sich diesmal aber in der Klasse SP2T dem Renault Clio von Hanitzsch/Raab/Lohmer nach einem frühen Reifenschaden geschlagen geben. Der i30 Turbo mit dem Quartett Schrick/Schumann/Hammel/ Köppen kam als 2. ins Ziel, während der Veloster Turbo leider frühzeitig die Segel streichen musste.  Viele Klassen konnten nicht wirklich auf ein großes Starterfeld zurückgreifen, neben den GT3-Boliden und dem BMW 235i Racing Cup sah das schon etwas dürftig aus, da kann man sich über einen Hersteller wie Hyundai nur freuen, der halt auch mal neben dem GT3-Wahn aktiv ins Geschehen eingreift.

Hyundai i30 Turbo - VLN
©Hyundai Motor Deutschland GmbH –  Hyundai i30 Turbo – Klasse SP2T

Einen Sprung in der Meisterschaft nach vorne machten noch Rolf Derscheid, Michael Flehmer und Zoran Radulovic, die die Klasse V4 – immerhin mit 11 Startern – deutlich für sich entscheiden konnten. Chance auf die Meisterschaften hat man hier aber kaum noch.

Opel Manta – 50.000 Kilometer in der Grünen Hölle

Ein Jubiläum der besonderen Art feierte unterdessen der Manta. VLN-Teilnahme Nr. 111 und 22 absolvierte Runden – danach war es soweit: 50.000 Rennkilometer standen für den Publikumsliebling auf dem Nürburgring zu Buche. Das konnte man standesgemäß nach insgesamt 35 Runden mit dem Sieg in der Klasse H2 feiern. Olaf Beckmann, Peter Hass, Volker Strycek und Jürgen Schulten hatten die Ehre an diesem Samstag mit wehendem Fuchsschwanz einen Rekord für die Ewigkeit aufzustellen, sowas gibt es im GT3-Zeitalter nicht mehr.

Einer geht ganz leise – AC Monheim nicht mehr Teil der VLN

Bevor es am 24. September mit dem 48. ADAC Barbarossapreis in die nächste Runde geht, flatterte noch die Nachricht herein, dass der AC Monheim aus der Veranstaltergemeinschaft ausgetreten ist – erwähnt wurde dies nur recht beiläufig. Der Lauf am 8. Oktober, der bisher unter den Fittichen des Motorsportvereins aus Monheim stand, wird nun vom MSC Adenau ausgerichtet.

Der AC Monheim gehörte zu den Gründungsvereinen der VLN, die Entwicklung der Serie geht immer mehr weg vom Breitensport, da ist es nur nachvollziehbar, wenn ein recht kleiner Verein die Reißleine zieht, das Feld haben eh längst andere übernommen in der Eifel. In diesem Sinne, Keep Racing…

Nürburgring Nordschleife
©racing14.de
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