VLN8 – Gelb ist nicht Trumpf – Entscheidung nach dem Ziel

Start VLN8
©VLN

Wie gewonnen, so zerronnen – Erfolg für Haribo Racing, Manthey verliert Sieg nach der Zieldurchfahrt

Der achte Lauf zur Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife ging bei besten äußeren Bedingungen über die Bühne. So purzelte die Bestzeit im Qualifying erneut – die Pole Position für den 48. ADAC Barbarossapreis ging an die Truppe von Walkenhorst Motorsport mit dem Trio Victor Bouveng, Christian Krognes und Jesse Krohn am Steuer. Der BMW M6 GT3 umrundete die grüne Hölle in sage und schreibe 7:53.375 Minuten – wie war das eigentlich noch mit den Umbaumaßnahmen an der Nordschleife, um das Ganze sicherer und auch etwas langsamer zu machen?

Im digitalen Zeitalter ist das aber nun einmal schnell vergessen, so dass in letzter Zeit ein Rekord den nächsten jagt. Auch die Mannschaften von Haribo, Manthey, Phoenix und Black Falcon durchbrachen die 8-Minuten-Marke, so dass jedes Markenprodukt dies für sich an diesem sonnigen Samstag beanspruchen konnte.

Haribo Racing AMG GT3
©Jan Brucke/VLN – Sieger VLN8 – Haribo-AMG GT3

Knapp über 8 Minuten umrundete der Lexus RC F GT Prototype von Farnbacher Racing den Ring, hier hat man allerdings auch massiv aufgeholt, was sich auch im Rennen zeigen sollte. Der Kampf um die Spitze wurde in den ersten Runden vom Walkenhorst M6, dem Haribo-AMG, sowie dem Manthey-Porsche und überraschenderweise auch vom Lexus von Farnbacher bestimmt.

Unterdessen gab auch die Flunder Gas. Der von Position 14 gestartete Ford GT in der Besetzung Verdonck und Stursberg holte mächtig auf und konnte sich die schnellste Rennrunde sichern – mit sage und schreibe 7:58.558 Minuten. Genutzt hat das dem schönen GT leider nichts, ein Motorschaden beendete das Rennen verfrüht.

Aus der Führungsgruppe musste sich dann erst der Pole-Setter mit einem Einschlag in die Leitplanke verabschieden, dann erwischte es das Trio Metzger/Gerwin/Christodoulou im Black Falcon-Wagen, denen eine Ölspur zum Verhängnis wurde und die im Bereich der Hohenrainschikane einschlugen. Leider auch verfrüht beendet war der Auftritt des Lexus von Farnbacher im Spitzenfeld. Während man nach drei Runden hier schon auf Position 2 lag und Dominik Farnbacher für die 24,358 Kilometer in der Eifel auch nur 7:59.435 Minuten benötigte, kam das Aus nach 14 Runden.

Lexus RC F GT Prototype
©Toyota Deutschland – starker Auftritt des Farnbacher-Lexus bis zum Aus

Das Fahrzeug fing beim Boxenstopp Feuer, zwei Mechaniker wurden obendrein verletzt und mussten mit Verbrennungen an den Händen im Krankenhaus stationär behandelt werden. Dominik Farnbacher zu dem Vorfall: “Dank der vorgeschriebenen Sicherheitskleidung, auf die wir stets großen Wert legen, ist dieser Unfall glimpflich ausgegangen. Wir wünschen unseren beiden Mechanikern eine schnelle Genesung und hoffen, dass sie beim nächsten Rennen wieder dabei sind. Das Rennen haben wir daraufhin nicht weiter fortgesetzt, da wir die Ursache des Feuers zunächst untersuchen möchten.“

Somit kristallisierten sich beim Kampf um den Sieg zwei Anwärter heraus. Der Haribo-AMG GT3 mit Uwe Alzen und Lance David Arnold gegen den Sieger von VLN7, den Manthey Porsche mit Kevin Estre und Earl Bamber am Lenkrad. Auf der Strecke wurde es zum Ende hin dann aber mal richtig knapp, der 911 GT3 R rettete einen Vorsprung von gerade einmal 0,371 Sekunden über das Ziel – der schnelle Goldbär war somit knapp geschlagen, zunächst.

Manthey Racing Porsche 911
©Jan Brucke/VLN – Pech für Manthey

Den wiederholten Triumph für Gelb(-Grün) verhinderte im Nachgang eine gelbe Flagge. Nach dem Rennen kassierte man wegen Überholens unter Gelb eine 35 Sekunden Zeitstrafe und rutschte auf Rang 2. Das kann im VLN-Wirrwarr dieser Tage durchaus vorkommen, so ganz eins in Sachen Bestrafungen bei Flaggenvergehen ist man sich hier sicherlich nicht. Am Ende des Tages konnte die Mannschaft von Manthey Racing das aber nur noch hinnehmen. Für Haribo Racing war es dennoch kein unverdienter Erfolg, der zweite in diesem Jahr und der dritte Podestrang in Folge, die Truppe leistet eine mehr als gute Arbeit.

Scuderia Cameron Glickenhaus SCG 003C
©Jan Brucke/VLN – Rang 4 für für den Glickenhaus

Den letzten Podestrang sicherte sich der Falken-Porsche von Peter Dumbreck und Martin Ragginger vor einem starken Duo der Scuderia Cameron Glickenhaus – Felipe Laser und Franck Mailleux ließen mit Gesamtrang 4 mehr als aufhorchen – die schnellste Rennrunde des Glickenhaus-Boliden lag übrigens bei 8:04.148 Minuten. Frikadelli Racing war nun wieder, wie gewohnt, im Porsche unterwegs und beendete das Rennen als Gesamtsechster, während Rinaldi Racing den Auftritt des Ferrari 488 GT3 mir Gesamtrang 9 beenden konnte.

Ferrari 488 GT3
©Jan Brucke/VLN – Rinaldi Racing

Blick in die Klassen  – Alexander Mies und Michael Schrey VLN-Meister

Rein theoretisch ist das Erfolggsduo Mies und Schrey noch nicht Meister, jedoch dürften bei Bonk Motorsport die Sektkorken geknallt haben. Die Konkurrenz könnte noch aufholen, doch die betreffenden Klassen sind einfach zu schwach besetzt, so dass der dritte Rang vom letzten Samstag gereicht haben wird, um sich VLN-Meister 2016 nennen zu dürfen.

Nachdem man im BMW M235i Racing Cup sieben Mal gewinnen konnte, lief diesmal nicht alles rund. Nach einem Abflug im Training musste Mies in der Startphase auf der Strecke anhalten, um seinen Sitz neu zu justieren – dann war natürlich eine Aufholjagd angesagt, die aber auf Rang 3 in der CUP5-Klasse endete.

VLN Meister 2016 Mies/Schrey
©Jan Brucke/VLN – Meister 2016 Mies/Schrey

Den Sieg schnappte sich diesmal Heiko Eichenberg als Alleinunterhalter am Steuer des M235i von Sorg Rennsport. In der CUP1-Wertung musste sich Familie Strycek dem Opel Astra OPC vom Team Lubner geschlagen geben. In der SP3 waren auch die Groneck-Brüder mal wieder vertreten, mussten jedoch im #1er-Clio einen Ausfall hinnehmen, während Stephan Epp und Gerrit Holthaus die Klasse im Clio von Avia Racing gewannen. Nach Problemen kam in dieser Cup-Wertung der Subaru BRZ von Tim Schrick und Holger Spelsberg nur als 6. in die Wertung.

Seat Leon TCR
©Jan Brucke/VLN – Seat Leon TCR -Klasse SP3T

Wenigstens aus der SP3T gab es etwas Neues zu berichten. Den Klassensieg sicherten sich hier bekannte Namen. Jordi Gene und Andreas Gülden fuhren ihren Seat Leon TCR zum Sieg, während das Debüt des Opel Astra TCR, der von Kissling Motorsport eingesetzt wurde, mit dem Aus nach 17 Runden endete. Gute 150 Teilnehmer fanden den Weg an den Ring, auch das waren schon einmal mehr. Weiter in Sachen VLN geht es am 08. Oktober mit dem DMW 250-Meilen-Rennen.

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