WEC 2018/2019 – Toyota bleibt der LMP1 treu

Toyota bleibt Teil der WEC – Die TS050 auch 2018/2019 in Le Mans

Die FIA WEC steht nach dem Rückzug von Porsche vor dem Umbruch. Zunächst fährt man eine Super-Season, zu der zwei 24 Stunden-Rennen von Le Mans zählen.

Toyota signalisierte früh, dass man als einzig verbliebener Hersteller in der LMP1-Klasse weitermachen will, nun hat man dies auf offiziell bestätigt. Das Werksteam des japanischen Automobilherstellers gab jetzt bekannt, sein Engagement in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) fortzusetzen.

Die WEC-Teilnahme unterstützt das weltweite Ziel von Toyota, immer bessere Autos zu bauen, und hilft insbesondere bei der Weiterentwicklung leistungsfähiger Hybridantriebe. Von der Technologie, die den Kraftstoffverbrauch der LMP1-Fahrzeuge seit 2012 um 35 Prozent gesenkt hat, profitieren beispielsweise auch die Toyota Straßenmodelle für den Alltag. Die Ingenieure selbst „hospitieren“ im Langstrecken-Team und lernen so neue Prozesse und Arbeitsmethoden in anspruchsvollen Situationen.

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©Toyota Gazoo Racing

Nachdem nun auch endlich die Regularien für die neue Saison veröffentlicht wurden, an deren Ausarbeitung Toyota aktiv mitgewirkt hat, bestätigte der japanische Automobilhersteller seine weitere Teilnahme. Weitere Details, insbesondere die Zusammensetzung der Fahrerteams, werden dann Anfang 2018 bekanntgegeben.

„Mehr als 100 Jahre sind seit der Geburt des Automobils vergangen. In einer Zeit voller Veränderungen durch Elektrifizierung, Automatisierung und andere Entwicklungen bin ich fest entschlossen, dafür zu sorgen, dass Autos auch in den nächsten 100 Jahren Spaß machen werden“, erklärte Akio Toyoda, Präsident der Toyota Motor Corporation.

„Seit 2012 starten wir in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft, inklusive der 24 Stunden von Le Mans, mit Rennwagen mit Hybridtechnik. Natürlich haben wir uns dieser Herausforderung immer mit dem Wunsch gestellt, schneller als jedes andere Auto zu sein und zu gewinnen. Doch wir verbanden auch immer mehr mit dem Einsatz unserer Autos: Wir wollten nicht nur die Umweltperformance in Bezug auf die Kraftstoffeffizienz verbessern, sondern hatten das starke Bedürfnis, Hybridautos zu entwickeln, die den Fahrern das Gefühl geben, dass Fahren Spaß macht.“

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©Toyota Gazoo Racing

„Toyota GAZOO Racing wird auch in der nächsten Saison wieder in diesem Wettbewerb antreten. Damit werden wir unsere Kunden weiterhin mit Autos versorgen, die Fahrspaß verbreiten und die sie gerne weiter fahren wollen. Wir werden dabei auf unseren bisher erworbenen Fähigkeiten und Technologien aufbauen. Und wir freuen uns weiterhin über jeden, der uns unterstützt und anfeuert.“

Ein wichtiges Kriterium für die erhoffte Verlängerung des Toyota-Engagement in der LMP1-Klasse lag letztlich auch am neuen Reglement. Toyota hat als Gegner nun Privatteams und demnach natürlich dann „Nicht-Hybride“. Statt der aus dem GT-Bereich so innig geliebten Balance of Performance, kurz BoP, gibt es in der WEC dafür jetzt die Equivalence of Technology oder kurz EoT. Hier kann an der Leistung der privaten LMP1-Boliden die Stellschraube angesetzt werden, die Leistung der TS050-Hybride soll nach aktuellem Stand aber nicht Teil der Anpassung sein. Mehr zur EoT erfahrt ihr bei wec-aktuell.de.

Die LMP1-Gegner von Toyota in der Super Season 2018/2019

Auf wen trifft denn Toyota nun überhaupt in der LMP1-Klasse der WEC? Rebellion Racing ist da sicher an erster Stelle zu nennen. Die Schweizer waren als Privatteam schon in der Vergangenheit Teil der LMP1 und konnten sich hier oftmals die Wertung hinter den Herstellern sichern. Man wird mit zwei Boliden den Weg ins Starterfeld finden, unklar ist aber derzeit noch das eingesetzte Chassis und der Motor.

Auf Seiten der Fahrer hat die Truppe unterdessen prominente Zugänge zu vermelden. André Lotterer und Neel Jani sind ab sofort Teil der Mannschaft, die zudem aus Mathias Beche, Bruno Senna, Gustavo Menezes und LMP1-Neueinsteiger Thomas Laurent besteht. Letzterer fuhr im letzten Jahr noch bei Jackie Chan DC Racing gegen die Schweizer im LMP2-Wettbewerb. Wie sich die Teams aufteilen, steht aber noch nicht fest. Mit Lotterer und Jani hat man sich aber die Dienste von zwei der Besten ihres Fachs gesichert, so viel steht fest.

Im Feld der WEC wird dann auch die Truppe von byKolles wieder mitmischen, die mit einem LMP1-Non-Hybrid Fahrzeug an den Start gehen wird. Wer dann allerdings am Steuer sitzt, ist noch offen, jedenfalls brachte man im November einen intensiven Ausdauertest auf der Strecke des Motorland Aragon hinter sich. Ursprünglich wollte man sogar zwei der Enso CLM P1/01-Boliden mit Cosworth-Motor an den Start bringen, es wird aber wohl nur einer werden.

Daneben wird das russische Team von SMP Racing zwei Prototypen (Dallara BR Engineering-Chassis) einsetzen und das US-amerikanische DragonSpeed-Team kommt mit einem Boliden um die Ecke. Bei den Fahrern setzt man auf Kontinuität und nimmt zwei seiner drei LMP2-Piloten mit in die höchste WEC-Klasse, Ben Hanley und Henrik Hedman sind hier gesetzt, nachdem man 2017 den Titel in der European-Le-Mans-Series (ELMS) gewinnen konnte. Als Fahrzeug setzt man auf einen Dallara-BR1 mit Gibson-Motor. Manor wird ebenfalls den Aufstieg wagen, um in der WEC Super Season einen Ginetta-Prototyp einzusetzen.

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©Toyota Gazoo Racing

Die Privatiers sind somit jetzt erstmal die Rettung der LMP1-Klasse und auch wenn es gegen Toyota nicht leicht wird, steht uns doch ein sehr interessantes Feld in der WEC in den nächsten beiden Jahren ins Haus. In diesem Sinne, Keep Racing!

FIA WEC Kalender 2018/2019

03.05. – 05.05. 2018Spa FrancorchampsBelgien
13.06. – 17.06. 2018Le Mans 24hFrankreich
17.08. – 19.08. 2018 SilverstoneGroßbritannien
19.10. – 21.10. 2018FujiJapan
16.11. – 18.11. 2018ShanghaiChina
15.03. – 17.03. 2019SebringUSA
02.05. – 04.05. 2019Spa FrancorchampsBelgien
12.06. – 16.06. 2019Le Mans 24hFrankreich