WEC – 6 Stunden in der Eifel

Porsche 919 Hybrid Nring 2016
©Porsche – enger Zweikampf: Porsche vs Audi

LMP1 – Rückkehr der #1 – erster Saisonsieg für die Weltmeister

Die 6 Stunden der FIA WEC Langstreckenweltmeisterschaft sollten eigentlich Schauplatz einer Le Mans-Revanche sein, doch für Toyota fiel dieser Traum ins Wasser. Die beiden TS050-Boliden hatten gegen die Konkurrenz von Porsche und Audi rein gar nichts zu vermelden.

Erstmals packte man bei allen Herstellern die High-Down Force Variante aus, doch es zeigte sich in der Eifel, dass das für die Toyota-Fahrzeuge nicht genug war. Der Bolide ist vor allem für Le Mans gebaut, auf Strecken wie dem Nürburgring hat er das Nachsehen gegenüber der LMP1-Konkurrenz. Anthony Davidson, Sébastien Buemi und Kazuki Nakajima beendeten im TS050 HYBRID das Rennen auf Platz fünf, eine Runde hinter dem später siegreichen Porsche. Stéphane Sarrazin, Mike Conway und Kamui Kobayashi wurden trotz eines Problems an ihrem TS050 HYBRID #6 noch Sechste.

TS050 Hybrid LMP1
©Jens Schneider/racing14.de – TS050 Hybrid LMP1

An der Spitze waren es unterdessen Porsche und Audi, die sich um den Sieg duellierten und das teils mit sehenswerten Manövern. Audi konnte beim deutschen Gastspiel der WEC die Pole Position erringen und machte nach den 24 Stunden von Le Mans den deutlichsten Schritt nach vorne. Startplatz 1 sicherten sich André Lotterer und Marcel Fässler vor den Teamkollegen Jarvis, Duval und Di Grassi. Bis zur Hälfte der zweiten Ausgabe der 6 Stunden auf dem Ring lag die Spitze dicht beisammen.

Der Weltmeister-Porsche mit Startnummer #1 fing sich zwar einen schleichenden Plattfuß ein, konnte aber trotzdem die Führung erobern. Während das Schwesterauto eine Durchfahrtsstrafe kassierte und somit beim Tempo ganz vorne nicht mehr in den Kampf um den Sieg eingreifen konnte, behielten die amtieren Weltmeister die Nerven und hatten auch das nötige Quäntchen Glück mit einer Full-Course Yellow-Phase. Die #1 kam gerade rechtzeitig zum Boxenstopp, während Audi diese Gelegenheit verstreichen lassen musste und so gute 40 Sekunden verlor.

Damit war ganz vorne die Entscheidung gefallen, Mark Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard konnten ihren ersten Saisonsieg feiern, dahinter folgten die Audi in der Reihenfolge Jarvis, Duval und Di Grassi vor Lotterer und Fässler.

#1 Webber/Hartley/Bernhard
©Porsche -zurück ganz oben –  die #1

In der Gesamtwertung der WM liegt aber nach wie vor das Trio aus Marc Lieb, Romain Dumas und Neel Jani vorne, die am Nürburgring das Ziel als Vierte erreichten. Bester LMP1-Privatier wurde Rebellion mit dem Trio aus Mathéo Tuscher, Dominik Kraihamer und Alexandre Imperatori. Eines war in der Eifel erkennbar: Audi wird Porsche das Siegen ab jetzt sicher immer schwerer machen, es stehen uns hier sicher noch spannende Duelle in der verbleibenden Saison ins Haus.

Signatech Alpine
Photo ©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com

LMP2 – Signatech Alpine triumphiert erneut

Nach dem Klassensieg in Le Mans sicherte sich Signatech Alpine mit dem Trio Menezes, Lapierre und Richelmi auch den Sieg in der Eifel. Man profitierte dabei aber auch vom Ausfall der Konkurrenz von G-Drive Racing. Rusinov/Rast/Brundle führten das Feld an, doch ein Getriebeproblem durchkreuzte die Hoffnung auf einen Heimseig für René Rast, der aber erneut eine grandiose Leistung in der hart umkämpften Klasse abrufen konnte. Mit aufs Podest kletterten auf Rang 2 Ricardo Gonzalez, Filipe Alburquerque und Bruno Senna  für RGR Sport by Morand vor dem Team von ESM in der Besetzung Ryan Dalziel, Luis Felipe Derani und Christopher Cumming.

Ferrari 488 GTE AF Corse #51
Photo ©Gabi Tomescu – AdrenalMedia.com

LMGTE-Pro – Doppelsieg für AF Corse

Le Mans Sieger Ford hatte in der Eifel nichts zu lachen und musste den anderen beim Siegen zusehen. Die nur kurzen Geraden auf dem Nürburgring waren nicht ausreichend, um den Vorteil des FordGT auszuspielen. Dazu gab es eine Schrecksekunde für die Boxencrew der #67 zu überstehen, als der Bolide plötzlich beim Stopp in Flammen stand. Ein Ventil hatte seinen Dienst versagt und Sprit war über den Wagen gelaufen. Leicht angesengt nahm die Flunder dann aber wieder Fahrt auf. Der bestplazierteste GT schaffte es am Ende nur auf Rang 4 mit den Fahrern Stefan Mücke und Olivier Pla.

FordGT
©Jens Schneider/racing14.de – kein gutes Wochenende für die Flunder

Nicki Thiim und Marco Sorensen konnten den Ferrari unterdessen im Aston Martin Vantage V8 lange Paroli bieten, mussten sich am Ende aber doch den 488 GTE geschalgen geben. AF Corse feierte somit einen Doppelsieg – das Duo Bruni/Calado siegte vor den Teamkollegen Rigon und Bird.

LMGTE-AM – Aston Martin obenauf

Nur sechs Boliden fanden in der AM-Wertung den Weg in die Eifel. Hier konnte sich dann Aston Martin aber klar durchsetzen. Pedro Lamy, Paul Dalla-Lanna und EuroNascar-DF1-Pilot Mathias Lauda lagen am Ende deutlich vor François Perrodo, Emmanuel Collard und Rui Agus im Ferrari F458 COLLARD und der Chevrolet Corvette C7-Z06  von Yamagishi, Ragues und Ruberti.

Nächster Halt im Kalender ist jetzt Mexiko, wo der nächste Lauf am 03. September über die Bühne gehen wird.

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