WEC Bahrain – Toyota triumphiert beim Porsche-Abschied

FIA WEC – 6h von Bahrain – Toyota siegt & Goodbye Porsche

Der letzte Auftritt der WEC in der Saison 2017 war auch gleichzeitig der Abschied vom Porsche LMP1-Projekt. In der letzten Zeitenjagd, die für den Porsche 919 Hybrid auf dem Programm stand, durfte sich die Startnummer #1 über die Pole Position freuen.

Neel Jani und Nick Tandy fuhren mit dem schnellen Zuffenhausener zu einem kleinen Jubiläum, es war die 20. Pole im 34. Rennen. Die neuen Weltmeister in der Startnummer #2 (Hartley/Bamber/Bernhard) mussten sich derweil mit dem dritten Startplatz hinter dem besten Toyota begnügen.

Der Start verlief aus Porsche-Sicht optimal, denn Timo Bernhard konnte die zweite Position vom ersten Toyota mit der #7 übernehmen. Dann verließ allerdings das Glück die #2. Bernhard erwischte in der dritten Runde einen auf der Strecke liegenden Poller, der sich unter dem Auto festsetzen konnte. Während einer Safety-Car-Phase bemerkte man dies zunächst nicht, erst nach der erneuten Rennfreigabe zeigte sich das Problem.

Bernhard steuerte daraufhin zum Stopp, wo der Vorderbau gewechselt werden musste. Die #2 hatte somit schon fast eine Runde verloren und konnte sich davon nicht mehr erholen. Am Ende kamen die neuen Weltmeister dennoch auf Rang 2 ins Ziel, weil die Konkurrenten noch mehr Probleme bekamen.

WEC Porsche
©Porsche

Je dunkler es wurde in Bahrain, desto besser kamen die Toyota in Fahrt. Sébastien Buemi in der Startnummer #8 kämpfte sich vom vierten Startplatz aus nach vorne und übernahm die Führung noch in der ersten Stunde, als er an Neel Jani vorbeizog.

Sébastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima waren in der Folge von keinem der Konkurrenten mehr zu halten. Zwar saßen ihnen kurzzeitig die Teamkollegen in der #7 (Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez) im Nacken, doch nach einer Kollision mit einem Boliden aus der GT-Klasse waren die Siegchancen hinüber, mehr als Rang 4 war dann für die #7 nicht mehr drin.

Aber auch der Nummer #1-Porsche kam in Probleme. Nach einer Kollision beim Überrunden war ein Reifenschaden vorne links die Folge, als Nick Tandy nur noch zur Box humpeln konnte. Danach musste Andre Lotterer für die Tandy-Kollision noch eine Stop-and-Go-Strafe absitzen, so dass man sich ebenfalls von ganz vorne verabschieden musste. Mit Rang 3 schafften es aber beide 919 Hybrid doch noch aufs Podium und sorgen für einen erfolgreichen Abschied aus der Top-Kategorie der LMP1.

WEC Toyota
©Toyota Gazoo Racing

Die 6 Stunden von Bahrain anno 2017 gehörten aber Sebastien Buemi, Anthony Davidson und Kazuki Nakajima, die mit ihrem dritten Sieg in Folge eine neue Bestmarke setzen konnten. Saisonsieg Nummer 5 ist gleichbedeutend mit einem neuen Rekord in der Sportwagen-WM-Szene, seit dem Jahr 1990 gab es keine Fahrerkombi mehr, die 5 WM-Läufe in einem Jahr gewinnen konnte.

Die WEC hat nun nach Audi auch Porsche verloren, von daher ist es umso wichtiger, dass Toyota der WM erhalten bleibt. Immerhin verdichten sich die Anzeichen für einen Verbleib der Japaner. Schließlich sitzt beim heutigen Rookie-Test in Bahrain mit Fernando Alonso ein nicht so ganz unbekannter Name am Steuer.

In Bahrain wurde unterdessen auch der neue LMP1-Prototyp BR1 vorgestellt, der in der im nächsten Jahr startenden WEC Super Season 2018/2019 zum Einsatz kommen wird. Zwei dieser neuen Boliden werden von SMP Racing eingesetzt, einer vom Team DragonSpeed. Auch die Mannschaft von Manor wagt den Schritt in die LMP1 mit einem Chassis von Ginetta.

Das vorerst letzte LMP1-Titelduell zwischen Porsche und Toyota geht also nach Zuffenhausen, das letzte direkte Duell in einem Rennen geht an Toyota. Bleibt zu hoffen, dass man sich eines Tages in Le Mans wiedersehen wird.

LMP2 – Sieg und Titel an Bruno Senna und Julien Canal

In der LMP2 war der Titel noch längst nicht vergeben, doch die Mannschaft von Vaillante Rebellion machte dort weiter, wo sie zuletzt aufgehört hatte.

Am Ende überquerte Bruno Senna als Sieger der LMP2-Kategorie die Ziellinie und baute damit den Vorsprung auf die Konkurrenz von Jackie Chan DC Racing noch weiter aus. Die Fast-Gesamt-Sieger der diesjährigen 24 Stunden von Le Mans konnten dem Trio aus Bruno Senna, Julien Canal und Nicolas Prost am Ende nichts mehr entgegensetzen.

Nicolas Prost fehlte beim WEC-Auftritt auf dem Nürburgring, deshalb heißen die Titelträger bei den Fahrern „nur“ Senna und Canal. Dennoch, Senna und Prost in einem Wagen, das funktioniert augenscheinlich.

WEC Bahrain
©2017 Marius Hecker/AdrenalMedia.com

Die Konkurrenten in der Startnummer #38 sahen nach Le Mans schon wie die fast sicheren Titelträger in der LMP2 aus, doch zum Ende der Saison lieferte die Rebellion-Mannschaft einfach den besseren Endspurt. Dennoch eine starke Leistung des Trios Tung/Jarvis/Laurent, die in Bahrain im Gegensatz zur Konkurrenz während einer frühen Gelbphase an die Box kamen, diese Taktik zahlte sich im dichten LMP2-Feld jedoch am Ende nicht aus.

So musste man sich sowohl hier im Rennen, als auch in der Weltmeisterschaft, mit Rang 2 begnügen. Der dritte Rang von Heinemeier Hansson, Beche und Piquet Jr. rundete das perfekte Wochenende von Rebellion ab, die zudem die Teamwertung für sich entscheiden konnten.

GTE Pro – Ferrari obenauf

Auch in Bahrain waren es am Ende die Ferrari, die nicht zu schlagen waren. Schnell stellten sich die Boliden von AF Corse als die Fahrzeuge heraus, die es zu schlagen galt.

James Calado und Alessandro Pier Guidi überließen kurz vor dem Ziel ihren Teamkollegen Sam Bird und Davide Rigon den Laufsieg. Da stand natürlich längst fest, dass der Fahrertitel an die Paarung Calado/Pier Guidi ging.

Einzig der Ford GT von Andy Priaulx und Harr Tincknell konnte mit den neuen Champions einigermaßen mithalten. Doch nach Problemen mit Zeitverlust bei einem Boxenstopp und zunehmender Renndauer fiel man immer weiter zurück, so dass es am Ende nur der dritte Rang wurde – im Rennen und auch in der Gesamtwertung.

Richard Lietz und Fred Makowiecki sahen im Porsche 911 RSR zu Rennbeginn ebenfalls stärker aus, für das Duo reichte es am Ende dann aber nur zum vierten Platz und dem zweiten Rang in der Meisterschaft. Der Schwesterwagen von Michael Christensen und Kevin Estre lag zwar in Führung, wurde dann aber vom #7er-LMP1-Toyota bei einer Kollision aus dem Rennen genommen.

Ferrari WEC
©2017 Marius Hecker/AdrenalMedia.com

GTE Am – Abschied vom Vantage

Während der Aston Martin Vantage in der GTE Pro chancenlos war, waren es Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda, die in der GTE-Am Wertung das Geschehen bestimmten und für einen würdigen Abschied des Vantage Modells sorgten, für das nun bald ein Nachfolger parat stehen wird.

Das Trio sicherte sich den Laufsieg in Bahrain und auch den Sieg in der Gesamtwertung. Im Ziel lag man über eine Minute vor dem Clearwater-Ferrari und dem Spirit of Race-Ferrari, der bereits eine Runde Rückstand hatte.

Das soll es nun gewesen sein mit der WEC-Saison 2017. Vor uns stehen im nächsten Jahr viele Veränderungen und der Beginn der Super-Season 2018/19. Einer wird aber fehlen, denn Porsche und Le Mans, das gehört doch eigentlich zusammen. In diesem Sinne, Keep Racing!

FIA WEC 2017
©Toyota Gazoo Racing
WEC Bahrain
©Porsche
WEC 2017 Porsche Toyota 6h Bahrain
©2017 Marcel Langer/AdrenalMedia.com
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