WEC Shanghai – Toyota siegt, Porsche triumphiert

WEC 6 Stunden von Shanghai 2017 – Toyota Sieger, Porsche Weltmeister

Beim vorletzten Lauf in der Langstrecken-WM war es soweit. Porsche krönte sich schon einen Lauf vor der Abschiedsvorstellung der Zuffenhausener aus der LMP1-Klasse zum erneuten Weltmeister.

Die Plätze zwei und drei reichten am Ende der 6h Shanghai aus, um sich neben dem Herstellertitel auch die Fahrer-Weltmeisterschaft für das Trio Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley zu sichern. Die neuen Weltmeister kamen auf Platz 2 vor ihren Teamkollegen Neel Jani, Andre Lotterer und Nick Tandy ins Ziel.

Das 6-Stunden Rennen wurde allerdings von Toyota bestimmt. Sebastien Buemi machte sich vom vierten Startplatz aus zügig an die Spitze. Dahinter ging es etwas turbulenter zu. Jose Maria Lopez kollidierte im anderen TS050 Hybrid mit dem G-Drive-Oreca aus der LMP2-Klasse und Nick Tandy im Porsche hatte mit einem defekten Fly-by-Wire-System zu kämpfen.

WEC Toyota
©Porsche

Beide Toyotas drückten dem Rennen ihren Stempel in der Folge auf, so dass beide LMP1-Boliden die Porsche-Konkurrenz deutlich distanzieren konnte. Den Doppelsieg in greifbarer Nähe, kam es aber rund 40 Minuten vor dem Ziel wieder zu einer Kollision, bei der der Toyota mit der Startnummer #7 erneut beteiligt war.

Jose-Maria Lopez kollidierte mit einem Porsche aus der GT-Wertung (Startnummer #91) und erlitt dabei einen Reifenschaden, so dass es am Ende nur zum vierten Gesamtrang reichte. Das Trio aus Buemi, Davidson und Nakajima jedoch war nicht zu stoppen und siegte am Ende souverän mit einer Runde Vorsprung auf die neuen Weltmeister.

Mit den Laufsiegen bei den beiden letzten Rennen haben die Japaner bewiesen, dass sie sich nicht kampflos aus dieser Saison verabschieden wollen. Zwar gibt es noch immer keine endgültige Entscheidung in Sachen LMP1-Verbleib fürs kommende Jahr, doch für die FIA WEC kann man es nur wünschen. Die letzten beiden Auftritte sollten hier hoffentlich einen positiven Ausschlag in Richtung LMP1-Zukunft gegeben haben.

WEC Porsche
©Porsche – Weltmeister 2017

WM-Titel Nr. 3 in Folge für Porsche mit dem 919 Hybrid

Porsche konnte unterdessen die Karriere des LMP1-919 Hybrid mit dem dritten Weltmeistertitel für Hersteller in Folge krönen.

“Drei Hersteller-WM-Titel und drei Le-Mans-Siege für den Porsche 919 Hybrid bestätigen unsere damals mutige Entscheidung, etwas ganz Neues zu wagen. Das gilt vor allem für die Bereiche Batterietechnologie, Downsizing, Effizienzsteigerung beim Turbo-Benziner und insbesondere für die Energierückgewinnungssysteme. Wir haben keine Vorbilder gesucht, sondern unseren eigenen Weg gefunden. Nur so konnte dieses starke Paket entstehen, das uns auf den Rennstrecken und in unserem technischen Entwicklungszentrum massiv nach vorn gebracht hat”, so Michael Steiner, seines Zeichens Entwicklungsvorstand der Porsche AG.

Ebenfalls zum dritten Mal in Folge haben die Porsche-Werksfahrer mit dem Le-Mans-Prototyp 919 Hybrid den Fahrertitel in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft gewonnen. Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley lösten mit dem heutigen zweiten Platz ihre Vorgänger Romain Dumas, Neel Jani und Marc Lieb ab. Für Bernhard und Hartley ist es nach 2015 der zweite Fahrer-Weltmeistertitel in der WEC. Die beiden sind mit zwölf gemeinsamen Rennsiegen die erfolgreichsten Langstreckenpiloten der WEC-Geschichte; ihren ersten WM-Titel gewannen sie 2015 mit Mark Webber als drittem im Bunde.

Fritz Enzinger, Leiter LMP1 zum heutigen Erfolg: „Mit dem heutigen Rennen neigt sich eine unglaubliche Story langsam ihrem Ende zu. Sechs WM-Titel und drei Le-Mans-Erfolge – was diese Mannschaft geleistet hat, verdient höchstes Lob. Mit großem Team-Spirit und einem Riesenspaß hat sie ein gemeinsames Ziel verfolgt: Rennen für Porsche zu gewinnen. Das wurde heute einmal mehr mit der Verteidigung beider WM-Titel belohnt. Wir werden etwas länger brauchen, bis wir überhaupt fassen können, was uns speziell in den vergangenen drei Jahren gelungen ist.

Ich möchte jedem Einzelnen mein Kompliment aussprechen, der seinen Beitrag für diesen Erfolg geleistet hat, mich aber auch für die Unterstützung bei der Porsche AG weltweit bedanken. Speziell der Vorstand hat uns von Anfang an unterstützt, immer an uns geglaubt und dem Projekt enorme Priorität eingeräumt. Ohne dem wären diese Siege nicht möglich gewesen. Das gilt auch für die tolle Zusammenarbeit mit unseren Partnern von Beginn an. Jetzt freuen wir uns auf ein spannendes Rennen in Bahrain. Ich bin mächtig stolz darauf, was in den vergangenen Jahren entstanden ist.“

LMP2 – Vaillante Rebellion übernimmt Meisterschaftsführung

In der LMP2-Klasse kam es unterdessen zur Wachablösung in Sachen Meisterschaft.  Die Startnummer #31 mit dem Trio Canal/Prost/Senna am Steuer konnte den zweiten Sieg in Folge einfahren. Zu Beginn der letzten Rennstunde überholte man den bis dahin führenden Oreca mit der Startnummer #38 von Jackie Chan DC Racing.

Für das Fahrertrio Tung/Laurent/Jarvis kam es am Ende noch dicker, nach zwei Kollisionen erreichte man sogar nur den vierten Rang, damit übernahm die Siegermannschaft von Vaillante Rebellion auch die Führung in der LMP2-Wertung. Doch vor dem Finale sind es nur vier winzige Zähler, die man vorne liegt, so dass in der LMP2-Klasse beim letzten Rennen in Bahrain Mitte November noch ein waschechter Krimi ins Haus steht.

LMP2-FIA-WEC-Rebellion-Shanghai
©2017 Marius Hecker/AdrenalMedia.com

Hinter den Siegern kam der Signatech Alpine-Bolide von Lapierre/Menezes/Negrao ns Ziel vor dem zweiten Rebellion-Wagen, der Startnummer #13 von Beche,Heinemeier Hansson und Piquet Jr. Für die 6 Stunden von Bahrain haben nun Bruno Senna und Julien Canal den Lauf auf ihrer Seite, spannend wird es dann in der LMP2-Klasse bis zur letzten Minute.

LMGTE – Ford GT siegt, Ferrari gewinnt Herstellerwertung

Die schnelle Flunder meldete sich mit dem Triumph in der LMGTE-Pro Kategorie zurück. Der Ford GT von Andy Priaulx und Harry Tincknell fuhr nach einem spannenden Rennen den Klassensieg heraus, jedoch mit ungewollter LMP1-Schützenhilfe. Richard Lietzs Aufholjagd auf die Führenden im Porsche 911 RSR wurde durch die Kollision mit Lopez im Toyota TS050-LMP1-Boliden jäh beendet, so dass der Österreicher den Wagen nur noch ins Ziel schleppen konnte.

FordGT WEC
©Photo DPPI

Am Ende sicherte man sich mit guten 11 Sekunden Rückstand aber noch den zweiten Klassenrang vor dem Ferrari von AF Corse (Calado/Pier Guidi). Mit diesem Ergebnis konnte Ferrari aber die Titelverteidigung des Herstellertitels in der LMGTE Pro-Klasse dingfest machen. Der Kampf um den Fahrertitel wird aber auch in der GTE-Pro erst in Bahrain entschieden.

Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Mathias Lauda feierten unterdessen im Aston Martin einen ungefährdeten Sieg in der GTE-Am. Im Ziel hatte man eine Runde Vorsprung auf den Gulf Racing-Porsche und eine weitere vor dem 911 RSR von Dempsey-Proton Racing.

Am 18. November geht es dann bei den 6 Stunden von Bahrain letztmals um Siege und WM-Punkte in diesem Jahr, dann heißt es auch, sich von den alten und neuen Weltmeistern der LMP1 zu verabschieden. In diesem Sinne, Keep Racing!

WEC Shanghai
©Porsche
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