Whelen Euro Series – die Fahrer

Whelen Euro Grid Brands Hatch
©NASCAR Whelen Euro Series

Kommendes Wochenende ist es soweit, die NASCAR Whelen Euro Series gibt ihr Deutschland-Gastspiel auf dem Nürburgring. Ich werde ja nicht müde, auf das Event hinzuweisen, bin ich doch selber wirklich von den Rennen der Serie schon seit langem überzeugt. Unter dem Dach der NASCAR organisiert, macht die Serie eine gute Entwicklung und ist von den Rennen vielleicht am ehesten noch mit der guten alten V8-Star-Serie zu vergleichen, die es ja leider schon viel zu lange nicht mehr gibt. In Zeiten, wo der Motorsport zunehmend in vielen Bereichen überreguliert ist oder zu einer Marketingveranstaltung verkommt, fühle ich mich persönlich als Motorsportfan hier mehr als gut aufgehoben.

Ander Vilarino
©racing14.de – Ander Vilarino

Trotz einigen Berichten über die Serie hier im Blog sind sicher einigen viele Fahrernamen noch unbekannt, daher will ich an dieser Stelle ein paar der Piloten nochmal kurz vorstellen. In der Gesamtwertung vorne liegt nach drei Veranstaltungen der Spanier Ander Vilarino, der in den letzten beiden Jahren die Meisterschaft in der ELITE1-Wertung (für Profis und erfahrene Piloten) für sich entscheiden konnte.  Hier zu Lande recht wenig bekannt, blickt er bereits auf eine lange Karriere zurück. Klassisch gestartet im Formelsport gewann er den spanischen Formel3-Titel, der Weg führte ihn dann in den Bergrennsport, auch hier kam er zu Meisterehren. Schwere Unfälle musste er im Laufe seiner Karriere auch verkraften, kam aber immer wieder an die Spitze zurück. „Mr. Whelen Euro“ – den Titel verleihe ich ihm an dieser Stelle einmal, ist der Mann, den es zu schlagen gilt. Für mehr Details zu seiner Karriere einfach mal hier schauen.

Frederic Gabillon
©racing14.de – links Frédéric Gabillon

Auch europaweit recht unbekannt ist der Franzose Frédéric Gabillon, in den letzten Jahren härtester Konkurrent von Vilarino und Vizemeister des Vorjahres. Nach einigen Jahren im Formelsport und auch diversen Tourenwagenklassen (z.B. Clio Cup) ist auch er ein fester Bestandteil der Serie geworden. Dieses Jahr läuft es noch nicht so rund, derzeit liegt er an 5. Stelle im Gesamtklassement. Bald wird für ihn allerdings ein Traum wahr, für Gabillon steht in diesem Jahr noch ein Lauf zur NASCAR K&N Pro Series East in Watkins Glen auf dem Programm.

Christophe Bouchut
©NASCAR Whelen Euro Series – Christophe Bouchut

Das österreichische DF1 by B66 Raceconsulting setzt als Neueinsteiger auf erfahrene Piloten. Mathias Lauda, den meisten als DTM-Pilot und Sohn von Niki Lauda ein Begriff, konnte beim vergangenen Event auf dem Tours Speedway seinen ersten Laufsieg feiern und liegt in der Meisterschaft derzeit auf Rang 3. Lauda zur Serie: „Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß am Rennfahren. Man kann hier noch wirklich überholen, der Wettbewerb ist auf einem hohen Niveau und es liegt wirklich am Fahrer, der den Unterscheid ausmacht“. Auf Rang 9 in der Gesamtwertung rangiert sein Teamkollege, kein geringerer als Christophe Bouchut. Der Franzose dürfte den meisten als ehemaliger LeMans-Gewinner und vielfacher GT-Pilot etwas sagen.

Dominic Tiroch
©NASCAR Whelen Euro Series – Dominic Tiroch

Apropos Österreich – da haben wir noch Renauer Motorsport mit den Quereinsteigern Dominic Tiroch und Philipp Lietz, der lange in der Rallyeszene unterwegs war. Bekannter in Deutschland ist sicher sein Bruder Richard. Ein deutsches Team fehlt nach wie vor im Feld, wäre sicher schön, wenn sich auch ein hiesiges Motorsport-Team der Meisterschaft anschließen würde. Das hat beispielsweise das Team von Marc VDS schon getan. Bekannt aus der VLN hat mich sich mit Racing Club Partners zusammengeschlossen. Bas Leinders, Teamchef in Sachen VLN, dreht hier persönlich am Lenkrad und kommt auch immer besser in Schwung, in der ELITE2-Meisterschaft setzt man auf den jungen Belgier Denis Dupont.

Anthony Kumpen
©NASCAR Whelen Euro Series – Anthony Kumpen

Wo Deutschland fehlt, ist in dieser Saison Belgien mehr als stark vertreten. Neben dem Einstieg von Marc VDS ist hier das bekannte Team von PK Carsport vertreten. Anthony Kumpen und Bert Longin werden den meisten etwas sagen. Zahlreiche erfolgreiche Jahre im GT-Sport liegen hinter beiden. Kumpen und Longin liegen in der Meisterschaft vor dem Nürburging auf den Rängen 2 und 6, für mich ist vor allem der erstgenannte ein Mitfavorit auf einen Sieg am Ring.

Bert Longin
©NASCAR Whelen Euro Series – Bert Longin

Wenn wir weiter ins Feld schauen, sehen wir auch den ein oder anderen ehemaligen GP2-Piloten. Borja Garcia hatte schon einmal Gaststarts in der Serie, fährt nun die komplette Saison. Ganz neu am Start ist das Team Brazil mit rein brasilianischer Fahrerbesetzung. Der ehemalige GP2-und AutoGP Pilot Victor Guerin hat als Teamkollegen Fahrer mit reichlich brasilianischer Tourenwagenerfahrung, die uns natürlich hier kaum ein Begriff sind.

Guerin und Cheever
©NASCAR Whelen Euro Series – Victor Guerin und Eddie Cheever III

Nicht vergessen sollte man zahlreiche Fahrer aus dem Nachwuchsbereich, deren Karriere sich noch im Anfangsstadium befindet. Eddie Cheever (das ist der III.) gibt seiner Karriere neuen Schwung, nachdem es für den Italiener im Formelsport nicht so gut lief. Ein erster Sieg und Gesamtrang 8 stehen für ihn zu Buche. Viele der ganz jungen Piloten tummeln sich im Feld der ELITE2, allen voran der belgische Meisterschatfsleader Maxime Dumarey. Sein Team von PK Carsport setzt hier auf den heimischen Nachwuchs.

Francesca Linossi
©NASCAR Whelen Euro Series – Francesca Linossi

Einige Piloten, die uns in Deutschland nichts sagen, kommen auch aus dem Umfeld der italienischen Tourenwagenszene, beispielsweise Fabrizio Armetta in Diensten von CAAL Racing, der jahrelang in der italenischen V8-Serie am Werk war. Und auch in Sachen Ladys am Steuer hat Italien die Nase vorn, Erika Monforte und Francesca Linossi liegen in der Meisterschaft der ELITE2 dicht beieinander auf den Rängen 14 und 15. Linossi war dabei schon vom Pech verfolgt, musste sie doch in Brands Hatch ihren Boliden mit technischem Defekt in Führung liegend abstellen.

NWES- Drivers - the class of 2014
©NASCAR Whelen Euro Series -das Feld 2014

Auf alle Fahrer kann ich hier sicher nicht eingehen, doch ich hoffe, dem ein oder anderen einige Piloten der Whelen Euro Series näher gebracht zu haben. Abschliessend noch ein kurzes Video aus Brands Hatch, in dem noch einmal generell ein Blick auf die Serie geworfen wird. Am besten jetzt also auf zum Nürburgring zum Truck Grand Prix und den Damen und Herren live vor Ort zuschauen! In diesem Sinne, Keep Racing!

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