Winterspiele – Preview Rallye Schweden 2018

WRC 2018 – Nächster Schlagabtausch auf Schnee und Eis

Der Shakedown wurde heute schon absolviert und die Rallye Schweden präsentiert sich in diesem Jahr von ihrer besten Seite – ganz in weiß.

Richtig ernst wird es am heutigen Donnerstagabend, wenn es um die ersten wichtigen Sekunden bei der Zuschauerprüfung auf der Trabrennbahn in Karlstad geht. Insgesamt stehen für das WRC-Feld 19 Wertungsprüfungen mit rund 314 Kilometern auf dem Programm, wobei man auch wieder die Grenze zu Norwegen überschreiten wird und viele Kilometer beim skandinavischen Nachbarn absolvieren wird.

Toyota mit guten Chancen

Ein Favorit ist nur sehr schwer auszumachen. Jari-Matti Latvala würde gerne seinen Vorjahrestriumph wiederholen. Der ausgemachte Schweden-Spezialist will seinen 5. Erfolg bei dieser Rallye, der käme genau 10 Jahre nach seinem ersten Triumph. Toyota hat sicher ähnlich gute Chancen wie die Konkurrenz von Hyundai und M-Sport, mit der geballten Kraft der zwei Finnen Latvala und Lappi, sowie Ott Tänak hinter dem Lenkrad kann man der Mannschaft ruhig ein wenig die Favoritenrolle zuspielen.

Im Vorjahr hatte Latvala am Ende die Nase vorne, ihm auf den Fersen war Tänak, 2017 noch bei M-Sport unterwegs.  Der war schon bei der Monte bester Mann im Yaris WRC und Latvala steht somit jetzt schon teamintern unter Druck, um sich nicht auf Dauer hinter dem schnellen Esten einordnen zu müssen.

Doch beim schnellen Ritt über Eis und Schnee mit den Spikereifen muss man auch Thierry Neuville zu den Sieganwärtern zählen. Letztes Jahr lange vorne schmiss er durch einen leichten Fehler den möglichen Sieg weg. Doch auch hier ist der Druck schon jetzt enorm, denn für die Mannschaft aus dem deutschen Alzenau war der Saisonauftakt bei der Monte erneut ernüchternd. Will man um die WM kämpfen, gilt es in Schweden vor allem für Neuville, viele WM-Zähler mitzunehmen.

Einen ähnlich starken Auftritt kann man auch von Andreas Mikkelsen erwarten, der Norweger wird sich sicher auf die heimischen Prüfungen jenseits der Grenze freuen. Sein Landsmann Mads Östberg ist unterdessen mit dem Citroen C3 WRC am Start, bislang ist nur sein Einsatz hier bestätigt. Östberg legte beim Shakedown schon mal ordentlich los mit der zweitbesten Zeit hinter Thierry Neuville.

Und Sebastien Ogier? Der hat sicher nicht die beste Ausgangslage als Schneepflug am Freitag, aber wer den Champion nicht zu den Sieganwärtern zählt, hat vom Rallye-Sport wenig Ahnung. Mit drei Siegen ist die Nummer 1 von M-Sport der erfolgreichste Fahrer bei der Rallye Schweden, der nicht aus Skandinavien kommt.

Wechsel bei Hyundai – Paddon übernimmt von Sordo

Für Hayden Paddon gilt es unterdessen, sein Talent zu beweisen. Der Neuseeländer übernimmt in Schweden den dritten Hyundai i20 WRC von Dani Sordo, der sich die Schweden-Reise „sparen“ darf. Für Paddon ist es der erste Einsatz 2018 und man darf gespannt sein, wie er sich in dem hochkarätigen Feld schlagen wird.

Eis und Schnee sind nicht das bevorzugte Terrain der Citroen, so dass es abzuwarten bleibt, was Kris Meeke hier leisten kann. Mit Teemu Suninen kann man unterdessen auch den dritten Ford Fiesta WRC von M-Sport neben Ogier und Evans unter den ersten Fünf erwarten, der junge Finne hatte schon an gleicher Stelle im letzten Jahr einen fulminanten, aber unbelohnten Auftritt.

Rallye Schweden 2018
©Hyundai Motorsport GmbH/Helena El Mokni

Johann Kristoffersson – Rallycross-Champiom im Skoda Fabia R5

Die Rallye Schweden verspricht Spannung pur. Insgesamt 67 Nennungen gibt es für die diesjährige Ausgabe. 13 World Rally Cars bilden die Speerspitze, dazu gesellen sich 15 in der WRC eingeschriebene R5. Mit dabei ist in diesem Jahr auch erstmals WRC2-Champion Pontus Tidemand. Zwei besondere Gaststarter gibt es derweil aus der Rallycross-Weltmeisterschaft.

Johann Kristoffersson tritt ebenfalls in einem Skoda Fabia R5 an, während Petter Solberg mit seiner Frau im historischen Feld auf einem Ford Escort Mk2 an den Start geht.

Ganz vorne stehen die Chancen für einen skandinavischen Sieg mehr als gut, doch Seb Ogier, Ott Tänak und Thierry Neuville haben sicher etwas dagegen. Tageshighlights gibt es ab Freitag wieder Abends auf Red Bull TV zu sehen, dazu am Samstag auch eine Livestage. Hier sollte man auf jeden Fall vorbeischauen, denn der Schweden-Auftritt ist immer ein ganz besonderer. In diesem Sinne, Keep Rallying!

WRC Schweden 2018
©Hyundai Motorsport GmbH/Austral – Hyundai-Junior Jari Huttunen

Randnotizen Rallye Schweden

Wusstet ihr, dass…

…die Rallye Schweden 1950 erstmals ausgetragen wurde und zunächst im Sommer stattfand, bevor sie ab 1965 im Winter angesetzt wurde?

…die extrem schmalen Winterreifen der Fahrzeuge mit 384 Spikes gespickt sind?

…im Jahr 1973 Spike-Reifen verboten waren und Nationalheld Stig Blomqvist die Rallye gewann, obwohl er zuvor mit einer defekten Benzinpumpe an seinem Saab 96 zehn Minuten verloren hatte?

…die Rallye Schweden bis 2004 von Skandinaviern dominiert wurde, bevor Rekordweltmeister Sébastien Loeb aus Frankreich die Vormachtstellung beenden konnte?

Zeitplan WRC Rallye Schweden

Donnerstag, 15. Februar:
WP1: SSS Karlstad 1; 1,90 Kilometer (20:08 Uhr)

Freitag, 16. Februar:
WP2: Hof-Finnskog 1; 21,26 Kilometer (07:55 Uhr)
WP3: Svullrya 1; 24,88 Kilometer (09:07 Uhr)
WP4: Röjden 1; 19,13 Kilometer (9:54 Uhr)
Service Torsby
WP5: Hof-Finnskog 2; 21,26 Kilometer (13:41 Uhr)
WP6: Svullrya 2; 24,88 Kilometer (15:03 Uhr)
WP7: Röjden 2; 19,13 Kilometer (15:50 Uhr)
WP8: Torsby 1; 9,56 Kilometer (16:56 Uhr)

Samstag, 17. Februar:
WP9: Torntorp 1; 19,88 Kilometer (07:54 Uhr)
WP10: Hagfors 1; 23,40 Kilometer (09:12 Uhr)
WP11: Vargasen 1; 14,21 Kilometer (10:08 Uhr)
Service Torsby
WP12: Torntorp 2; 19,88 Kilometer (12:44 Uhr)
WP13: Hagfors 2; 23,40 Kilometer (14:12 Uhr)
WP14: Vargasen 2; 14,21 Kilometer (15:08 Uhr)
WP15: SSS Karlstad 2; 1,90 Kilometer (17:45 Uhr)
WP16: Torsby Sprint; 3,43 Kilometer (19:26 Uhr)

Sonntag, 18. Februar:
WP17: Likenäs 1; 21,19 Kilometer (07:50 Uhr)
WP18: Likenäs 2; 21,19 Kilometer (09:51 Uhr)
WP19: Powerstage Torsby 2; 9,56 Kilometer (12:18 Uhr)

WRC2 Pontus Tidemand
©ŠKODA

Ergebnisse Shakedown

  1. Neuville / Gilsoul (Hyundai i20 WRC) 4:17.3 Minuten
  2. Ostberg / Eriksen (Citroën C3 WRC) 4:17.6
  3. Ogier / Ingrassia (Ford Fiesta WRC) 4:18.1
  4. Meeke / Nagle (Citroën C3 WRC) 4:18.3
  5. Tänak / Jarveoja (Toyota Yaris WRC) 4:18.7
  6. Mikkelsen / Jaeger (Hyundai i20 WRC) 4:18.8
  7. Latvala / Anttila (Toyota Yaris WRC) 4:19.0
  8. Breen / Martin (Citroën C3 WRC) 4:19.1
  9. Suninen / Markkula (Ford Fiesta WRC) 4:19.2
  10. Evans / Barritt (Ford Fiesta WRC) 4:19.3
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