World RX Lettland – Dramen und Debütsieg

Sébastien Loeb – An der Spitze angekommen

Der erste Auftritt der Rallycrossweltmeisterschaft in Lettland hatte es in sich. Vor gut gefüllten Zuschauerrängen und bei teils äußerst schwierigen Witterungsbedingungen schlug letztes Wochenende die Stunde von Rallye-Legende Sébastien Loeb. Der Franzose zog als Fünfter nach den Qualifikationsläufen ins Halbfinale ein und bei nassen Bedingungen zeigte er seine ganze Klasse. Sein Halbfinale gewann er gegen den bärenstarken Johan Kristoffersson, im Finale ließ er WM-Spitzenreiter Ekström alt aussehen und feierte seinen ersten Sieg nun auch in der Rallycross-Weltmeisterschaft.

Sébastien Loeb
©FIAWorldRallycross.com – 1. Rallycross-Sieg – Sébastien Loeb

„Wir hatten ein paar schwierige Momente, aber es wurde ein unglaubliches Wochenende. Timmy (Hansen) und ich kollidierten zwar im dritten Qualifikationsrennen, aber den Speed, den wir seit Barcelona an den Tag legen, hat es uns ermöglicht, um den Sieg zu kämpfen. Der Regen heute hat mich an meine Rallye-Zeit auf nassem Asphalt erinnert. Ich konnte die Bewegung der Reifen spüren und ich hatte ein sehr gutes Gefühl mit dem Wagen. Es freut mich vor allem für meinen Chefmechaniker, der in Lettland lebt, aber natürlich auch für das gesamte Team. Jeder hat seit Beginn dieser Saison sehr hart gearbeitet“, so Loeb nach seinem Triumph.

Peugeot 208 WRX
©Peugeot Media – Hansen und Loeb – Peugeot 208 WRX

Die Peugeots 208 WRX vom Team Hansen waren auf dem neuen Kurs in Lettland bestens aufgestellt und konnten vor allem bei nassen Bedingungen auftrumpfen. Timmy Hansen bestätigte das Ganze mit Gesamtrang 3, nachdem er einmal im wilden Drift in den Vorläufen seinen berühmten Teamkollegen mit ins Verderben riss. Die WM-Ränge 5 (Loeb) und 6 (Hansen) sollten in diesem Jahr noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Petter Solberg #LatviaRX
©FIAWorldRallycross.com

Drama für Petter Solberg

Für den amtierenden Champion endete das Wochenende in Lettland so früh wie noch nie. Im zweiten Vorlauf kam es zum beinharten Duell zwischen Solberg und WM-Konkurrent Ekström, das für den Schweden mit einer Verwarnung endete, für den Norweger gab es mittels der schwarzen Flagge allerdings den Wertungsauschschluss.

Im dritten Qualifikationsdurchgang konnte Solberg aufgrund einer beschlagenen Scheibe nichts mehr sehen und rammte die Streckenbegrenzung – Zeitverlust von guten 10 Sekunden inklusive und noch viel schlimmer, das Halbfinale war nicht mehr zu machen. Als Gesamt-19. verpasste er erstmals nach 35 WRX-Events die Halbfinalteilnahme – eine bittere Pille für den Norweger, dessen Chancen auf WM-Titel Nummer Drei in Folge nun enorm gesunken sind.

34 Punkte Rückstand auf WM-Leader Ekström sind kaum aufzuholen bei zwei ausstehenden Veranstaltungen, dazu hat sich Johan Kristoffersson nun auf WM-Rang 2 geschoben. Bei 60 zu vergebenden Zählern kann Solberg nur ein kleines Wunder helfen.

Mattias Ekström Audi S1 RX
©FIAWorldRallycross.com

Mattias Ekström auf WM-Kurs

„Eki“ peilt unterdessen seinen ersten Titel in der Rallycross-WM an. Nach Rang 2 im Finale konnte er seine Führung in der Gesamtwertung ausbauen und mehr als zufrieden mit dem Verlauf des Rennwochenendes sein. Im Finale musste er sich nur Sébastien Loeb geschlagen geben. Johann Kristoffersson kam hier nicht über Rang 5 hinaus, so machte Ekström auch auf den neuen Verfolger weiter Boden gut und hat nun ein sattes Punktepolster von 27 Zählern auf dem Konto.

Neben Kristoffersson machte sich nach den Vorläufen vor allem noch Andreas Bakkerud Hoffnung auf mehr, der zusammen mit dem Schweden die Zwischentabelle anführte. Beide kamen aber bei den rutschigen Bedingungen nicht gegen die Peugeots an, und mussten das Podest früh abschreiben. Erneut einen starken Auftritt lieferte Timur Timerzyanov vom Team Austria ab, wurde aber im Finale in Kurve 1 abgedrängt und schlug vehement in die Streckenbegrenzung ein, passiert ist dem Russen aber nichts.

Timo Scheider Seat Ibiza RX
©FIAWorldRallycross.com – Timo Scheider

Timo Scheider machte mit dem Einzug ins Halbfinale auf sich aufmerksam und scheiterte als 4. hier nur knapp am Finaleinzug, eine starke Leistung des DTM-Piloten und ein Aufwärtstrend für das Team von Münnich Motorsport und ihren Seat Ibiza RX. In Sachen Teamwertung heißt es weiter EKS gegen Peugeot Hansen, hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Während beide Peugeot-Fahrer im Nassen wie ein Fisch im Wasser unterwegs waren, musste Toomas Heikkinen im Halbfinale die Segel streichen. Den Finaleinzug verpassten neben Robin Larsson auch Davy Jeanney, Janis Baumanis und Reinis Nitiss, der bei seinem Heimspiel in einem Ford Fiesta antrat.

LatviaRX
©FIAWorldRallycross.com

Ken Block kam als 16. der Vorläufe nicht weiter, obwohl der Hoonigan-Pilot einen guten Speed an den Tag legte. In einem Durchgang schmiss er durch einen Fehler in Führung liegend die Hoffnung auf mehr in die lettische Auslaufzone.

Auch Gianluigi Galli kam nicht weit, ihn sehen wir aber mit seinem Kia Rio Supercar beim nächsten Auftritt der Rallycrossweltmeisterschaft wieder, dann geht es auf dem Estering in Buxtehude vom 14.-16. Oktober um WM-Zähler. Mattias Ekström lässt dafür die DTM links liegen, motorsportinteressierte Zuschauer sollten genau das Gleiche tun. In diesem Sinne, Keep Rallying!

Joker Lap
©FIAWorldRallycross.com
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